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Die Videochat-App Zoom schickt heimlich Daten an Facebook

Selbst wenn man keinen eigenen Facebook-Account besitzt schickt Zoom Daten an das soziale Netzwerk. (Bild: Tim Bennett, Unsplash)
Selbst wenn man keinen eigenen Facebook-Account besitzt schickt Zoom Daten an das soziale Netzwerk. (Bild: Tim Bennett, Unsplash)
Videochats werden durch die in vielen Ländern gültigen Ausgangssperren gerade mehr genutzt als je zuvor. Wer dabei auf Zoom setzt sollte vielleicht wissen, dass die App zumindest am iPhone heimlich Daten an Facebook übermittelt, sogar dann, wenn man keinen eigenen Account beim sozialen Netzwerk besitzt.

In einer Zeit in der die meisten Menschen von Zuhause aus arbeiten und über Videochats mit Freunden und Kollegen in Kontakt bleiben stehen Millionen von Kunden vor der Wahl der richtigen Software. Laut einem Bericht von Motherboard könnte Zoom die falsche Wahl sein, wenn man Wert auf den Schutz seiner Daten legt.

Einer Analyse der iPhone-App zufolge werden dabei Daten an Facebook geschickt, und zwar unabhängig davon, ob der entsprechende Nutzer einen Facebook-Account besitzt. Grundsätzlich ist das nicht ungewöhnlich – viele Apps setzen auf das SDK (Software Development Kit) von Facebook, um einzelne Features einfacher umsetzen zu können. Dabei werden zwangsläufig Daten an das soziale Netzwerk übermittelt.

Zoom weist allerdings weder in der App noch in seinen Datenschutzrichtlinien darauf hin, Daten mit Facebook zu teilen. Sobald man die App öffnet sendet Zoom Daten wie den Aufenthaltsort des Nutzers, das verwendete Smartphone-Modell, den für die Verbindung verwendeten Netzbetreiber und die Zeitzone an die Server von Facebook. Dazu kommt noch eine ID, mit der Facebook dem Nutzer später gezielte Werbung präsentieren kann.

Es gibt zwar bisher keinerlei Hinweise darauf, dass auch sensible und persönliche Daten übertragen werden, diese Vorgehensweise ist aber bedenklich. Facebook hat angegeben, dass Entwickler, welche die API des sozialen Netzwerkes nutzen, ihren Kunden eindeutig mitteilen müssen, welche Daten gesammelt und an die Server von Dritten übermittelt werden. Darüber hinaus können Administratoren auch die IP-Adressen, Ortungsdaten und Geräteinformationen aller Teilnehmer sehen.

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Autor: Hannes Brecher, 27.03.2020 (Update: 27.03.2020)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.