Trotz Preiserhöhung: Microsoft verliert wohl Hunderte Euro mit jeder verkauften Xbox-Konsole

In einem neuen Artikel von Windows Central zeichnet Jez Corden ein düsteres Bild von Microsofts Gaming-Investitionen. Verschärft wird die Lage durch die Speicherknappheit, denn das Unternehmen verliert angeblich "Hunderte US-Dollar pro verkaufter Xbox Series X|S-Konsole". Mehrere Preiserhöhungen haben den Schaden offenbar nicht verhindert, was jede Initiative zur Belebung der schwächelnden Hardware-Verkäufe erschwert.
Xbox finanziell unter Druck
CEO Asha Sharma hat kürzlich eingeräumt, dass Xbox als Unternehmen finanziell "nicht in einer gesunden Lage" sei, weshalb es nötig sei, "das Geschäft neu auszurichten". Jez Corden hebt hervor, dass viele First-Party-Spiele die Erwartungen nicht erfüllt haben. Vor den jüngsten Kürzungen haben zudem die Preiserhöhungen bei Game Pass dazu geführt, dass Abonnenten abgesprungen sind.
Microsoft, Sony und Nintendo haben Software und Dienste genutzt, um Verluste aus Konsolenverkäufen abzufedern. Die Engpässe bei Speicher und Arbeitsspeicher verschärfen die Belastungen in der Fertigung jedoch erheblich. Sharma erklärte, dass die Komponentenkosten seit ihrem Amtsantritt als CEO um 50 Prozent gestiegen seien, und erwartet, dass die durch KI befeuerte Krise anhalten wird.
Während Sony und Nintendo vor ähnlichen Herausforderungen stehen, sieht Corden Microsoft in einer anfälligeren Position. Er behauptet: "Xbox hatte Mühe, auch nur annähernd genug Speicher zu festen Preisen zu sichern, die nötig gewesen wären, um gesunde Hardware-Margen zu halten." Ohne Subventionierung der Xbox-Konsolen könnte der Verkauf zusätzlicher Einheiten sogar nachteilig sein.
Wie sich der Konsolen-Markt verändert hat
Schon 2022 hat Sharmas Vorgänger Phil Spencer erklärt, dass das Unternehmen pro verkaufter Xbox-Konsole 100 bis 200 US-Dollar verloren hat. Damals lag die Xbox Series X in Deutschland bei 500 Euro, während die Xbox Series S 3000 Euro gekostet hat. Spencer hatte gesagt, dass keine Preiserhöhungen für Xbox geplant seien, doch das war vor US-Zöllen und knapper werdenden Komponenten. In Deutschland kostet die Xbox Series X inzwischen 600 Euro, während die Xbox Series S je nach Speicherausstattung bei 350 Euro bis 400 Euro liegt.
Normalerweise nehmen Hersteller zum Start eines Systems finanzielle Verluste in Kauf, um die Verbreitung zu beschleunigen. Im Laufe der Jahre sinken die Teilekosten, und die Montage wird effizienter. In dieser Generation ist das Gegenteil passiert, auch die Produktion der PS5 ist teurer geworden.
Mit Project Helix, das schon 2027 erscheinen könnte, will Sharma Innovationen nutzen, um mit diesen wirtschaftlichen Realitäten umzugehen. Zuletzt hat sie angedeutet, dass künftige Hardware-Revisionen stärker auf Cloud-Gaming ausgerichtet sein könnten, wodurch große SSDs nicht mehr nötig wären. Corden legt außerdem nahe, dass Microsoft auf OEM-Partner setzen wird, um bestimmte Regionen gezielt zu bedienen, Zollbelastungen zu verringern und den Vertrieb zu optimieren.














