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Daten-Gau: US-Republikaner stellen 200 Millionen Wählerdaten online

Daten-Gau: US-Republikaner stellen 200 Millionen Wählerdaten online
Daten-Gau: US-Republikaner stellen 200 Millionen Wählerdaten online
In den USA haben die Republikaner für einen Daten-Skandal gesorgt. Sensible Daten von rund 200 Millionen WählerInnen wurden versehentlich ohne Passwortschutz online gestellt.

Die IT-Sicherheitsfirma UpGuard machte auf den riesigen Fauxpas aufmerksam, nachdem sie auf das ungesicherte Verzeichnis gestoßen waren. Verantwortlich ist die seit einiger Zeit umstrittene Firma Deep Root Analytics (DRA), die unter der republikanischen Dachorganisation Republican National Commitee (RNC) steht.

Die Firma befasst sich mit einer umfassenden Analyse von Wählerdaten, um Hinweise für die richtige Wahlkampfstrategie weitergeben zu können. Die nun online gestellten Daten enthalten daher nicht nur kritische Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Adresse, Telefonnummern und weitere personenbezogene Angaben von 198 Millionen US-Bürgern.

Sondern darüber hinaus auch noch von DRA für jeden Wähler errechnete Zusatzinformationen wie Rasse, Religion sowie wahrscheinliche Meinungen zu Themen wie Waffenbesitz, Obamacare, Staatsschulden, Einwanderung, Einstellung zu Trump etc. Das ungeheure Datenleck umfasst 1,1 TB. Zusätzlich fand UpGuard noch weitere 24 TB an Daten, die jedoch nicht frei zugänglich waren.

Deep Root Analytics hat inzwischen den „Fehler“ eingestanden und bestätigt, dass man nicht gehackt worden sei. Angeblich diene die Datenbank zur Steuerung von Werbeschaltungen bei lokalen TV-Sendern.

Ob die Firma jemals für die Veröffentlichung sensibelster Daten von rund 200 Millionen WählerInnen zur Rechenschaft gezogen wird ist unklar. Darüber hinaus zeigt es einmal mehr, in welche intimen Bereiche die Big Data-Analysen anhand der über uns verfügbaren Informationen bereits vordringt.

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Autor: Christian Hintze, 20.06.2017 (Update: 20.06.2017)
Christian Hintze
Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).