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Snapdragon im Galaxy S20: Samsungs Exynos-Team fühlt sich gedemütigt

Samsungs Exynos-Team fühlt sich offenbar durch die Snapdragon-Variante des Galaxy S20 in Südkorea gedemütigt.
Samsungs Exynos-Team fühlt sich offenbar durch die Snapdragon-Variante des Galaxy S20 in Südkorea gedemütigt.
Viel internationale Kritik brachte Samsung zuletzt sogar eine Petition gegen die minderwertigere Exynos-Variante des Galaxy S20 ein, in Südkorea selbst, wo erstmals die Snapdragon-Version verkauft wird, fühlt sich das Exynos-Team durch diese Entscheidung dagegen gedemütigt, wie Berichte aus Südkorea nahelegen.
Alexander Fagot,

Man kann es nicht allen recht machen. Die internationale Samsung-Gemeinde, allen voran die Unterstützer der Petition gegen die minderwertigen Exynos-Variante in Samsung-Phones, hätten wohl lieber eine Snapdragon-Version, in Samsungs Heimat Südkorea wünschen sich manche dagegen die Exynos-Variante zurück. Wie schon im Vorfeld bekannt wurde und mittlerweile ausführlich dokumentiert ist, entschied sich das Management erstmals dafür, die Galaxy S20-Serie (bei Amazon ab 877 Euro) in Südkorea mit dem Snapdragon 865 statt mit der Eigenentwicklung Exynos 990 auszustatten. In den Jahren zuvor wurde die Qualcomm-Version dagegen primär nur in den USA und China ausgeliefert, da die Exynos-Chips die dort teilweise genutzten CDMA-Mobilfunkstandards nicht unterstützt. 

Einem Bericht des Branchenblatts HankYung zufolge (via SamMobile) fühlt sich das Exynos-Team in Samsungs System LSI-Abteilung durch die Entscheidung allerdings gedemütigt, zumal es in Südkorea keine derartigen technischen Einschränkungen gibt. Stattdessen vermuten viele Beobachter, dass Samsung aus Wettbewerbsgründen in diesem Jahr auf die schnelleren Qualcomm-Chips setzt und sich durchaus darüber im Klaren ist, dass man mit der Eigenentwicklung einen Performance- und Effizienz-Nachteil gegenüber der Konkurrenz hat. Dies dürfte primär an der nicht so gelungenen Modifikation der ARM-Designs in Form der Mongoose-Kerne liegen, zudem setzt der Exynos 990 gegenüber dem Snapdragon 865 auch auf die etwas älteren Cortex-A76-Cores statt der moderneren Cortex-A77-Kerne.

Diese M-Core Modifikationen hat Samsung für die Zukunft bereits ad acta gelegt, wurde im Vorjahr kolportiert, eine gänzliche Einstellung der Exynos-Chipproduktion scheint dennoch unrealistisch, denn damit würde Samsung einen wichtigen Hebel in den Verhandlungen mit Qualcomm verlieren, zudem verkauft die LSI-Division mittlerweile durchaus auch einige Exynos-Chips an andere Smartphone OEMs wie Vivo und Meizu. Den meisten Nutzern ist es wohl egal, ob nun ein Snapdragon- oder ein Exynos-Chip im teuren Galaxy-Phone drin steckt, solange die Performance vergleichbar ist, was leider in diesem Jahr nicht so gelungen ist.

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Autor: Alexander Fagot,  4.04.2020 (Update:  4.04.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.