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Das schnellste ARM-Windows: Windows 10 läuft bereits auf Apple M1 Macs

Auch mit Windows 10: Die neuen Apple M1 Macs vertragen sich durchaus mit einem ARM-Windows 10.
Auch mit Windows 10: Die neuen Apple M1 Macs vertragen sich durchaus mit einem ARM-Windows 10.
(Update: Erste Benchmark-Ergebnisse: Ein Surface Pro X hat im Vergleich absolut keine Chance) Es war zu erwarten: Die ersten Entwickler wagen sich an das Experiment Windows 10 auf Apple M1-Macs und greifen als erstes auf eine ARM-Version von Windows zurück, die nativ aber virtuell in QEMU läuft und das offenbar durchaus mit guter Performance.
Alexander Fagot,

Aufgrund der vielen durchaus positiven und teils sogar hervorragenden ersten Testberichte zu den neuen Apple Silicon Macs mit Apple M1-Chip - mittlerweile auch schon aus unserer Testabteilung: 1, 2 - steigt natürlich auch die Erwartungshaltung bei Windows 10-Usern. Die wollen zwar nicht unbedingt zu macOS wechseln, würden sich aber vielleicht durchaus über bessere ARM-Systeme mit Windows freuen, alternativ käme wohl auch ein Windows-Betrieb auf einem der neuen Apple M1-Macs in Frage.

Das sollte prinzipiell möglich sein, meinte Apples "Chief of Software" Craig Federighi kürzlich im Rahmen eines Interviews, es liege primär an Microsoft, ob sie die ARM-Version von Windows 10 entsprechend lizenzieren wollen - technisch möglich wäre es. Nun hat Windows 10 im ARM-Dialekt noch einige kleinere Problemchen, etwa die Tatsache, dass 64-bit x86-Anwendungen (noch) nicht emuliert werden können, was allerdings bald behoben wird. Qualcomm-Chips mit einem ähnlichen Performance/Effizienz-Verhältnis wie sie Apple derzeit zu bieten hat, sind allerdings - zumindest aktuell - noch nicht am Markt.

Das hat wohl den Entwickler Alexander Graf dazu bewogen, eine ARM64 Insider Preview-Version von Windows 10 auf einem Apple M1-Mac zu testen. Er nutzte hierfür das Hypervisor Framework von Apple, sprich Windows 10 läuft dank des Open-Source Virtualisierers QEMU virtuell aber nicht emuliert auf dem Apple M1-Chip und das offenbar durchaus sehr performant wie Alex via Twitter verlautbart hat. QEMU ist bekannt dafür, eine fast-native Geschwindigkeit zu liefern, musste allerdings für das Experiment etwas gepatcht werden.

Das Ganze ist natürlich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und läuft noch nicht ohne den einen oder anderen Bug, zeigt aber durchaus auf, dass die Zukunft von Bootcamp vielleicht in der einen oder anderen Form doch gerettet ist, zumindest in virtueller Form. Wer sich an dem Experiment beteiligen will, findet hier Unterstützung, muss allerdings derzeit noch einiges an Fachwissen mitbringen.

Update 29.11.2020 Surface Pro X hat keine Chance

Mittlerweile haben einige andere Entwickler erste Benchmarks eines in QEMU virtualisierten ARM-Windows 10 auf einem Apple M1 Mac durchgeführt und mit dem ARM-Windows 10 auf dem Surface Pro X verglichen, was sehr zu Ungunsten des Microsoft-Tablets ausgeht. Ein Geekbench 5-Run des virtuellen Windows auf dem Mac erreicht etwa Single-Core-Scores von 1288 und Multi-Core-Scores von 5449.

Unten der Screenshot eines Vergleichs mit Geekbench 5.3.1 der virtuellen Windows-Maschine mit 4 GB RAM und dem Surface Pro X mit 8 GB RAM (allerdings noch mit Microsoft SQ1-SoC aus dem Vorjahr) bei dem das Surface Pro X besonders alt aussieht. Ein Vergleich mit einem aktuellen Surface Pro X mit SQ2-Chipsatz sieht aber auch nicht viel besser für die Microsoft/Qualcomm-Kombo aus.

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Autor: Alexander Fagot, 28.11.2020 (Update: 29.11.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.