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Selbstfahrender Apple-Car in Unfall verwickelt

Hier sieht man einen Lexus RX450h, den Apple fürs autonome Fahren umgerüstet hat. (Bild: Twitter/@idiggapple)
Hier sieht man einen Lexus RX450h, den Apple fürs autonome Fahren umgerüstet hat. (Bild: Twitter/@idiggapple)
Auch Apple hat es erwischt. Nach Tesla, Waymo und Uber ist zum ersten Mal auch ein Testwagen von Apple, der mit Hard- und Software zum autonomen Fahren ausgerüstet ist, an einem Unfall beteiligt. Die gute Nachricht für das Unternehmen aus Cupertino: Das Auto von Apple ist nicht der Unfallverursacher. Dennoch lassen sich daran nicht nur Apples Bemühungen im Bereich des autonomen Fahrens erkennen, sondern auch die Gefahren selbstfahrender Testfahrzeuge.

Eine Zeit lang sah es so aus, als ob Apple im Rahmen seines Projekt Titan ein eigenes selbstfahrendes E-Auto entwickeln wollte. Mittlerweile backt das Unternehmen aus Cupertino, dem unter der Leitung von Tim Cook in den letzten Jahren ein wenig der Mut zum Risiko zu fehlen scheint, kleinere Brötchen und gibt sich damit zufrieden, vornehmlich an einer Software zum autonomen Fahren zu arbeiten.

Um diese Software und das dazugehörige Hardware-Kit zu testen und weiterzuentwickeln, hat Apple über 60 Lexus-Hybrid-SUVs umgerüstet und fährt mit ihnen über die Straßen Kaliforniens. Der Smartphone-Hersteller ist damit jedoch keineswegs allein: Um die 60 andere Firmen - darunter auch deutsche Autobauer - haben Testfahrzeuge bei der kalifornischen Verkehrsbehörde registriert, zu deren Auflagen unter anderem zählt, dass jeder Unfall, an dem eines dieser selbstfahrenden Testfahrzeuge beteiligt ist, gemeldet werden muss.

So musste auch jüngst Apple einen Unfall melden. Eines von Apples Testfahrzeugen war mit lediglich um die 1,5 Kilometer pro Stunde auf einer Auffahrt auf eine Schnellstraße unterwegs als von hinten ein Nissan Leaf mit 25 Stundenkilometern angefahren kam und mit Apples Lexus zusammenstieß. Da es sich eindeutig um einen Auffahrunfall handelt, ist Apple also weitgehend unschuldig.

Jedoch zeigt sich hier ein häufiger Unfallgrund bei selbstfahrenden Autos in den frühen Phasen der Entwicklung: Sie sind aus Gründen der Sicherheit so programmiert, dass sie sich in vielen Situationen sehr vorsichtig verhalten und deshalb manchmal verlangsamen oder plötzlich anhalten. Dies kann sie zum Verkehrshindernis machen. Wenn menschliche Verkehrsteilnehmer nicht damit rechnen und nicht schnell genug reagieren, kann es zu einem Unfall kommen, wie der jüngste Fall einmal mehr belegt.

Dennoch sollte man die Gefahren, die die Tests mit sich bringen, in Kauf nehmen, da sehr wahrscheinlich langfristig unzählige Unfälle vermieden und dadurch tausende Menschenleben gerettet werden können. Selbstverständlich müssen Maßnahmen ergriffen werden, die tödliche Unfälle wie das Unglück, das in diesem Frühjahr durch einen Driverless Car von Uber verursacht wurde, zuverlässig vermeiden.

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Autor: Tobias Häuser,  4.09.2018 (Update:  4.09.2018)
Tobias Häuser
Tobias Häuser - News Editor
Während meines Philosophiestudiums in Tübingen und New York habe ich mich mit ethischen Fragen des technischen Fortschritts, Künstlicher Intelligenz und der Zukunft einer digitalisierten und automatisierten Gesellschaft befasst. Technik fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Notebooks, umfasst aber letztlich das ganze Gebiet der Unterhaltungselektronik und darüber hinaus E-Mobilität, autonomes Fahren, KI und Raumfahrt. Wenn ich nicht gerade als freischaffender Journalist, Publizist und Online-Redakteur tätig bin, beschäftige ich mich mit Kunst und Literatur, gehe viel auf Reisen und wandern, aber vor allem schreibe ich in jeder freien Minute an meinen Büchern.