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BYD macht Ernst mit neuen E-Autos: Elektro-SUV Atto 2 mit Wärmepumpe und V2L, Atto 2 DM-i Hybrid schockt Konkurrenz mit 1.000 km Reichweite

Angriff aus China: BYD schockt die deutsche Konkurrenz mit dem Atto 2 DM-i Hybrid und bis zu 1.000 km Reichweite (Bild: BYD).
Angriff aus China: BYD schockt die deutsche Konkurrenz mit dem Atto 2 DM-i Hybrid und bis zu 1.000 km Reichweite (Bild: BYD).
Der BYD Atto 2 bekommt Zuwachs und setzt die Konkurrenz unter Druck. Mit dem Modell "Comfort" bringen die Chinesen eine reichweitenstarke Elektro-Version, während der "DM-i" als Hybrid-Lösung mit enormer Gesamtlaufleistung die Brücke schlägt. Wir haben alle Daten, Preise und den Marktstart der neuen China-SUVs zusammengefasst.

Es ist fast so, als hätten die Strategen in Shenzhen den aktuellen Stimmungsbericht zur E-Mobilität in Deutschland gelesen. Während hierzulande die Skepsis gegenüber reinen E-Autos noch oftmals an der Reichweite hängt, bringt BYD (Build Your Dreams) gleich zwei spannende Lösungen auf den Markt, die genau diese Sorgen entkräften sollen. Der chinesische Autogigant erweitert sein Portfolio um den vollelektrischen Atto 2 Comfort und den Teilzeit-Stromer Atto 2 DM-i. Beide Modelle knöpfen sich direkt das kompakte SUV-Segment vor, in dem sich auch VW ID.4 oder der neue Ford Explorer tummeln: Einmal mit maximierter Batteriekapazität für Elektro-Puristen und einmal mit Hybrid-Technik, die die 1.000-Kilometer-Marke knacken soll.

Vorweg noch zwei USP, mit denen BYD die Konkurrenz in dieser Preis-Leistungs-Klasse tatsächlich schocken dürfte, sofern die uns zur Verfügung gestellten technischen Daten (siehe unten) korrekt sind. Laut den Specs hat der Atto 2 Comfort beispielsweise bereits serienmäßig eine besonders effiziente Wärmepumpe für eine energiesparende Klimatisierung des Stromers an Bord. Zudem unterstützt der E-SUV Atto 2 Comfort serienmäßig Vehicle-to-Load (V2L) mit bis zu 3,3 kW. Beim Atto 2 DM-i bleibt V2L dem Modell Boost vorbehalten.

Atto 2 Comfort als Elektro-SU: kompakt und vollelektrisch

Den Anfang macht der Atto 2 Comfort. Hierbei handelt es sich um einen reinen BEV (Battery Electric Vehicle), der sich vor allem durch seinen Energiespeicher von den bisherigen Basisvarianten abheben dürfte. Die Ingenieure verpflanzen die hauseigene Blade-Batterie mit einer Kapazität von 64,8 Kilowattstunden in den Unterboden. Das sind fast 20 kWh mehr als bei den kleineren Geschwistern der Baureihe. Laut Herstellerangaben soll diese Aufrüstung für eine WLTP-Reichweite von 430 Kilometern genügen. Wer das kompakte SUV rein innerstädtisch bewegt, könnte laut Papierform sogar bis zu 600 Kilometer schaffen, bevor der Wagen wieder an die Ladesäule muss.

Apropos Laden: Hier hat BYD oft Kritik einstecken müssen, doch beim Comfort-Modell scheint man nachgebessert zu haben. An einer entsprechenden Schnellladesäule (DC) zieht der Stromer nun mit bis zu 155 kW. Der Hersteller verspricht, dass der Füllstand innerhalb von 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent klettert. Ein kurzer Ladestopp für einen Kaffee würde also theoretisch reichen, um die nächste Etappe auf der Autobahn in Angriff zu nehmen. Für das heimische Laden an der Wallbox ist ein dreiphasiger 11-kW-Lader an Bord, was in dieser Klasse mittlerweile zum guten Ton gehört. Eine Option für einen schnelleren 22-kW-Onboard-Charger für's günstige Turbo-Power-Napping bei Lidl und Co. haben wir nicht gefunden.

BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort Technische Daten (Bild: BYD).

Trotz des höheren Gewichts durch den größeren Akku, wir sprechen hier von rund 150 Kilogramm extra, soll die Performance nicht leiden. Ein Elektromotor an der Vorderachse liefert 150 kW (204 PS) und drückt 310 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße. Der Sprint auf Landstraßentempo 100 ist damit in 7,9 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 160 km/h abgeregelt. Das reicht für europäische Autobahnen meist aus, auch wenn deutsche Bleifüße hier vielleicht die Nase rümpfen könnten.

Interessant ist der Blick auf die Plattform. Der Atto 2 Comfort nutzt die e-Plattform 3.0 und setzt auf die sogenannte Cell-to-Body-Konstruktion (CTB). Dabei ist der Akku nicht nur Ballast, sondern ein tragendes Teil der Karosserie. Das soll die Steifigkeit erhöhen und den Innenraum besser nutzbar machen. Um den Platz für den größeren Energiespeicher zu schaffen, mussten die Techniker allerdings das Fahrwerk anpassen. Statt einer Verbundlenkerachse kommt beim Comfort eine aufwendigere Mehrlenker-Hinterachse zum Einsatz. Das dürfte sich positiv auf den Fahrkomfort auswirken, gerade bei schlechten Straßenverhältnissen.

BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).
BYD Atto 2 Comfort (Bild: BYD).

BYD Atto 2 DM-i Hybrid: 1.000 km Gesamtreichweite

Wer noch nicht bereit für den kompletten Umstieg auf Elektro ist, für den schicken die Chinesen den Atto 2 DM-i ins Rennen. Das Kürzel steht für die Hybrid-Technologie des Konzerns, die nun auch im kompakten SUV-Kleid Einzug hält. Der Marktstart für diesen Zwitter aus Verbrenner und E-Motor ist für Januar 2026 angesetzt. Das Konzept: Ein 1,5-Liter-Benziner arbeitet mit Elektromotoren zusammen. Der Verbrenner fungiert dabei oft nur als Generator, um die Batterie zu laden, kann sich aber bei Bedarf auch direkt auf die Räder schalten.

Den DM-i wird es in zwei Geschmacksrichtungen geben, als "Active" und als "Boost". Der Active begnügt sich mit einer kleinen 7,8-kWh-Batterie und einer Systemleistung von 122 kW (166 PS). Die elektrische Reichweite ist hier mit 40 Kilometern eher für den kurzen Weg zum Bäcker gedacht. Spannender dürfte die Boost-Variante sein. Hier verbaut BYD einen 18-kWh-Akku, der für immerhin 90 Kilometer rein elektrisches Fahren gut sein soll. Die Systemleistung steigt auf 156 kW (212 PS).

BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i Technische Daten (Bild: BYD).

Der eigentliche Clou des Hybriden soll aber die Gesamtreichweite sein. In Kombination mit dem Benzintank verspricht BYD bis zu 1.000 Kilometer ohne Tankstopp. Der gewichtete Verbrauch wird mit 1,8 Litern auf 100 Kilometer angegeben, ein Wert, der in der Realität natürlich stark davon abhängt, wie konsequent der Besitzer das Auto auflädt. Wer das Ladekabel ignoriert, wird deutlich öfter an der Zapfsäule stehen.

Im Innenraum geben sich beide Modelle modern und digital. Ein 12,8-Zoll-Touchscreen dominiert die Mittelkonsole und lässt sich vermutlich, wie bei BYD üblich, drehen, auch wenn die PM hierzu schweigt, ist das ein Markenzeichen. Sprachsteuerung, diverse Apps und Over-the-Air-Updates sind Teil des Pakets. Ein nettes Gimmick für Camper und Outdoor-Fans ist die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load). Damit lässt sich der Strom aus der Fahrbatterie nutzen, um externe Geräte wie Laptops, Elektrogrills oder Kaffeemaschinen zu betreiben. Das ist in diesem Segment noch keine Selbstverständlichkeit.

BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).

Preislich setzt BYD ein Ausrufezeichen, wenn auch kein ganz so aggressives wie vielleicht erhofft. Der vollelektrische Atto 2 Comfort ist ab sofort bestellbar und startet bei 41.990 Euro. Dafür gibt es eine fast volle Hütte an Ausstattung, inklusive Panoramadach, Wärmepumpe und diversen Assistenten. Der Hybrid Atto 2 DM-i startet Anfang 2026 günstiger. Los geht es hier ab 35.990 Euro für den Active, der stärkere Boost kostet ab 38.990 Euro.

Stella Li, Executive Vice President von BYD, gab sich in der Ankündigung selbstbewusst. Der Atto 2 sei ein großartiger Allrounder, und mit der Comfort-Version wolle man nun auch jene Kunden abholen, die öfter außerhalb der Stadtgrenzen unterwegs seien. Ob das reicht, um die deutschen Platzhirsche nachhaltig zu ärgern, wird sich zeigen. Die Zutaten wie LFP-Akku ohne Kobalt, hohe Ladeleistung und viel Ausstattung klingen zumindest nach einem Rezept, das vielen schmecken könnte.

BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).
BYD Atto 2 DM-i (Bild: BYD).

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Autor: Ronald Matta, 20.11.2025 (Update: 20.11.2025)