Notebookcheck

Test Asus ZenPad S 8.0 Z580CA Tablet

Patrick Afschar Kaboli, Tanja Hinum, 09.09.2015

Das Tablet der Weisen. Zen bedeutet, das Leben zu leben – in seiner ganzen Fülle. Ein hoher Anspruch. Den stellt auch Asus an seinen jüngsten Tablet-Spross. Das ZenPad S 8.0 soll aktuell das flachste seiner Art sein und bietet satte 4 GB RAM. Asus spricht von Schönheit, Stärke und Luxus. Und das Ganze zu einem fairen Preis.

Tablets von Asus zählten in der jüngeren Vergangenheit eher zu den Volumenmodellen der Mittelklasse. Ein echtes Highlight haben die Taiwaner schon geraume Zeit nicht mehr vorgestellt. Das hat sich mit der IFA 2015 geändert. In Berlin präsentierte Asus erstmals seine neue ZenPad-Familie, zu der auch unser aktuelles Testgerät zählt. Das ZenPad S 8.0 Z580CA stellt die aktuelle Speerspitze im Tablet-Programm von Asus dar. Laut Hersteller ist es das flachste Tablet überhaupt und das erste mit satten vier GB Arbeitsspeicher. Letzteres können wir unterschreiben. Den Titel "Flachstes Tablet der Welt" trägt aber weiterhin das Sony Xperia Z3 Tablet Compact, einer der schärfsten Konkurrenten des Asus ZenPad S 8.0. Zen – das bedeutet bei Asus eigentlich immer Highend, und das will auch das jüngste Tablet-Modell der Taiwaner sein. Die Zutaten dafür lauten: leistungsstarke Basis, umfassende Ausstattung, ordentliche Kameras sowie ein helles, kontraststarkes und hochauflösendes Display. Wirft man einen Blick auf das Datenblatt, so sollte unser Testgerät diese Eigenschaften allesamt weitgehend erfüllen. Immerhin kommen ein potenter Intel-Atom-Prozessor mit vier Kernen und 2,33 GHz Boost-Takt, eine PowerVR G6430 GPU und die eben schon angesprochenen vier GB RAM zum Einsatz. Das Display basiert auf der IPS-Technik und bietet die von Apple bekannte Retina-Auflösung. Auch bei den Kameras und der übrigen Ausstattung macht Asus keine halben Sachen und verbaut moderne Komponenten. Für das ZenPad S gibt es außerdem einen aktiven Eingabestift namens Z Stylus. Dieser schlägt mit 35 Euro zu Buche.

Als eines der wenigen Tablets weist das Asus ZenPad S 8.0 ein 4:3-Seitenverhältnis auf. Damit rückt das Apple iPad Mini 3 mit fast identischen Display-Eckdaten und vergleichbaren Abmessungen bei den möglichen Konkurrenten weit nach vorne. Auch gegen Angriffe des Samsung Galaxy Tab S 8.4 muss sich das ZenPad erwehren. 

Erhältlich wird das Asus ZenPad S 8.0 wohl in einigen Versionen sein. Unser Testmodell mit 64 GB Speicher dürfte mit einer Preisempfehlung von 350 Euro das zweitteuerste Modell hinter der ebenso großen LTE-Variante sein. Zudem hat Asus Versionen mit 16 und 32 GB Speicher angekündigt. Die offiziellen Preise sind bis dato nur teilweise bekannt. So ruft Asus für die kleinste Version ohne LTE rund 270 Euro auf. Ein fairer Preis, zumal der interne Speicher stets um bis zu 128 GB erweitert werden kann. Die Farbauswahl ist mit Schwarz oder Weiß hingegen sehr eingeschränkt.

Asus ZenPad S 8.0 Z580CA (ZenPad Serie)
Grafikkarte
Hauptspeicher
4096 MB 
, 64-bit Dual Channel LPDDR3
Bildschirm
8 Zoll 4:3, 2048 x 1536 Pixel, 10-Finger-Multitouch, Kapazitiv, IPS, ASUS Tru2Life+ technolog, spiegelnd: ja
Massenspeicher
64 GB SSD, 64 GB 
, 52 GB verfügbar
Anschlüsse
1 USB 3.0 / 3.1 Gen1, Audio Anschlüsse: 3,5-mm-Klinke, Card Reader: Micro SD Card Reader, up to 128GB (SDXC), Sensoren: G-Sensor, E-compass, GPS/Glonass/BDS, Light-Sensor, Hall Sensor
Netzwerk
802.11 a/b/g/n/ac (a/b/g/n = Wi-Fi 4/ac = Wi-Fi 5), Bluetooth 4.1
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 6.6 x 203.2 x 134.5
Akku
15 Wh Lithium-Polymer, Akkulaufzeit (laut Hersteller): 8 h
Betriebssystem
Android 5.0 Lollipop
Kamera
Webcam: Rear: 8MP, Auto-Focus, Large Aperture f/2.0 With Blue Glass Infrared Filter; Front: MP, Auto-Focus, Large Aperture f/2.0
Sonstiges
Lautsprecher: Dual-Front Stereo Speaker (2 x 1 W) with with DTS HD Premium Sound, Tastatur: Virtuell, 24 Monate Garantie,
USB Type-C 
Gewicht
298 g
Preis
350 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Gehäuse

Beim Thema Gehäuse können wir der Preview nicht mehr viel hinzufügen. Auch nach intensiverer Betrachtung kommen wir zum gleichen Ergebnis: hübsch, aber nicht ohne Makel. Die Vorderseite des Asus ZenPad S 8.0 sieht aus wie bei jedem anderen Tablet auch, zumindest fast. Der Rahmen an den Längsseiten fällt recht schmal aus, insgesamt wirkt das 8-Zoll-Tablet kompakt. Und es liegt sehr angenehm in der Hand. Das geringe Gewicht von etwa 300 Gramm macht sich hier sehr positiv bemerkbar. Aber auch in diesem Punkt – wie schon bei der Bauhöhe – gibt das Sony Xperia Tablet Z3 Compact den Ton an. Dessen Gehäuse lässt aber an Stabilität vermissen. Das ist leider beim Asus-Flaggschiff nicht anders. Trotz der einwandfreien Verarbeitung und der angenehmen Haptik des verwendeten Kunststoffs fällt die Stabilität nicht überzeugend aus. Verwindungsversuche quittiert das Tablet schon recht früh mit vernehmbarem Knacken, zudem werden Wellenbildungen im Display sichtbar. Die Optik des Tablets war den Asus-Ingenieuren wohl wichtiger als die Qualität. Denn fürs Auge hat vor allem die Rückseite des ZenPad durchaus was zu bieten. Mit seinen zwei unterschiedlichen Oberflächenstrukturen und dem minimalen Absatz zwischen der rauen und der glatten Fläche sieht das ZenPad fast wie eine moderne Handtasche aus. Ob sich die Rückseite im Alltagseinsatz als praxistauglich erweist, muss sich erst noch zeigen. Wir vermuten, dass der minimale Spalt Verschmutzungen anziehen wird. Zudem wäre eine durchgehend raue Rückseite sicher rutschsicherer. 

Die Bedientasten sitzen wackelfrei und stabil im Gehäuse, auch der microSD-Slot ist fast nahtlos in den Gehäuserahmen integriert – trotz der kleinen Klappe, die vor eindringendem Staub schützen soll. Öffnen lässt sich das Gehäuse nicht, das Wechseln des Akkus ist also nicht möglich.

213.3 mm 123.6 mm 6.4 mm 271 g212.8 mm 125.6 mm 6.6 mm 301 g203.2 mm 134.5 mm 6.6 mm 298 g200 mm 134.7 mm 7.5 mm 331 g

Ausstattung

Nicht eindeutig Richtung Highend weist die Ausstattung des ZenPad S 8.0. Asus packt zwar ordentlich was rein in sein neues Flaggschiff. Den Beginn macht die leistungsstarke technische Basis, auf die wir im Kapitel "Leistung" aber noch ausführlich zu sprechen kommen. Doch schon die "normale" Ausstattung ist nicht lückenlos. Das beginnt schon bei der USB C-Type-Buchse, die USB 3.0 beherrscht und ein seitenverkehrtes Einstecken des Kabels verhindert. Mit einem entsprechenden Adapter agiert die Buchse auch als OTG-Host und akzeptiert beispielsweise externe Mäuse und Tastaturen. Eine Unterstützung für MHL oder Slim-Port gibt es hingegen nicht. HD-Material lässt sich daher nur per Miracast auf externe Geräte ausgeben. NFC ist ebenfalls nicht an Bord. Dafür bringt das ZenPad S 8.0 einen microSD-Port mit, der Speicherkarten mit bis zu 128 GB Kapazität akzeptiert. Die Möglichkeit, Apps auf die SD-Karte zu verschieben, bietet es hingegen nicht.

Links: microSD-Slot
Links: microSD-Slot
Rechts: Lautstärke, Power
Rechts: Lautstärke, Power
Oben: 3,5-mm-Klinke
Oben: 3,5-mm-Klinke
Unten: Mikro, USB Type-C
Unten: Mikro, USB Type-C

Software

Nicht topaktuell, aber auf Höhe der Zeit präsentiert sich das Asus ZenPad S in Sachen Betriebssystem. Android 5.0 zählt immerhin schon zur Lollipop-Reihe und bringt viele moderne Features mit sich. Auf die aktuelle und schlichte Optik von Lollipop verzichtet Asus aber und pflanzt dem Android-System seine hauseigene Oberfläche in der neuesten Version drauf. Laut Hersteller bringt die ZenUI 2.0 mehr als tausend nützliche Zusatzfunktionen mit. Das können wir nicht bis ins Detail beurteilen. Fest steht, ZenUI ist deutlich bunter als das unberührte Android 5.0. Die Funktionalität leidet indes nicht unter dem farbenfrohen Äußeren. Das auf einer Seite zusammengefasste Einstellungsmenü gefällt uns beispielsweise sehr gut. Lediglich die starke Kategorisierung nach Ordnern erschwert anfangs die Suche bestimmter Apps. Andererseits befindet sich bereits im Auslieferungszustand eine Vielzahl an Apps auf dem ZenPad, die ohne ein Ordnersystem völlig unüberschaubar wäre. Hier schießt Asus mit seinen kostenlosen Dreingaben ein wenig über das Ziel hinaus. Dennoch sind auch einige nützliche Programme zu finden, etwa die speziell auf den Einsatz des Z Stylus zugeschnittenen Apps. Lobenswerterweise lassen sich alle Apps, auch lästige Bloatware, deinstallieren. Sogar eine App zum System-Cleaning ist mit an Bord.

GPS Test: outdoor
GPS Test: outdoor
GSP Test: indoor
GSP Test: indoor

Kommunikation & GPS 

Kaum Wünsche offen lässt das Asus ZenPad S 8.0 bei den kabellosen Kommunikationsschnittstellen. Das WLAN-Modul funkt sowohl in den mittlerweile häufig stark frequentierten 2,4-GHz-Netzen als auch auf dem 5-GHz-Band, das bis dato erheblich weniger belastet ist. Mit der Unterstützung von 802.11ac steht auch der aktuell schnellste WLAN-Standard zur Verfügung. Die maximale Bandbreite des verbauten Moduls liegt bei 433 Mbit/s. Bei der Empfangsstärke konnte uns das Asus ZenPad S indes nicht überzeugen. Schon durch nur eine Wand hindurch bei etwa vier Metern Abstand zum Router ging die Bandbreite schon spürbar in den Keller. Nach der zweiten Wand war dann auch schon Schluss. Im 2,4-GHz-Bereich war die Reichweite hingegen absolut im Rahmen.  

Bluetooth ist natürlich auch mit an Bord, und zwar in der jüngsten Ausbaustufe 4.1. Der kleine Versionssprung innerhalb der vierten Bluetooth-Revision bringt zwar nur noch eine Handvoll Optimierungen, aber die können durchaus den Unterschied machen. So stört Bluetooth 4.1 ein auf dem Frequenzband in der Nähe liegendes LTE-Signal erheblich weniger als noch 4.0. Zudem lassen sich im Audio- und Videobereich Intervalle festlegen, innerhalb derer sich gepairte Geräte ad hoc wieder verbinden und eine bereits begonnene Wiedergabe nahtlos fortsetzen.

Der verbaute GPS-Sensor kommuniziert auch mit dem russischen Glonass- und dem chinesischen Beidou-Satellitensystem. Der Sat-Fix innerhalb geschlossener Räume geht fast genauso schnell vonstatten wie unter freiem Himmel – innerhalb weniger Sekunden. Zur Überprüfung der Aufzeichnungsgenauigkeit fahren wir eine rund acht Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad über Straßen, Feldwege und durch den Wald. Auch eine Brückenüberfahrt ist dabei. Als Referenz ziehen wir das spezialisierte Fahrrad-Navi Garmin Edge 500 heran. Dabei offenbart das Asus ZenPad Stärken und Schwächen. Denn während die Gesamtstrecke bis auf zwei Prozent genau gemessen wurde, zeigt sich auch, dass das Tablet bei engen Kehren eher den direkten Weg statt den durch die Kurve wählt. Die Brücke lässt es ganz aus. Unterm Strich passt die Leistung des GPS-Empfängers aber.

Asus ZenPad S 8.0: Übersicht
Asus ZenPad S 8.0: Übersicht
Asus ZenPad S 8.0: Waldpassage
Asus ZenPad S 8.0: Waldpassage
Asus ZenPad S 8.0: Brückenüberfahrt
Asus ZenPad S 8.0: Brückenüberfahrt
Garmin Edge 500: Übersicht
Garmin Edge 500: Übersicht
Garmin Edge 500: Waldpassage
Garmin Edge 500: Waldpassage
Garmin Edge 500: Brückenüberfahrt
Garmin Edge 500: Brückenüberfahrt

Kameras

Für ein Tablet macht das Datenblatt im Kamerabereich direkt Lust auf ein paar Aufnahmen. Zwar sind die acht Megapixel am Heck mittlerweile Standard in der Tablet-Oberklasse. Eine selfie-taugliche Knipse mit fünf Megapixel an der Front bietet bis dato aber kein anderes Tablet. Auch die technischen Daten der Kameras klingen vielversprechend. So arbeiten beide Optiken mit einer Offenblende von f/2.0, was auf brauchbare Aufnahmen auch bei Available Light hoffen lässt. Zudem zeichnen beide Kameras Videos in Full HD auf. Mit 85 Grad (Front) und 75 Grad (Hauptkamera) Bildwinkel liegen beide brennweiten-mäßig klar im Weitwinkelbereich. Die Hauptkamera stellt bis zu einer Mindestentfernung von zehn Zentimetern scharf.

Die Bildqualität der Hauptkamera geht für ein Tablet absolut in Ordnung. Bei gut ausgeleuchtetem Motiv verwöhnen die Aufnahmen mit satten, natürlichen Farben. Im Zentrum ist auch die Schärfe ausreichend hoch, zu den Rändern hin fällt diese aber sichtbar ab. Nicht schön sehen die Bereiche außerhalb des von der Schärfentiefe erfassten Teils aus. Das Bokeh ist mit einem Wort gruselig. Für schöne Portraitaufnahmen eignet sich das ZenPad daher kaum. Auch bei Restlicht macht die Kamera keine gute Figur. Schon bei wolkenverhangenem Himmel werden die Fotos deutlich zu dunkel, erste Anzeichen von ISO-Rauschen sind bereits erkennbar. Dennoch muss man sagen: Im Tablet-Bereich gehört das Asus ZenPad S 8.0 mit dieser Kameraausstattung zu den besseren seiner Zunft.

Bildervergleich

Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Position bei Touchscreens. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Foto, welches mit dem Testgerät aufgenommen wurde.

Szene 1Szene 2Szene 3

Zubehör

Zum serienmäßigen Lieferumfang des Asus ZenPad S 8.0 gehören ein 7-Watt-Netzteil, ein USB Type-C-Kabel, eine Garantiekarte und ein kleines Handbuch. Optional erhältlich sind der von uns ebenfalls getestete Z Stylus zum Preis von 35 Euro und ein TriCover genanntes Sektionalcover aus Polyurethan.

Garantie

Der Garantiezeitraum beträgt 24 Monate. Verlängerungen oder spezielle Optionen gibt es nicht.

Eingabegeräte & Bedienung

Im Mittelpunkt der Bedienung steht auch beim Asus ZenPad S der kapazitive Multitouch-Screen, der bis zu zehn Finger gleichzeitig erkennt. Das wird in der Praxis eher irrelevant sein. Ganz im Gegenteil zur Präzision. Die ist bis in die Ecken hinein hoch. Zudem wurden unsere Befehle stets zuverlässig umgesetzt. Nichts auszusetzen haben wir an Layout und Größe der virtuellen Asus-Tastatur. Damit lässt es sich treffsicher und angenehm schnell tippen, die dauerhaft eingeblendete Zahlenreihe ist durchaus hilfreich. Die Drehung des Bildschirminhalts passiert nach einer kurzen Gedenksekunde, die Gleitfähigkeit der Corning Gorilla Glass 3-Oberfläche ist vorbildlich. Ebenso wie die Verarbeitung und der Druckpunkt der Gehäusetasten.

Einen echten Mehrwert liefert Asus mit dem Z Stylus genannten Eingabestift. Nach Einlegen der Batterie ist der Stift sofort aktiv, es muss lediglich die Option im Menü des Tablets aktiviert werden, und schon kann es losgehen. Der aktive Z Stylus wird bereits beim Über-das-Display-Schweben erkannt und hinterlässt eine Spur bzw. zeigt einen Punkt. Er dient zum Blättern in Dokumenten, zum Scrollen, zum Beschneiden von Bildern oder einfach als flinker Fingerersatz. Mit der App SuperNote lassen sich schnell und einfach handschriftliche Notizen oder Zeichnungen erstellen, das klappt sehr zuverlässig. Ein leichter Input-Lag des Touchscreens ist allerdings spürbar. 

Arbeiten lässt es sich mit dem Asus ZenPad S 8.0 jederzeit flüssig. Weder im Menü noch beim Surfen sind uns Ruckler oder störende Wartezeiten aufgefallen.

Tastatur im Hochformat
Tastatur im Hochformat
Tastatur im Querformat
Tastatur im Querformat

Display

Wie beim Seitenverhältnis von 4:3 orientiert sich Asus auch bei der Auflösung an Apple und bezeichnet die 2.048 x 1.536 Bildpunkte selbst im Datenblatt als "Retina", ein Marketingbegriff der in Cupertino geprägt wurde. Es handelt sich dabei um eine QXGA-Auflösung, die bei dieser Bildschirmfläche zu einer Pixeldichte von 324 PPI führt. Das ist mehr als ausreichend, um selbst kleinste Schriften und feinste Konturen scharf wiederzugeben. Sicher, andere Hersteller haben die Auflösungen schon deutlich weiter nach oben getrieben – selbst im Smartphone-Bereich –, das ist aber bestimmt ein Stück weit auch einfach Selbstdarstellung. Und das soll keine Kritik sein. Verbaut ist ein IPS-Panel, das brillante Farben, gute Kontraste und eine hohe Blickwinkelstabilität verspricht. Geschützt wird das Display von einer Scheibe aus Corning Gorilla Glass 3, die noch akzeptable Reflexionen hervorruft. Ein Ghost-Effekt ist nicht auszumachen. Asus spricht von einem Display, das lediglich aus zwei Schichten laminiert wurde und dadurch diesen unerwünschten Effekt verhindern soll. Von den technischen Daten her passt das verbaute Display gut zum Oberklasse-Anspruch.

Das trifft auch weitgehend auf die ermittelten Messwerte zu. Die Helligkeit von maximal 377 cd/m2 liegt auf dem Niveau des Apple iPad Mini 3. Sicher nicht extrem hoch, für die meisten Situationen aber wohl ausreichend. Zusammen mit dem sehr guten Schwarzwert von 0,37 cd/m2 ergibt sich ein toller Kontrast von 997:1. Da kann das iPad nicht mithalten. Die Ausleuchtung von nur 86 Prozent gefällt uns weniger. Vor allem in den Ecken fällt die Helligkeit deutlich ab, im Alltag ist das aber nur bei sehr homogenem Bildschirminhalt erkennbar. An dem bis hierhin insgesamt guten Eindruck des Displays ändert dieser Umstand nichts.

324
cd/m²
377
cd/m²
341
cd/m²
328
cd/m²
369
cd/m²
331
cd/m²
328
cd/m²
370
cd/m²
344
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 377 cd/m² Durchschnitt: 345.8 cd/m²
Ausleuchtung: 86 %
Helligkeit Akku: 369 cd/m²
Kontrast: 997:1 (Schwarzwert: 0.37 cd/m²)
ΔE Color 5.58 | 0.6-29.43 Ø6
ΔE Greyscale 4.67 | 0.64-98 Ø6.2
86% sRGB (Argyll 3D) 70% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
Gamma: 2.25
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
PowerVR G6430, Z3580, 64 GB SSD
Apple iPad Mini 3
PowerVR G6430, A7, 16 GB eMMC Flash
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
Adreno 330, 801 MSM8974AC, 16 GB eMMC Flash
Samsung Galaxy Tab S 8.4
Mali-T628 MP6, 5420 Octa, 16 GB eMMC Flash
Bildschirm
-5%
-7%
12%
Helligkeit Bildmitte
369
357
-3%
531
44%
258
-30%
Brightness
346
344
-1%
518
50%
261
-25%
Brightness Distribution
86
86
0%
91
6%
91
6%
Schwarzwert *
0.37
0.61
-65%
0.66
-78%
Kontrast
997
585
-41%
805
-19%
DeltaE Colorchecker *
5.58
3.35
40%
6.29
-13%
3.66
34%
DeltaE Graustufen *
4.67
2.09
55%
7.04
-51%
2.51
46%
Gamma
2.25 98%
2.4 92%
2.78 79%
2.22 99%
CCT
7927 82%
6851 95%
8600 76%
6450 101%
Farbraum (Prozent von AdobeRGB 1998)
70
55
-21%
73.75
5%
100
43%
Color Space (Percent of sRGB)
86

* ... kleinere Werte sind besser

Die guten Messwerte spiegeln sich auch im subjektiven Bildeindruck wieder. Schwarze Fläche wirken bei praxisnaher Helligkeit satt und gleichmäßig, Bilder und Filme profitieren von einem hohen Kontrast und guter Durchzeichnung. An der Schärfe gibt es zudem nichts auszusetzen.

Unser Colorimeter entlarvt im Zusammenspiel mit der Software CalMAN eine etwas zu kühle Farbwiedergabe, die Abstimmung ist dennoch schon recht ordentlich. Im Menüpunkt "Bildschirmfarbmodus" lässt sich die Abstimmung zudem auf persönliche Vorlieben anpassen. So wirken Farben bei der Einstellung "Lebendig" noch leuchtender und plakativer, entfernen sich aber auch weiter von der sRGB-Referenz. Unter "Angepasst" lassen sich Farbtemperatur und Farbmischung getrennt einstellen. Mit ein wenig Übung und Trial & Error findet man so recht schnell seine bevorzugte Abstimmung. Erst im deutlich wärmeren Bereich und unter Zurücknahme von Blau konnten wir uns der sRGB-Referenz Schritt für Schritt annähern und so das Potenzial des Displays besser ausschöpfen.

Graustufen bei Werkseinstellung
Graustufen bei Werkseinstellung
sRGB-Farbraum
sRGB-Farbraum
AdobeRGB-Farbraum
AdobeRGB-Farbraum
Farbsättigung
Farbsättigung
Mischfarben sRGB bei Werkeinstellung
Mischfarben sRGB bei Werkeinstellung
Mischfarben AdobeRGB bei Werkeinstellung
Mischfarben AdobeRGB bei Werkeinstellung
Graustufen bei Farbmodus "Lebendig"
Graustufen bei Farbmodus "Lebendig"
Graustufen bei Farbmodus "Angepasst"
Graustufen bei Farbmodus "Angepasst"
Mischfarben bei Farbmodus "Lebendig"
Mischfarben bei Farbmodus "Lebendig"
Mischfarben bei Farbmodus "Angepasst"
Mischfarben bei Farbmodus "Angepasst"

Die spiegelnde Display-Oberfläche und die nicht extrem hohe Leuchtkraft erschweren den Außeneinsatz bei sehr hellem Umgebungslicht. Die Testaufnahme wurde bei leichter Bewölkung gemacht. Aber auch hier muss man das Tablet schon richtig ausrichten, denn ansonsten ist auf dem Display nicht mehr viel zu erkennen. An einem schattigen Plätzchen klappt der Außengebrauch aber einwandfrei.

Nichts zu bemängeln haben wir an der Blickwinkelstabilität des IPS-Panels. Selbst bei flachsten Einblicken können wir keine Veränderung der Farbwiedergabe feststellen. Es treten lediglich eine Verdunkelung des Bildschirminhaltes und eine Kontrastreduzierung ein. Letztlich ist die Wiedergabe aber aus allen Richtungen und Winkeln anstandslos.

Außeneinsatz
Außeneinsatz
Blickwinkel
Blickwinkel

Leistung

Fast schon traditionell setzt Asus bei seinen Tablets und Smartphones auf Prozessoren aus dem Hause Intel. Auch im neuen Flaggschiff kommt ein Chip des Marktführers zum Einsatz. Das ZenPad S 8.0 wird von einem Intel Atom Z3580, seines Zeichens ein sehr leistungsfähiger Vierkern-Prozessor, der bis zu 2,33 GHz Taktfrequenz erreicht, angetrieben. Leistungsmäßig zählt der auf der Moorefield-Plattform basierende Chip vielleicht nicht mehr zur absoluten Highend-Elite. Mehr als ausreichend Power für alle denkbaren Anforderungen sollte er aber in jedem Fall bereitstellen. Flankiert wird der Prozessor von einer PowerVR G6430 aus dem Hause Imagination. Zum Zeitpunkt ihrer Vorstellung war die GPU eine der schnellsten überhaupt. Aktuell würden wir sie nurmehr der oberen Mittelklasse zuordnen. Bis dato konkurrenzlos steht das Asus ZenPad S 8.0 beim Thema Arbeitsspeicher da. Satte 4 GB RAM bietet bisher kein anderes Tablet.

Dass Asus aufs richtige Pferd gesetzt hat, zeigt sich bereits bei den synthetischen Benchmarks. Die Ergebnisse beim Geekbench 3 und beim AnTuTu v5 liegen mindestens auf Augenhöhe mit der starken Konkurrenz, meist schneidet das Intel-SoC sogar etwas stärker ab als die Konkurrenz mit Komponenten von Qualcomm oder Apple. Ein hervorragendes Ergebnis erzielt das ZenPad beim PCMark for Android. Hier distanziert es das Sony Xperia Z3 Tablet Compact um Längen.

Auch bei den grafiklastigeren Tests schlägt sich das Asus ZenPad mehr als wacker. Im 3DMark IceStorm Unlimited zeiht es den Vergleichsgeräten davon. Im GFXBench 3.0 muss es sich offscreen nur dem Apple iPad Mini 3 geschlagen geben. 

Geekbench 3
32 Bit Multi-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
2885 Points ∼4%
Apple iPad Mini 3
2479 Points ∼3% -14%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
2710 Points ∼3% -6%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
2797 Points ∼3% -3%
32 Bit Single-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
931 Points ∼19%
Apple iPad Mini 3
1373 Points ∼28% +47%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
993 Points ∼20% +7%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
935 Points ∼19% 0%
AnTuTu v5 - Total Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
46105 Points ∼47%
Apple iPad Mini 3
37527 Points ∼38% -19%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
41749 Points ∼42% -9%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
36109 Points ∼36% -22%
3DMark - 1280x720 offscreen Ice Storm Unlimited Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
20201 Points ∼8%
Apple iPad Mini 3
14699 Points ∼6% -27%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
18123 Points ∼8% -10%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
13897 Points ∼6% -31%
GFXBench 3.0
off screen Manhattan Offscreen OGL (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
12 fps ∼2%
Apple iPad Mini 3
13.2 fps ∼2% +10%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
11.6 fps ∼2% -3%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
5.5 fps ∼1% -54%
on screen Manhattan Onscreen OGL (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
9.9 fps ∼3%
Apple iPad Mini 3
8.8 fps ∼2% -11%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
11.7 fps ∼3% +18%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
2.8 fps ∼1% -72%
PCMark for Android - Work performance score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
6419 Points ∼33%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
3737 Points ∼19% -42%
Smartbench 2012
Gaming Index (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
4196 points ∼91%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
4354 points ∼95% +4%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
3423 points ∼74% -18%
Productivity Index (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
4018 points ∼21%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
8430 points ∼45% +110%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
7261 points ∼39% +81%

Legende

 
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA Intel Atom Z3580, PowerVR G6430, 64 GB SSD
 
Apple iPad Mini 3 Apple A7, PowerVR G6430, 16 GB eMMC Flash
 
Sony Xperia Z3 Tablet Compact Qualcomm Snapdragon 801 MSM8974AC, Qualcomm Adreno 330, 16 GB eMMC Flash
 
Samsung Galaxy Tab S 8.4 Samsung Exynos 5420 Octa, ARM Mali-T628 MP6, 16 GB eMMC Flash

Richtig auf die Tube drückt das ZenPad S, wenn es ums Surfen im Web geht. In Verbindung mit dem Chrome-Browser legt das 8-Zoll-Tablet los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Eigentlich die Dömane der iOS-Geräte, läuft das Asus-Flaggschiff dem Apple iPad Mini 3 in fast allen Tests den Rang ab. Auch die übrigen Vergleichsgeräte sehen kein Land gegen das ZenPad. Einzig beim Javascript-Test SunSpider kann sich das kleine iPad durchsetzen. Bei diesem Test sind die Apple-Geräte aber fast schon traditionell konkurrenzlos. Ganz stark fällt auch das Ergebnis bei den anspruchsvollen WebXPRT-Tests aus. Das Asus ZenPad S erweist sich also als die Surf-Maschine schlechthin. Das spürt man auch im Praxiseinsatz. Man rast förmlich durchs Web.

Octane V2 - Total Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
8431 Points ∼16%
Apple iPad Mini 3
5722 Points ∼11% -32%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
4754 Points ∼9% -44%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
4376 Points ∼8% -48%
Browsermark - 2.1 (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
1856 points ∼6%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
1330 points ∼4% -28%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
829 points ∼3% -55%
Sunspider - 1.0 Total Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
782 ms * ∼9%
Apple iPad Mini 3
440 ms * ∼5% +44%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
1054.8 ms * ∼12% -35%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
1067.1 ms * ∼12% -36%
Mozilla Kraken 1.1 - Total Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
4910 ms * ∼8%
Apple iPad Mini 3
5447 ms * ∼9% -11%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
6963.2 ms * ∼12% -42%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
7894.5 ms * ∼13% -61%
WebXPRT 2013 - Overall Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
535 Points ∼24%
Apple iPad Mini 3
533 Points ∼23% 0%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
334 Points ∼15% -38%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
309 Points ∼14% -42%
WebXPRT 2015 - Overall Score (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
121 Points ∼15%

Legende

 
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA Intel Atom Z3580, PowerVR G6430, 64 GB SSD
 
Apple iPad Mini 3 Apple A7, PowerVR G6430, 16 GB eMMC Flash
 
Sony Xperia Z3 Tablet Compact Qualcomm Snapdragon 801 MSM8974AC, Qualcomm Adreno 330, 16 GB eMMC Flash
 
Samsung Galaxy Tab S 8.4 Samsung Exynos 5420 Octa, ARM Mali-T628 MP6, 16 GB eMMC Flash

* ... kleinere Werte sind besser

Schnell ist auch der interne Speicher des Asus ZenPad. Im Falle unseres Testgerätes misst der 64 GB und weist die Geräte der Vergleichsgruppe allesamt in die Schranken. Beim sequenziellen Lesen und Schreiben kann das Sony Z3 Tablet noch halbwegs mithalten. Wenn es um 4k-Blöcke im Random-Zugriff geht, steht das ZenPad aber auf weiter Flur ... zumindest innerhalb der Vergleichsgeräte. Dennoch gibt es kaum ein anderes Tablet, das hier mithalten kann – erst recht nicht in diesem Preisbereich.

AndroBench 3-5
Random Write 4KB (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
9.8 MB/s ∼4%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
1.53 MB/s ∼1% -84%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
1.46 MB/s ∼1% -85%
Random Read 4KB (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
27.5 MB/s ∼14%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
10.75 MB/s ∼5% -61%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
11.68 MB/s ∼6% -58%
Sequential Write 256KB (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
75.6 MB/s ∼13%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
21.79 MB/s ∼4% -71%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
18.02 MB/s ∼3% -76%
Sequential Read 256KB (nach Ergebnis sortieren)
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
143 MB/s ∼10%
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
136.1 MB/s ∼9% -5%
Samsung Galaxy Tab S 8.4
89.07 MB/s ∼6% -38%

Legende

 
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA Intel Atom Z3580, PowerVR G6430, 64 GB SSD
 
Apple iPad Mini 3 Apple A7, PowerVR G6430, 16 GB eMMC Flash
 
Sony Xperia Z3 Tablet Compact Qualcomm Snapdragon 801 MSM8974AC, Qualcomm Adreno 330, 16 GB eMMC Flash
 
Samsung Galaxy Tab S 8.4 Samsung Exynos 5420 Octa, ARM Mali-T628 MP6, 16 GB eMMC Flash

Spiele

Die PowerVR G6430 war zum Zeitpunkt ihres Erscheinens einer der schnellsten Tablet-GPUs überhaupt. Allerdings liegt die Markteinführung auch schon zwei Jahre zurück. Dementsprechend haben sich andere Chips mittlerweile an der G6430 vorbeigeschoben. Zum alten Eisen gehört die GPU von Imagination deshalb aber noch lange nicht, was sie bereits auf dem Benchmark-Parcours unter Beweis gestellt hat. Und auch mit aktuellen Spielen kommt die G6430 noch locker zurecht. Selbst bei höchsten Detaileinstellungen konnten wir keine Ruckler feststellen. Ältere Spiele sind demnach erst recht keine Herausforderung für das ZenPad.

Was wir bereits beim Thema Eingabegeräte angemerkt haben, gilt auch beim Spielen: Der Touchscreen arbeitet einwandfrei und erlaubt ene präzise Steuerung. Der Lagesensor arbeitet hingegen für unseren Geschmack ein wenig zu träge.

Temple Run 2
Temple Run 2
Asphalt 8: Airborne
Asphalt 8: Airborne

Emissionen

Temperatur

Unangenehm oder bedenklich warm wird die Oberfläche des Asus ZenPad S 8.0 zu keiner Zeit. Ganz im Gegenteil: Selbst unter andauernder Volllast messen wir an keinem Punkt mehr als 35,3 Grad. Das ist gerade einmal handwarm. Im Schnitt liegt die Temperatur bei sehr moderaten 31,3 Grad. Mit knapp 46 Grad wird das Netzteil zwar schon spürbar warm. Aber auch das ist absolut im Rahmen. Im Normalbetrieb verhält sich das ZenPad völlig unauffällig in Sachen Hitzeentwicklung.

Was wir jedoch feststellen, ist ein starkes Throttling bei zunehmender Bauteil-Temperatur. Dies überprüfen wir mit dem Akkutest des GFXBench 3.0, der 30 Mal hintereinander den T-Rex-Test in einer Schleife ablaufen lässt und dabei Akkustand, Temperatur, Framerate und Taktfrequenz protokolliert. Hier zeigt sich, dass die Performance schon nach weniger als zehn Durchläufen drastisch abfällt, um sich dann etwa bei zwei Drittel der Maximalleistung einzupendeln. Dabei steigen die Temperatur nicht über Gebühr an, ganz so konservativ hätte Asus hier also nicht zu Werke gehen müssen. Denn es ließe sich sicher ein ganzes Stück mehr Leistung aus dem Chip kitzeln.

Max. Last
 33.6 °C30.2 °C29.5 °C 
 35.3 °C30.4 °C31 °C 
 32.7 °C29.7 °C29 °C 
Maximal: 35.3 °C
Durchschnitt: 31.3 °C
28 °C29 °C31.8 °C
28.2 °C28.7 °C33.1 °C
28.2 °C29.4 °C32.4 °C
Maximal: 33.1 °C
Durchschnitt: 29.9 °C
Netzteil (max.)  45.7 °C | Raumtemperatur 22.3 °C | Voltcraft IR-350
(+) Die Durchschnittstemperatur auf der Oberseite unter extremer Last ist 31.3 °C. Im Vergleich erhitzte sich der Durchschnitt der Geräteklasse Tablet v7 auf 30.7 °C.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 35.3 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 34.8 °C (von 22.2 bis 51.8 °C für die Klasse Tablet v7).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 33.1 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 34.3 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 28 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 30.7 °C.

Lautsprecher

Viel Wert legt Asus offenbar auch auf das Thema Lautsprecher. Immerhin besitzt das ZenPad zwei Stereolautsprecher an der Frontseite und unterstützt DTS-HD Premium Sound. Tatsächlich kann sich der Klang der kleinen Boxen für ein Tablet hören lassen. Die maximale Lautstärke ist hoch, ein Scheppern tritt nicht auf. Dennoch ist der Sound deutlich zu höhenlastig, Bässe konnten wir keine erkennen. Starke Bässe wie etwa beim Song Boom Boom Pow von den Black Eyed Peas klingen eher wie ein Klopfen als ein Wummern.

Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Energieaufnahme

Mit 15,2 Wh Kapazität fällt der Lithium-Polymer-Akku des ZenPad S 8.0 verhältnismäßig klein aus. Zum Vergleich: Das etwa gleich große Apple iPad Mini 3 bringt satte 23,8 Wh mit. Was das für die Akkulaufzeiten bedeutet, wird sich zeigen, zumal die Leistungsaufnahme im Idle-Zustand vergleichsweise hoch ist. Mindestens 2,5 Watt saugt das ZenPad aus dem Akku – wohlgemerkt bei niedrigster Helligkeit im Flugmodus. Bei voller Helligkeit und aktivierten Kommunikationsmodulen sind es 3,2 Watt. Das ist wiederum eher moderat. Genau wie die Leistungsaufnahme unter voller Last. Die liegt zwischen 6,3 und 7,1 Watt. Damit ist das 7-Watt-Netzteil ziemlich auf Kante genäht. Ein etwas stärkeres Netzteil würde wohl auch die Ladezeit verkürzen. So benötigt ein vollständiger Ladezyklus immerhin 3:45 Stunden.

Stromverbrauch
Aus / Standbydarklight 0 / 0.1 Watt
Idledarkmidlight 2.5 / 3.2 / 3.2 Watt
Last midlight 6.3 / 7.1 Watt
 color bar
Legende: min: dark, med: mid, max: light        Voltcraft VC 940

Akkulaufzeit

Der kleine Akku und der recht große Energiehunger beim "Nichtstun" schlagen sich dann auch in den Akkulaufzeiten nieder. Bei den praxisnahen Tests WLAN-Surfen und Videowiedergabe kommt das Asus ZenPad S 8.0 jeweils nur auf befriedigende Werte. In beiden Fällen ist die Helligkeit auf 150 cd/m2 gedimmt. Beim Surftest wird alle 30 Sekunden eine neue Webseite aufgerufen, beim Videotest läuft ein H.264-codiertes 1080p-Video in einer Endlosschleife ab. Die Decodierung übernimmt der Hardware-Decoder, sodass keine unnötige CPU-Last erzeugt wird. Beim Surfen ist nur WLAN aktiv, beim Videotest arbeiten wir im Flugmodus. Etwaige Stromsparmodi sind aktiv, beim Asus also der ausgeglichene Modus.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
11h 17min
Surfen über WLAN
0h 00min
NBC WiFi Websurfing Battery Test 1.3
5h 40min
Big Buck Bunny H.264 1080p
7h 30min
Last (volle Helligkeit)
4h 00min
Asus ZenPad S 8.0 Z580CA
PowerVR G6430, Z3580, 64 GB SSD
Apple iPad Mini 3
PowerVR G6430, A7, 16 GB eMMC Flash
Sony Xperia Z3 Tablet Compact
Adreno 330, 801 MSM8974AC, 16 GB eMMC Flash
Samsung Galaxy Tab S 8.4
Mali-T628 MP6, 5420 Octa, 16 GB eMMC Flash
Akkulaufzeit
12%
62%
4%
H.264
450
612
36%
871
94%
WLAN
340
Last
240
210
-12%
310
29%
250
4%
WLAN (alt)
533
841
544

Pro

+ Schlankes und leichtes Gehäuse
+ Eigenständige Optik
+ Leistungsfähige Basis
+ 4 GB Arbeitsspeicher
+ Gelungenes Display
+ Brauchbarer Kameras & Lautsprecher
+ Faire Preisgestaltung

Contra

- Mangelnde Stabilität
- Mäßige Akkulaufzeiten
- Throttling

Fazit

Im Test: Asus ZenPad S 8.9 Z580CA
Im Test: Asus ZenPad S 8.9 Z580CA

Wir hatten es am Ende der Preview ja bereits angekündigt: Das Asus ZenPad S 8.0 hat das Zeug zum Top-Tablet. Dieser Eindruck hat sich auch nach dem ausführlichen Test nicht geändert. Allerdings klappt es mit einem Platz in unserer Bestenliste doch nicht ganz. Dafür leistet sich das Asus-Flaggschiff die eine oder andere Schwäche zuviel. Aber der Reihe nach.

Beginnen wir beim Gehäuse. Da macht Asus vieles richtig. Es ist optisch sehr ansprechend, leicht und kompakt. Die Verarbeitung liegt auf einem hohen Niveau. Leider fehlt es an Stabilität. Schon recht geringer Druck führt zu einem Knarzen, Verwindungsversuche rufen übles Knacken und starkes Verbiegen hervor. Die Gehäusetasten und der microSD-Slot sind indes vorbildlich ins Gehäuse integriert.

Die technische Ausstattung passt sehr gut zum Highend-Anspruch, erst recht mit vier GB Arbeitsspeicher. Die Ausstattung ist ebenfalls recht umfassend, lässt aber Features wie OSB-OTG und MHL vermissen. Dafür sind die Funkstandards topmodern, die Reichweite des WLAN-Moduls im 5-GHz-Netz dürfte aber höher sein.

Im Benchmark-Parcours zeigt der Intel-Chip, dass er es auch mit der SoC-Elite aufnehmen kann. Beim Surfen zündet das Tablet regelrecht den Turbo. Ergänzt wird die gelungene Vorstellung von brauchbaren Kameras, ordentlichen Lautsprechern und einem überdurchschnittlich guten Display. Hier beginnt dann aber auch unsere Kritik.

Das Display hätte durchaus noch etwas mehr Leuchtkraft vertragen, zumal sich das sehr leichte Tablet bestens für den mobilen Einsatz eignet. Die Helligkeitsverteilung ist zudem nicht der Hit, stört aber im Alltag nicht. Ganz im Gegensatz zu den mageren Akkuklaufzeiten und dem früh einsetzenden Throttling, wofür wir in der Endabrechnung einen Prozentpunkt abziehen.

Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Asus ZenPad S 8.0 um eines der besten Tablets im 8-Zoll-Bereich, das dank seines fairen Preises eine Empfehlung wert ist.

Asus ZenPad S 8.0 Z580CA - 11.09.2015 v4(old)
Patrick Afschar Kaboli

Gehäuse
76%
Tastatur
71 / 80 → 89%
Pointing Device
91%
Konnektivität
45 / 65 → 69%
Gewicht
86 / 40-88 → 96%
Akkulaufzeit
90%
Display
85%
Leistung Spiele
66 / 68 → 97%
Leistung Anwendungen
51 / 76 → 67%
Temperatur
92%
Lautstärke
100%
Audio
64 / 91 → 70%
Kamera
61 / 85 → 72%
Auf- / Abwertung
-1%
Durchschnitt
70%
86%
Tablet - gewichteter Durchschnitt
Weitere Informationen über unsere Bewertung finden sie hier.

Preisvergleich

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Autor: Patrick Afschar Kaboli (Update: 15.05.2018)
Patrick Afschar Kaboli
Patrick Afschar Kaboli - Managing Editor Ultraportable
Informatik studiert, aber nie in diesem Beruf gearbeitet – so bin ich im Jahr 2000 zur IT-Presse gekommen und ihr treu geblieben. Meine Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Smartphones und Tablets. Privat halten mich meine Familie und mein MTB-Fuhrpark fit.