In Japan fährt ab sofort eine aufwendig angepasste Series-885-Garnitur im Super-Mario-Design auf den Schienen des Schmalspurnetzes. Doch auch für das Normalspurnetz, welches der Shinkansen nutzt, ist eine Anpassung geplant. Dazu wird demnächst noch ein Series N700S Shinkansen einem Redesign unterzogen, der eine Besonderheit ist, und anschließend kommt noch ein N800 als Super-Mario-Zug ins Netz.
Die Kampagne von JR Kyushu in Kooperation mit Nintendo startete am 29. November und läuft insgesamt bis zum 30. Juni 2026 auf unterschiedlichen Strecken und wird zudem von zahlreichen Veranstaltungen begleitet.
Den Anfang macht die Series 885
Der erste Zug ist ein elektrischer Triebzug der Baureihe 885. Der fährt ab sofort ab dem Bahnhof Hakata (also Fukuoka). Es gibt aber verschiedene Ziele, so dass man sich vor Ort den Fahrplan anschauen sollte. Interessanterweise hat JR Kyushu bisher kein echtes Bild des Zuges veröffentlicht. Im Netz finden sich zwar einige Bilder zu der Aktion, doch das Design und die Zuggarnitur passen nicht zusammen, sodass wir von einem KI-Bild ausgehen, oder einer älteren Aktion. Unklar ist auch, wie die Züge von Innen aussehen. Wer den Hello-Kitty-Shinkansen kennt, weiß, dass Japan sich selbst beim Innendesign Mühe gibt.
Unabhängig davon wird die Series 885 im Redesign neben Zielen wie Ōita, Sasebo und Kokura auch als Relay Kamome nach Takeo Onsen fahren. Das ist vor allem wichtig für den Zug, der ab dem 7. Februar 2026 mit einem Redesign fährt.
Der Series N700S ist nämlich der erste Shinkansen, der im Rahmen der Kooperation zwischen JR Kyushu und Nintendo auf die Gleise geschickt wird. Er operiert aber nur auf dem erst drei Jahre jungen Nishi-Kyūshū-Shinkansen. Von Takeo Onsen geht es in etwa 30 Minuten mit dem Kamome nach Nagasaki. Dieses Shinkansen-Netz ist unabhängig vom restlichen Hochgeschwindigkeitsnetz. Ein Weiterbau bis Fukuoka/Hakata ist zwar angedacht, eine Fertigstellung aber noch nicht absehbar. Japan hat derzeit drei große Shinkansen-Projekte im Bau. Die Magnetbahn Chūō-Shinkansen, die Weiterführung nach Sapporo und der Lückenschluss zwischen Tsuruga und Kyōto.
In der Zwischenzeit arbeitet sich der Relay Kamome als Zubringer für den Kamome. Der Umstieg ist aber kein großes Hindernis. Wir sind diese Verbindung dieses Jahr bereits gefahren. Man springt in Takeo Onsen eigentlich nur in den Zug gegenüber. Angst um seinen Anschluss muss man nicht haben. Die Japaner achten sehr darauf, dass dieser Anschluss gewährleistet wird.
Umstieg von einem Super-Mario-Zug in einen anderen?
Mit etwas Glück müsste es also möglich sein, von Hakata mit dem Series-885-Super-Mario-Zug nach Takeo Onsen zu fahren und dort ab Februar in den Super-Mario-Shinkansen einzusteigen. Noch gibt es aber keine Fahrpläne. Tickets sollten kein Problem sein. Der Nishi-Kyūshū-Shinkansen ist noch zu neu und kann mangels Verbindung zum Hauptnetz sein volles Potenzial noch nicht ausschöpfen. Nach unserer Erfahrung sind die Züge nicht sonderlich gut ausgelastet.
Ab dem 7. März 2026 fährt dann zusätzlich ein Series 800 Shinkansen auf dem Hauptnetz. Er wird als Tsubame auf dem Kyūshū-Shinkansen verkehren, also zwischen Hakata und Kagoshima-Chūō. Der Tsubame ist mit dem Kodama in Zentral-Japan vergleichbar, also ein Shinkansen, der praktisch jeden Bahnhof mitnimmt und damit einen Regionalzugcharakter hat. Er ist daher recht langsam in der Region unterwegs und eignet sich eher für das Erkunden der Region. Die Aktion dürfte daher auch den Tourismus im Westen des Landes (Kyūshū) stärken. Fukuoka ist zudem eine Stadt mit einer vergleichsweise jungen Bevölkerung und touristisch nicht so überlaufen wie die Kansai- oder Kantō-Region.
Zusätzlich werden einige Busse der Hikoboshi Line ebenfalls für die Super-Mario-Kampagne angepasst. Die fahren zwischen Seoda und Hita als Bus Rapid Transit. BRT-Systeme sind üblicherweise Busse, die besonders schnell und oft auch spezielle Infrastruktur nutzen, manchmal sogar mit Hochflugfahrzeugen, die spezielle Bussteige brauchen. Den uns vorliegenden Informationen zufolge ist die Hikoboshi-Line aber anscheinend eine Art Minibus, die zudem eine durch Sturmschäden ausgefallene Bahnstrecke ersetzt. Weitere Informationen gibt es im lesenswerten Bericht zur Hikoboshi Line von The Mainichi.
Weiterhin gehört zu der Kampagne eine Stempel-Rally und es gibt umfangreiches Merchandise-Material zu kaufen. Angefangen bei Stickern, Schlüsselanhängern bis hin zu Magneten. Zuguterletzt werden außerdem 22 Stationen von JR Kyushu mit Super-Mario-Charakteren dekoriert und es gibt auch noch zahlreiche Pop-up-Stores in der Region.

















