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Intel killt Broxton und Sofia Atom Chips

Nach Cherry Trail kommt für mobile Plattformen ... nichts mehr
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Bei Intel geht es rund: Nach der geplanten Entlassung mehrerer tausend Mitarbeiter und Neuausrichtung des Konzerns, zieht sich der Konzern vorerst auch aus dem wenig profitablen Geschäft mit Tablet- und Smartphone-SOCs zurück.

Erst vor wenigen Wochen, auf dem Intel Developer Forum in Shenzhen hat Intel die Apollo Lake Plattform als Nachfolger für die gern in Netbooks verwendeten Braswell Atom-CPUs vorgestellt. Nach Willen von Intel sollen diese im 14nm Goldmont-Verfahren produzierten Chips in "Cloudbooks" den Low-Cost-Notebook-Markt mit Displaydiagonalen zwischen 11 und 13 Zoll weiterentwickeln. Für die mobilen Plattformen streicht Intel allerdings die für dieses Jahr geplante Atom-Linie komplett. Sowohl der Braxton als auch die als Sofia titulierten Integrated SOCs aus Atom-CPU und Modem sind nun Geschichte: Intel zieht sich komplett aus dem Geschäft mit Mobilprozessoren für Smartphones und Tablets zurück und überlässt das Feld den unzähligen hier sehr erfolgreichen ARM-kompatiblen-SOCs von Qualcomm, Samsung, Apple und anderen.

Tablets mit Windows 10

Das hinterlässt ein Loch für Nachfolger von Mittelklasse-Tablets wie dem Surface 3 (nicht der Pro-Reihe, welche ja Core-M beziehungsweise Core-i-CPUs verwendet). Vermutlich wird die eingangs erwähnte Apollo Lake-Plattform hier einspringen und zukünftige x86-kompatible Tablets mit Windows 10 antreiben. Etwas höherpreisige Modelle könnten gleich auf die Core-M-Plattform ausweichen, die Intel ja für leistungsstärkere, lüfterlose Tablets und Convertibles optimiert hat und aufgrund der Verwandtschaft zu den Core-i-Prozessoren deutlich leistungsfähiger als die Atom-CPUs sind.

Zukünftige Strategie

Ein Nachfolger der Apollo Lake Atom Chips für die Jahre ab 2017 ist aber derzeit noch auf keiner Roadmap zu finden. Ob sich Intel längerfristig aus diesem Markt auch noch zurückziehen wird, ist bislang nicht bekannt. Laut Intel's zukünftiger Strategie will sich der Konzern auf die 5 hoch-profitablen Massenmärkte Cloud, Internet der Dinge (IoT), Speicher und FPGA, den LTE-Nachfolger 5G sowie Forschung und Entwicklung (Moore's Law) konzentrieren. Als Teil der kompletten Neuausrichtung des Konzerns hat Intel angekündigt bis 2017 11 Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen und sich weniger abhängig von der anhaltenden Schwäche des PC-Markts zu machen. 

Quelle(n)

Bild: http://tweakers.net/nieuws/99863/intel-stelt-broxton-soc-voor-high-end-smartphones-en-tablets-uit-tot-2016.html

www.anandtech.com/show/10288/intel-broxton-sofia-smartphone-socs-cancelled

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Autor: Alexander Fagot,  1.05.2016 (Update:  1.05.2016)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.