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Trotz Fan-Petition: Warum sich Microsoft mit Andromeda so schwer tut

Das Surface Phon aka Andromeda wird wohl trotz Fan-Petition nicht so bald auf den Markt kommen (Bild: David Breyer)
Das Surface Phon aka Andromeda wird wohl trotz Fan-Petition nicht so bald auf den Markt kommen (Bild: David Breyer)
Fans der Idee "Surface Phone" haben eine Petition gestartet und wollen Microsoft überreden, den offenbar auf Eis gelegten Hybriden aus Windows-Notebook und zusammenklappbarem Mobilgerät doch endlich auf den Markt zu bringen - doch es gibt einige handfeste Gründe, warum Microsoft aktuell mit dem Projekt kämpft

Zachary Hinski ist definitiv ein Fan der bisher geleakten Konzeptbilder und Patente zum Microsoft Surface Phone, auch bekannt als Projekt Andromeda, nicht zu verwechseln mit Googles Andromeda. Wie bei Google ist aber auch das ominöse Microsoft-Projekt bislang nichts als Schall und Rauch, trotz jeder Menge Leaks, die gerade in jüngster Zeit wieder für einiges Aufsehen gesorgt haben. Microsoft-Kenner wie Mary Jo Foley haben ihre Kontakte spielen lassen und erfahren, dass Microsoft Andromeda zwar noch nicht gänzlich aufgegeben, aber doch wieder auf Eis gelegt habe - ob die aktuell knapp 7.500 Unterschriften starke Fan-Petition von Zachary Hinski im Microsoft-Management ein Umdenken bewirkt, ist allerdings mehr als fraglich.

Fans wollen das Andromeda-Projekt von Microsoft nicht sterben sehen.
Fans wollen das Andromeda-Projekt von Microsoft nicht sterben sehen.

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Schon die von Mary Jo Foley erwähnten Gründe, warum das mittlerweile eher Cloud-orientierte Microsoft-Management Andromeda auf Eis gelegt hat, wiegen schwer. Da wäre einmal der immens wichtige ökonomische Aspekt: Microsoft zweifelt, unter Umständen absolut berechtigt, den wirtschaftlichen Erfolg eines solchen Dual-Display-Hybriden an, der irgendwo zwischen klassischem Windows Convertible und den gescheiterten Windows Phone-Experimenten einzuordnen wäre und fragt sich wohl, wer ein solches Taschen-Notebook kaufen würde, wenn jeder Notebookbesitzer ohnehin bereits ein Android- oder iOS-Handy mit sich führt.

Eine einschneidende neue Produkkategorie für die einen ...

Die Befürworter des Projekts sprechen von einer disruptiven, also einschneidenden neuen Produktkategorie, die viele Nachahmer im OEM-Markt finden könnte, dazu müsste Andromeda aber einiges besser machen als klassische Smartphones und herkömmliche Notebooks oder Convertibles und dazu benötigt es gut angepasste Software. Laut Foley vorliegenden Informationen sind aber genau diese Teile des Andromeda OS, die eigentlich in die nächste Windows-Version "Redstone 5" im Herbst einfließen sollten noch längst nicht fertig - alleine deswegen wird es also 2018 nichts mehr mit dem Surface Phone-Launch - 2019 könnte dieses Hindernis allerdings aus dem Weg geräumt werden, wenn der Wille dazu da ist.

... ein potentielles Disaster ohne angepasste Apps für die anderen.

Einen weiteren Aspekt, der mit obigem in engem Zusammenhang steht, hat der US-Journalist Tom Warren kürzlich via Tweet (siehe unten) eingebracht. Es ist nämlich nicht nur das Betriebssystem von Andromeda selbst, das hier Beachtung finden sollte. Auch das App-Ökosystem ist entscheidend für den Erfolg eines derartigen Projekts, wie gerade Windows Phone beispielhaft gezeigt hat. Klassische Windows-Anwendungen und Spiele sind nicht für zusammenklappbare kleine Displaygrößen optimiert - sie müssten wohl angepasst werden und zwar nicht nur Microsoft Office sondern durch die Bank mehr oder weniger die gesamte Windows Software-Landschaft.

Faltbare Android-Smartphones tun sich wohl leichter

Android- und iOS-Apps sind bereits auf unterschiedlich kleine Displays vorbereitet, ein faltbares Android-Phone/Tablet wie das in Entwicklung befindliche Samsung Galaxy X hätte diesbezüglich wohl deutlich weniger Startschwierigkeiten - im Windows-Ökosystem sieht die Sache deutlich schwieriger aus - selbst wenn das Taschen-Surface also klassische Win32-Apps ausführen könnte, was zum aktuellen Zeitpunkt noch längst nicht geklärt ist - müssten sich diese auch sinnvoll mit dem Dual-Display-Surface nutzen lassen und einen Mehrwert bieten, den die Kombination aus Notebook und Handy nicht hat. Andromeda-Fans sollten also durchaus die Petition unterstützen - Microsoft hat aber noch viel Arbeit vor sich, bis das Surface Phone Realität werden kann.

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Autor: Alexander Fagot,  8.07.2018 (Update:  8.07.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.