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EU-Automarkt: E-Auto-Wachstum halbiert, China-Marken greifen VW & Co. an

Der schicke Elektro-City-Flitzer Leapmotor T03 schafft es in die Top 3 der Elektroautos in Westeuropa im Februar 2026.
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Der schicke Elektro-City-Flitzer Leapmotor T03 schafft es in die Top 3 der Elektroautos in Westeuropa im Februar 2026.
Die Katerstimmung in den europäischen Autohäusern hält an. Während die reinen Verbrenner massiv abstürzen, gerät jetzt auch der Hochlauf der Elektromobilität ins Stottern. Gleichzeitig rollt eine Angriffswelle aus China heran, die etablierte Autobauer wie VW oder Stellantis gewaltig unter Druck setzt. Hier sind die aktuellen EU-Automarkt-Daten.

Der EU-Neuwagenmarkt kommt 2026 einfach nicht richtig in Schwung. Zwar steht für den Monat Februar ein hauchdünnes Plus von 1,4 Prozent auf dem Papier, doch im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis Februar verbuchen die Hersteller ein Minus von 1,2 Prozent. Laut den Analysten von EY liegt der Absatz damit immer noch katastrophale 19 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Die echten Verlierer stehen derweil fest: Reine Benziner und Diesel stürzen weiter ab und kommen gemeinsam nur noch auf einen Marktanteil von 30,6 Prozent. Das große Geld wird aktuell woanders verdient. Hybride dominieren mit 38,7 Prozent Marktanteil die Verkaufslisten und sind die unangefochtene Nummer eins bei den europäischen Käufern. Auch Plug-in-Hybride legen kräftig zu und sichern sich mittlerweile 9,8 Prozent des Kuchens.

Bei den reinen Elektroautos schrillen derweil die Alarmglocken, auch wenn der Marktanteil im laufenden Jahr bei eigentlich soliden 18,8 Prozent liegt. Das Problem ist die rapide erlahmende Dynamik. Die BEV-Neuzulassungen kletterten im Februar EU-weit lediglich um 21 Prozent. Zur Einordnung: Noch im Dezember lag das Wachstum bei satten 51 Prozent, das Tempo hat sich also mehr als halbiert. Constantin M. Gall von EY findet dafür klare Worte und macht hohe Anschaffungskosten, teure Ladeinfrastruktur und eine schwache Konjunktur für die Flaute verantwortlich. Die Kunden halten angesichts steigender Inflation und hoher Energiepreise schlicht ihr Geld zusammen und vertagen große Investitionen wie einen Autokauf auf unbestimmte Zeit.

EU Pkw-Neuzulassungen
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EU Pkw-Neuzulassungen

Werfen wir einen Blick auf die Modelle, die noch funktionieren, offenbart sich ein echter Paukenschlag. Zwar bleibt das Tesla Model Y in Westeuropa der unangefochtene Elektro-Bestseller, dicht gefolgt vom Skoda Elroq. Doch auf Platz drei hat sich mit dem Leapmotor T03 völlig geräuschlos erstmals ein chinesisches E-Auto festgebissen, das aktuell besonders die italienischen Käufer einsammelt. Die frischen Zahlen des Branchenverbands ACEA untermauern diese asiatische Invasion. BYD verzeichnete im Februar ein geradezu absurdes prozentuales Wachstum von 185,3 Prozent bei den Zulassungen, und auch SAIC Motor legte um 14 Prozent zu. Doch um die Relationen zu wahren und die nackten Prozentzahlen in die Realität zurückzuholen: Wer wie BYD von 5.412 Autos im Vorjahr auf jetzt 15.438 Einheiten klettert, generiert auf dem Papier schnell gigantische Sprünge. Zum Vergleich: Die Kernmarke VW brachte im gleichen Monat satte 90.658 Fahrzeuge auf die Straße, der gesamte Volkswagen-Konzern thronte mit 230.228 verkauften Einheiten weiterhin völlig unangetastet an der Spitze. Die asiatischen Zuwächse basieren also noch auf sehr geringen absoluten Stückzahlen, dennoch wird diese schleichende Flut an preisaggressiven Modellen im unteren Segment für die westlichen Marken zu einem handfesten Problem.

EU Auto-Neuzulassungen bei Antriebsart, Februar 2026, Y-t-Y.
ⓘ ACEA
EU Auto-Neuzulassungen bei Antriebsart, Februar 2026, Y-t-Y.

Zu guter Letzt zeigt der tiefe Blick in die Daten, dass Europa bei der Antriebswende komplett in zwei Lager zerfällt. Im Norden ist der Verbrenner praktisch ein Auslaufmodell. In Skandinavien inklusive Norwegen kletterte der BEV-Marktanteil im Februar auf schwindelerregende 61 Prozent. Blickt man jedoch nach Osteuropa, zeichnet sich ein völlig anderes Bild. Dort spielen Stromer mit einem marginalen Marktanteil von gerade einmal sechs Prozent quasi keine Rolle im realen Straßenbild. Solange diese gewaltige Kluft bei der Ladeinfrastruktur und Kaufkraft bestehen bleibt, dürfte der europäische Elektro-Traum weiterhin auf wackeligen Beinen stehen.

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Die Top-Elektroautos in Westeuropa* (Februar 2026, Daten: EY)

Region / LandPlatz 1Platz 2Platz 3Platz 4Platz 5
Westeuropa (Gesamt)Tesla Model Y (8.404)Skoda Elroq (7.028)Leapmotor T03 (5.575)VW ID.4/5 (5.184)Skoda Enyaq (4.768)
DeutschlandSkoda Elroq (3.406)VW ID.3 (2.455)Skoda Enyaq (2.308)--
FrankreichTesla Model Y (3.034)Renault R5 (2.639)Citroen e-C3 (1.337)--
ItalienLeapmotor T03 (4.778)BYD Dolphin Surf (699)Citroen e-C3 (627)--
DänemarkToyota BZ4X (1.364)Skoda Elroq (681)VW ID.4/5 (625)--
SpanienTesla Model 3 (1.169)BYD Dolphin Surf (435)Tesla Model Y (419)--

*Die Zahl der Neuzulassungen in Westeuropa basiert auf aggregierten Daten aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien. Für Belgien und Großbritannien liegen keine Zahlen zu einzelnen Modellen vor.

Regionale Unterschiede und PHEV-Wachstum

Innerhalb Europas gibt es erhebliche Unterschiede bei den Elektro-Bestsellern. In allen fünf Kernmärkten führt ein anderes Modell die Statistik an. Der Skoda Elroq, das Tesla Model Y, der Citroen e-C3 sowie der BYD Dolphin Surf liegen in jeweils drei Märkten in den Top 3. Alle anderen Modelle unterscheiden sich stark von Land zu Land.

Parallel zum E-Auto-Markt legen auch Plug-in-Hybride (PHEV) weiter zu. Etwas stärker als bei reinen Elektroautos stiegen die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im Februar um 29 Prozent zulegten. Der Marktanteil stieg damit von 7,4 auf 9,8 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im Februar in den Niederlanden (28 Prozent) und Schweden (22 Prozent). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (84 Prozent) und Schweden (64 Prozent) am höchsten unter allen EU-Ländern.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > EU-Automarkt: E-Auto-Wachstum halbiert, China-Marken greifen VW & Co. an
Autor: Ronald Matta, 24.03.2026 (Update: 24.03.2026)