Notebookcheck

Erster Eindruck: Samsung Galaxy S20 Serie im Hands-On

Samsung zeigte beim gestrigen Unpacked-Event wie erwartet seine neue Galaxy S20 Serie, welche aus drei Modellen besteht. Wir konnten bereits einen ersten Blick auf das Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra werfen und wollen Ihnen unsere Eindrücke in unserem Hands-On-Test nicht vorenthalten. Neben viel gelungener Evolution gibt es aber auch erste kleine Mankos.
Update: Infos zu 5G-Einschränkungen und zur Technik hinter dem Zoom.
Daniel Schmidt 👁, 🇺🇸 🇷🇺

Die neue Galaxy S20 Serie von Samsung erblickte am gestrigen Dienstag offiziell das Licht der Welt. Fast alle Details wurden bereits im Vorfeld geleakt, sodass es eigentlich keine echten Überraschungen mehr gegeben hat. Dennoch vervollständigt sich das Gesamtbild erst dann, wenn das Smartphone das erste Mal in der Hand liegt. 

Wie erwartet sind es auch in diesem Jahr drei Modelle. Es gibt bisher jedoch kein e-Modell, dafür kommt mit dem Galaxy S20 Ultra eine weitere Variante hinzu, die noch über dem Galaxy S20 Plus angesiedelt ist. Entsprechend steigt der Einstiegspreis auf 899 Euro an. 

Die drei Samsung-Handys unterscheiden sich nicht nur in der Displaygröße, sondern auch in den Punkten Akkuleistung, Kamerasetting, Speicherausstattung und den Farbvarianten. Eine detaillierte Gegenüberstellung können Sie der untenstehenden Tabelle entnehmen. Bei den Farben zeigt sich Samsung wieder konservativer und schränkt diese mit zunehmendem Preis ein. Die Spitzenmodelle mit 512 GB Speicher sind sogar nur in Schwarz verfügbar. 

Unterschiede Galaxy S20 Serie

- Galaxy S20 Galaxy S20+ Galaxy S20 Ultra
Displaygröße 6,2 Zoll 6,7 Zoll 6,9 Zoll
RAM 8/12 GB 8/12 GB 12/16 GB
interner Speicher 128 GB 128/512 GB 128/512 GB
5G optional optional ja
Weitwinkelkamera 12 MP (1/1.76", f/1.8) 12 MP (1/1.76", f/1.8) 108 MP (1/1.33", f/1.8)
Ultra-Weitwinkel 12 MP (1/2.55", f/2.2) 12 MP (1/2.55", f/2.2) 12 MP (1/2.55", f/2.2)
Teleobjektiv 64 MP (1/1,72", f/2.0) 64 MP (1/1.72", f/2.0) 48 MP (1/2.0", f/3.5)
Tiefenkamera - ja ja
max. Zoomstufe 12x 30x 100x
Frontkamera 10 MP (1/3.24", f/2.2) 10 MP (1/3.24", f/2.2) 40 MP (1/2.8", f/2.2)
Akkuleistung 4.000 mAh 4.500 mAh 5.000 mAh
Maße (L x B x H) 151,7 x 69,1 x 7,9 mm 161,9 x 73,7 x 7,8 mm 166,9 x 76,0 x 8,8 mm
Gewicht 163 g 186 g 220 g
Farben Schwarz, Grau, Pink, Blau Schwarz, Grau, Blau Grau, Schwarz
Preis (UVP) 899/999 EUR 999/1.099/1.249 EUR 1.349/1.549 EUR

Starke Basis für die Galaxy S20 Smartphones

Alle Smartphones der Samsung Galaxy S20 Serie nutzen hierzulande das hauseigene Highend-SoC, den Exynos 990, welches wieder im 7-nm-EUV-Verfahren gefertigt wird und eine Dual-Core-NPU an Bord hat. Die Grafikberechnungen übernimmt eine ARM Mali-G77 MP11 und in allen Varianten kommt LPDDR5-RAM sowie schneller UFS-3.0-Speicher zum Einsatz. 

Wer sich für das Ultra-Smartphone oder eines der anderen mit 5G entscheidet, erhält außerdem das dedizierte 5G-Modem Exynos 5123, welches nicht nur in der Theorie höhere Datenraten erlaubt, sondern nun endlich auch Dual-SIM im Galaxy S20 & Co. ermöglicht. Die Koreaner setzen hierzulande auf eine Kombination aus Nano- und eSIM, um den Platz für die optionale Speichererweiterung mittels microSD-Karte weiterhin zu ermöglichen. Die Frequenzbandabdeckung soll wieder sehr breit und vor allem für 5G erweitert worden sein. Die Details stehen aber noch aus.

Bei den übrigen Kommunikationsmodulen hat sich auf dem Papier wenig getan. Ant+ ist wieder verfügbar, außerdem gibt es Wi-Fi 6 sowie Bluetooth 5.0. Letzteres ist jedoch nicht mehr der aktuelle Standard. 

Die Displaytechnologie ist ebenfalls bei allen drei Modellen identisch. Das Infinity-O-Display setzt wieder auf Dynamic-AMOLED-Technik, weist an den Längsseiten jedoch im Vergleich zum Vorgänger eine geringere Wölbung auf. Die Panelauflösung lässt sich wieder vom Nutzer einstellen und reicht bis zu QHD+ (3.200 x 1.440 Pixel, 20:9). Neu ist der 120-Hz-Modus, welcher eine flüssigere Darstellung des Inhaltes ermöglichen soll. Leider scheint dieser bislang nur mit Full HD+ zu arbeiten, obwohl sich in den Einstellungen sowohl QHD+ als auch 120 Hz gleichzeitig aktivieren lassen. Gut möglich, dass Samsung dies noch mit einem Update vor dem Marktstart erweitert. Eine Kompromisslösung zwischen einer der beiden Darstellungsvarianten würde dem Highend-Charakter der Smartphones nicht gerecht werden. Näheres wird dann der ausführliche Test zeigen. 

Nachtrag vom 13.02.2020: In puncto 5G scheint es zwischen den Modellen ebenfalls Unterschiede zu geben. So wird auf der englischsprachigen Seite von Samsung geschrieben, dass nur das Galaxy S20+ und das Galaxy S20 Ultra sowohl Sub6 als auch mmWave unterstützen, während das Galaxy S20 nur Sub6 beherrscht. Ob dies dann sowohl für die Snapdragon- als auch die Exynos-Modelle gilt, ist unklar. Wir werden bei Samsung nachfragen.

von links: Galaxy S20, Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra 5G
Galaxy S20 in Cloud Pink und Cloud Blue
Galaxy S20: Kopfseite
Galaxy S20: Unterkante
Galaxy S20: links
Galaxy S20: rechts
Galaxy S20 Plus: Cosmic Black
Galaxy S20 Plus: Oberkante
Galaxy S20 Plus: Unterkante
Galaxy S20 Plus: links
Galaxy S20 Plus: rechts
Galaxy S20 Ultra 5G: Cosmic Gray
Galaxy S20 Ultra 5G: Oberkante
Galaxy S20 Ultra 5G: Unterkante
Galaxy S20 Ultra 5G: links
Galaxy S20 Ultra 5G: rechts

Galaxy S20 Ultra als Megapixelmonster in allen Bereichen

Zoom in Action
Videoauflösungen

Die größten Unterschiede machen die Kameramodule des Galaxy-S20-Reihe aus. Während das S20 und S20+ sich sehr ähneln, spielt das S20 Ultra in einer anderen Liga. Als erstes fällt auf, dass Samsung beim Weitwinkelobjektiv nun nicht mehr auf eine variable, sondern eine fest 1,8-er-Blende setzt. Außerdem wurden die Teleobjektive mit hauseigenen Sensoren aufgepumpt, die beim S20 (Plus) 64 MP liefern und einen leistungsstarken Hybrid-Zoom bereitstellt. So kann das Galaxy S20 Motive bis zu 12-fach, das Galaxy S20+ bis 30-fach und das Galaxy S20 Ultra mit dem Space-Zoom bis zu 100-fach vergrößern. Angaben zur optischen Vergrößerungsleistung der Telelinsen macht Samsung nicht. 

Der Zoom wurde prima in die Kamera-App der Galaxy-Smartphones implementiert. So wird bei höheren Zoomstufen ein zusätzliches Display eingeblendet, welches das gesamte Motiv anzeigt und welcher Bereich aktuell vergrößert dargestellt wird (siehe Screenshot). Wer jedoch mit den langen Zooms arbeiten möchte, benötigt auf jeden Fall ein Stativ, da jedes kleinste Wackeln direkt quittiert wird. 

Der neue 108-MP-Sensor Samsung ISOCELL Bright HM1 ist dem Galaxy S20 Ultra vorbehalten und fasst nicht nur vier Pixel zu einem Super-Pixel zusammen, sondern gleich neun, sodass das Ausgangsbild wieder nur 12 MP besitzt. Dies soll vor allem im Dunkeln noch bessere Aufnahmen ermöglichen, ob dies auch ausreicht, um Huawei in diesem Bereich vom Thron zu stoßen, wird erst der Test zeigen. Vor allem bei den Tests der Xiaomi Mi Note 10 und Note 10 Pro Smartphones, welche mit dem HMX einen ähnlichen Sensor nutzen, wurde schnell sichtbar, dass hier auch die verbauten Linsen eine große Rolle spielen. Eine Nutzung der vollen Auflösung ist ebenfalls möglich. Mit dem Modus „Single Take“ lösen alle Kameras gleichzeitig aus und stellen bis zu 14 Aufnahmen zur Verfügung, aus denen das beste gewählt werden kann. 

Die beiden größeren Modelle besitzen zudem eine zusätzliche Optik für das Sammeln der Tiefeninformationen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen ToF-Sensor, sondern lediglich um eine 3D-VGA-Kamera. 

Außerdem gibt es nun die Möglichkeit, Videos auch in 8k (7.680 x 4.320 Pixel) aufzuzeichnen. Die Videos mit der Frontkamera beherrschen Ultra HD mit bis zu 60 FPS, außerdem besitzen alle Modelle auch auf der Vorderseite einen Autofokus, lediglich das Ultra-Modell kann hier auf einen größeren Sensor zurückgreifen. 

Die ersten wenigen Aufnahmen mit den Galaxy-S20-Smartphones haben uns gut gefallen, für eine abschließende Bewertung ist es jedoch sicherlich noch viel zu früh und erst die finalen Geräte werden zeigen, was die neuen Modelle leisten können. 

Nachtrag vom 13.02.2020: Weiterführende Informationen zu den Zoom-Eigenschaften finden Sie hier.

Galaxy S20 Ultra: 10-facher Zoom
Galaxy S20 Ultra: Standard
Galaxy S20 Ultra: 10-facher Zoom

vorläufiges Fazit - Galaxy S20 mit viel Potenzial

Im ersten Test: Samsung Galaxy S20 Serie
Im ersten Test: Samsung Galaxy S20 Serie

Samsung hat seine Flaggschiffreihe an vielen Stellen verbessert und die neuen Modelle haben enorm viel Potenzial. Vor allem das riesige Galaxy S20 Ultra soll Huawei und Apple das fürchten leeren. Vom Formfaktor gefällt uns das kleinste der drei Modelle jedoch am besten. Das Galaxy S20 ist trotz des großen Akkus erstaunlich schlank und leicht, hier hat Samsung ein tolles Stück Ingenieurskunst abgeliefert und besitzt zudem auch die größte Farbauswahl. 

Im Test wird sich zeigen müssen, ob der hohe Aufpreis zum Galaxy S20 Ultra gerechtfertigt ist und vor allem die Kamera wird liefern müssen. Aber auch von dem größeren Akku erwarten wir, dass die Laufzeiten spürbar länger ausfallen sollten. In diesem Bereich wird vor allem in Europa und Korea der neue Exynos-Chip eine entscheidende Rolle spielen, denn dessen Vorgänger konnten zuletzt nicht mit einer hohen Effizienz punkten, sondern lieferte schlechtere Akkulaufzeiten als die Modelle mit dem Qualcomm-Chipsatz. 

Wer als erstes sein Galaxy-S20-Handy in den Händen halten möchte, sollte die Vorbestelleraktionen nutzen, bei denen es die ebenfalls neu vorgestellten TWS-Kopfhörer Galaxy Buds+ kostenlos dazu gibt. Leider nehmen nur die beiden teureren Modelle an der Aktion teil. 

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Autor: Daniel Schmidt, 12.02.2020 (Update: 30.03.2020)
Daniel Schmidt
Daniel Schmidt - Managing Editor Mobile - @Tellheim
Bereits als kleiner Zwerg fesselte mich mein Commodore 16 und entfachte meinen Enthusiasmus für Computer. Mit meinem ersten Modem surfte ich im Btx und später auch im World Wide Web. Die neuesten Techniktrends haben mich von jeher gefesselt und das gilt vor allem auch für mobile Geräte, wie Smartphones und Tablets. Für Notebookcheck bin ich seit 2013 am Ball und freue mich auf die Neuerungen, die noch kommen und wir für Sie auf Herz und Nieren testen werden.