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IFA 2017 | Sony RX0-ActionCam: Mit 1 Zoll & Super-Zeitlupe gegen GoPro

Mit der RX0 verstärkt Sony seinen Kampf um die beste Action-Cam am Markt.
Mit der RX0 verstärkt Sony seinen Kampf um die beste Action-Cam am Markt.
Auf der IFA 2017 stellt Sony eine neue Action-Cam-Serie vor, deren erstes Gerät mit einem 1 Zoll Sensor, Zeiss-Optik und der von Xperia-Smartphones bekannten 960 fps-Zeitlupen-Funktion aktuellen Action-Cams des Platzhirschen GoPro deutlich überlegen ist. Der hohe Preis und ein genauer Blick in das Datenblatt machen allerdings stutzig. Wird hier mehr versprochen, als Sony halten kann?

Die Sony RX0 integriert einen 15,3 Megapixel Exmor RS-Sensor dessen 1 Zoll-Format für eine Action-Cam ungewöhnlich groß ist und auch bei schlechten Lichtbedingungen eine hohe Lichtausbeute verspricht. Das Zeiss-Objektiv bietet eine fixe Blende von F4 und eine 24 mm Weitwinkel-Brennweite. Gute Voraussetzungen, um den Platzhirschen am Markt, GoPro und der populären China-Marke Yi, Paroli zu bieten, zumal Sony das ganze in einem 59 x 40 x 30 mm kleinen Gehäuse nach IPX8-Norm bis zu 10 m wasserdicht und nach MIL-STD810G-Standard stoß- und bruchfest verpackt hat. 

Auch die Bild- und Videobearbeitung scheint der Konkurrenz voraus zu sein. Der Sony Bionz X-Prozessor schafft Bildauslösezeiten bis zu 1/32.000 und maximal 16 Serienbilder pro Sekunde, Aufnahmen im RAW-Format sind möglich. Im Videobereich werden Full-HD-Aufnahmen bei 240 fps, 480 fps und sogar 960 beziehungsweise 1.000 fps erreicht, was wir von den Xperia-Smartphones mit Motion-Eye-Kamera kennen. Sony schummelt hier allerdings ein wenig. Wenn man sich das Datenblatt im Detail ansieht, wird klar, dass es bei den Slow-Mo-Aufnahmen ab 240 fps zwei Modi gibt: "Quality Priority" und "Shoot Time Priority". In Letzterem sinkt die Anzahl der effektiv verfügbaren Pixel beispielsweise auf bis zu 800 x 270 Pixel. Von Full-HD also sehr sehr weit entfernt.

Überraschend ist auch, dass das Datenblatt (siehe unten) keine 4K-Recording-Modi anführt. Bei der Yi-4k+ Actioncam sind da beispielsweise 60 fps möglich, Sony kann 4K-Aufnahmen zwar direkt und unkomprimiert an den HDMI-Ausgang ausgeben, eine interne Aufnahme scheint aber nicht vorgesehen zu sein. Im Zusammenspiel mit mehreren RX0-Cams erlaubt Sony umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten um beispielsweise VR-Aufnahmen zu erstellen. Schade, dass der Hersteller beim USB-Port nach wie vor auf das veraltete Micro-USB und USB 2.0 setzt. Auch das integrierte WLAN ist auf den 2,4 Ghz-Bereich beschränkt. Das rückseitige 1,5 Zoll-Display ist nicht touch-fähig, Sony setzt nach wie vor auf Hardware-Buttons. Die RX0 soll ab Oktober um stolze 850 Euro erhältlich sein, ein großes Zubehörprogramm steht dann ebenfalls zur Verfügung.

 

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Autor: Alexander Fagot,  1.09.2017 (Update:  1.09.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.