Test Apple iPad 3G 64GB

Klaus Hinum, 06.09.2010

Entertainment Tablet. Ist das iPad die angekündigte Revolution? Kann es ein Notebook oder ein Netbook ersetzen? In unserem mehrwöchigen Langzeittest haben wir uns intensiv mit Apples Tablet auseinandergesetzt.

Das iPad verkauft Apple in zwei verschiedenen Versionen, mit und ohne UMTS / GPS Kombination. Zusätzlich kann der Anwender zwischen 16, 32 und 64 GB Speicherplatz wählen. Im Test erhielten wir von Apple das Topmodell mit 64 GB Speicherplatz und UMTS Modem (bestückt mit einer Micro-SIM von Drei).

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Design

Das Apple iPad glänzt durch sein schlichtes minimalistisches Design. Abgerundete Ecken, schräg abgeschliffene Kanten und die Farben Schwarz und Silber dominieren das Aussehen. Schon alleine die vielen Nachahmer in China zeigen, daß das Erscheinungsbild gut gelungen ist.

Die Größe und das Gewicht sind zwar im Vergleich zu den meisten Netbooks deutlich geringer, die Mobilität und den immer-dabei Faktor eines  Smartphones kann das iPad jedoch nicht bieten. Bei längerer Nutzung mit einer Hand, können sich sogar die 730 Gramm des 3G Modells als ausreichend schwer herausstellen. 

Verarbeitung

Die hochwertigen Materialien des iPads sind einwandfrei verarbeitet und sitzen passgenau. Die Aluminiumunterschale hinterlässt einen hochwertigen und stabilen Eindruck und auch die Glasscheibe vor dem Display wirkt edel und robust. So lässt sich das iPad an keiner Stelle nennenswert eindrücken oder verwinden. 

Dank Anti-Fett Beschichtung lassen sich die Fingerabdrücke auf dem Screen relativ einfach entfernen. Besonders in hellen Umgebungen fallen diese auf der Glasscheibe sofort auf. Die Alu-Unterseite ist im Gegensatz dazu praktisch immun gegen sichtbare Abdrücke.

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Ausstattung

Wie wir testen - Gehäuse

Anschlussmöglichkeiten

Für die drahtgebundenen Anschlüsse bietet Apple nur die vom iPod und iPhone bekannte Dockingschnittstelle. Damit lässt sich das iPad laden und auch zahlreiche Peripherie anschließen. Optional erhältlich sind z.B. ein (Tastatur-) Dock, Kameraschnittstelle (USB und SD-Kartenleser), Lautsprechersysteme und VGA Dock (nur 1024x768). Dedizierte USB Ports (z.B. für externe Speichermedien) oder einen integrierten Kartenleser (zur Speichererweiterung) sucht man jedoch vergebens. Weiters ist das Gehäuse des iPads nicht dazu gedacht, vom Benutzer geöffnet zu werden (siehe iFixit Teardown). Daher lässt sich auch der fix integrierte Akku nicht ohne weiteres wechseln.

Die von uns getestete 3G Version bietet zusätzlich noch einen Micro SIM Kartenslot auf der linken Seite.

Die drahtlosen Funktechniken entsprechen dem aktuellen technischen Standard. Neben abgn WLAN findet man auch Bluetooth 2.1 + EDR. Die derzeit verwendete iOS Betriebssystemversion kann jedoch nicht alle Bluetooth Profile ausnützen. In der 3G Version findet man ausserdem ein UMTS Modem (nur für die Datenverbindung) welches UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz) und GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz) unterstützt.

Auf der Ausstattungsliste findet man beim iPad außerdem einen Accelerometer (um Bewegungen zu erkennen) und einen Helligkeitssensor zur automatischen Bestimmung der optimalen Hintergrundbeleuchtung. Dieser war leider in unserem Testgerät defekt und kann von uns deshalb nicht bewertet werden.

Unterseite mittig: Docking Port
Unterseite mittig: Docking Port
Oberseite links: Kopfhöreranschluss und Mikrofon
Oberseite links: Kopfhöreranschluss und Mikrofon
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Eingabegeräte

Wie wir testen - Eingabegeräte

Der hervorragende kapazitive Touchscreen des iPad ist klarerweise die Haupteingabemöglichkeit. Er unterstützt Multitouch und reagiert präzise auf Eingaben mit den Fingern. Auch gegen die Ränder hin konnten wir keine Abweichung der Kalibration wahrnehmen. Besonders das Scrollen und Swipen funktioniert beim iPad erstklassig und trägt zum sehr guten Gesamteindruck deutlich bei.

Die zusätzlichen Tasten (Power, Home, Lautstärkenwippe, Orientierungsfixierung)  auf dem iPad hinterlassen einen hochwertigen Eindruck und sind sauber im Gehäuse integriert.

Die virtuelle Tastatur ist besonders im Querformat aufgrund ihrer guten Größe angenehm zu bedienen. Es fehlen uns jedoch Pfeiltasten um in Texten bequem zu navigieren. Für längere Text eignet sich die on-screen Tastatur nicht (große Teile dieses Tests wurden auf der virtuellen Tastatur verfasst, das zu entsprechenden Ermüdungserscheinungen führte).

Das von uns ebenfalls getestete Tastaturdock bietet eine Apple typische Einzeltasten-Tastatur mit leicht angepasstem Layout. Es besteht aus einer sich nicht verwindenden Aluplatte und bietet einen angenehmen Anschlag. Wie üblich ist die Entertaste etwas zu klein geraten. Das Keyboard eignete sich im Test jedoch auch hervorragend für längere Texte und kann so das iPad zur Schreibmaschine mutieren lassen.

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Display

Wie wir testen - Display

Der Hauptaugenmerk bei einem Tablet-PC liegt eindeutig auf dem Display. Apple hat beim iPad keine Kosten gescheut und wie beim iPhone 4 ein IPS Panel  mit einer heutzutage ungewöhnlichen Auflösung von 1024x786 verbaut. Der 9.7 Zoll LED Widescreen Monitor bietet eine gute durchschnittliche Helligkeit von 287 cd/m² und eine hervorragende Ausleuchtung von 90%. Auch der Kontrast von 778:1 unseres Testgeräts kann überzeugen und führt zu "knackigen Farben".

302
cd/m²
280
cd/m²
280
cd/m²
284
cd/m²
280
cd/m²
290
cd/m²
305
cd/m²
282
cd/m²
276
cd/m²
Infos
Maximal: 305 cd/m²
Durchschnitt: 286.6 cd/m²
Ausleuchtung: 90 %
Helligkeit Akku: 280 cd/m²
Schwarzwert: 0.36 cd/m²
Kontrast: 778:1
Ausleuchtung des Bildschirms

Der darstellbare Farbraum des IPS Displays ist laut unseren Messungen per iOne Display 2 nicht sonderlich groß. Er bleibt deutlich unter dem RGB Farbraum und ist damit vergleichbar mit jenem des aktuellen 2010er MacBook. Für die meisten Einsatzzwecke ist dies jedoch vollkommend ausreichend und auch beim Fotobetrachten im Test nicht einschränkend.

iPad Farbdreieck
iPad Farbdreieck
iPad (transparent) versus MacBook 2010
iPad (transparent) versus MacBook 2010
iPad (transp.) versus FSC Lifebook U9200
iPad (transparent) versus FSC Lifebook U9200
iPad Weißpunkt - nicht ganz bei den perfekten 1,1,1 Koordinaten
iPad Weißpunkt - nicht ganz bei den perfekten 1,1,1 Koordinaten
iPad (transparent) versus MacBook Pro 17 2010
iPad (transparent) versus MacBook Pro 17 2010
RGB (transparent) versus iPad
RGB (transparent) versus iPad
Außeneinsatz
Außeneinsatz

Im Aussengebrauch stören vor allem die starken Spiegelungen der Glasplatte, welche vor dem IPS Display montiert ist. Die Helligkeit reicht leider nicht aus um die Reflexionen im Sonnenlicht zu überstrahlen. Das neue Iphone 4 Display ist im Vergleich auch deutlich heller. Im Schatten ist das iPad jedoch durchaus nutzbar, obwohl man trotzdem mit den Reflexionen zu kämpfen hat. Der Einsatz in der prallen Sonne ist dadurch bereits durch das Display ausgeschlossen, und auch Überhitzungsprobleme durch starke Sonneneinstrahlungen sind bekannt.

Dank des verwendeten Blickwinkel-stabilen IPS Panels, kann das Tablet aus praktisch jedem Winkel verwendet werden, ohne das störende Farbverfälschungen auftreten. Die starken Spiegelungen der Glasplatte schränken die Blickwinkel deutlich früher ein. Im Vergleich zu den derzeit bei fast allen Laptops verwendeten TN-Panels ist der Unterschied deutlich sichtbar.

Blickwinkel Apple iPad
Blickwinkel Apple iPad
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Der mit 1 GHz getaktete Apple A4 Prozessor basiert gerüchteweise auf einen Cortex A8 Kern und bietet daher nur einen Bruchteil der Rechenleistung von derzeit üblichen Notebookprozessoren. Selbst die schwachen Atom Prozessoren in Netbooks können den A4 noch deutlich abhängen. Der im neuen iPhone 4 eingesetzte A4 dürfte jedoch etwas niedriger getaktet sein als der iPad A4, da er in den synthetischen Benchmarks etwas das Nachsehen hat.

Durch die perfekte Anpassung des Betriebssystems an die Prozessorleistung, erhält man aber nicht den Eindruck der Untermotorisierung. Nur ab und zu (große Websites, PDFs) muss man längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Geekbench Ergebnisse unter verschiedensten Betriebssystemen und Mobilgeräten
Geekbench Ergebnisse unter verschiedensten Betriebssystemen und Mobilgeräten

Im Geekbench liegt die Prozessorperformance des A4 auf dem Niveau eines Intel Atom Z500 welcher mit 800 MHz getaktet wird. Die üblicherweise in Netbooks eingesetzten 1.6 GHz Varianten sind erwartungsgemäß doppelt so schnell. Langsame Doppelkern CULV Prozessoren, wie der Core 2 Duo SU7300 mit 1.3 GHz sind nochmal deutlich schneller. Zum Vergleich haben wir auch einen aktuellen Desktop Quad-Core mit 2.66 GHz mit aufgenommen. Dieser liefert laut Geekbench mehr als die 10x Geschwindigkeit.

Die Javascript Performance des vorinstallierten mobile Safari hängt nicht nur von der Rechenleistung des Gerätes ab, sondern auch von der Optimierung des Browsers. Dies sieht man besonders deutlich beim UL50VF, wo Chrome und Safari im Sunspider mehr als 10x schneller sind als der alte Internet Explorer 8. Im Vergleich zu diesem schlägt sich das iPad durchaus respektabel und reiht sich nur knapp dahinter ein. Auch bei Android sieht man die Auswirkungen von Optimierungen deutlich. Der Dell Streak mit Android 1.6 ist Welten von dem Nexus One mit Android 2.2 entfernt, obwohl beide auf eine 1 GHz Snapdragon CPU setzen. Generell können sich gut optimierte Desktop Browser im Laptop oder Desktop noch deutlich von den mobilen Webkit Browsern in Android oder IOS absetzen. 

In der täglichen Anwendung ist das iPad beim Browsen jedoch angenehm schnell. Nur sehr komplexe Seiten (Typo3 Backend beispielsweise) überlasten den Browser deutlich und führen manchmal sogar zum Absturz von Safari. Durch das flüssige Scrollen, selbst während dem Laden der Seite, fühlen sich lange Seiten sogar flüssiger an, als auf Netbooks und Notebooks.

Google V8
Google V8
Peacekeeper
Peacekeeper
Sunspider
Sunspider
Nova HD
Nova HD
Real Racing HD
Real Racing HD

Der integrierte Grafikkern des Apple A4 basiert laut Gerüchten auf einen PowerVR 335 welcher auch im Intel GMA 500 eingesetzt wird. Dadurch rangiert die theoretische 3D Leistung auch nur am Ende der in Notebooks / Netbooks gefundenen Grafikleistung. Durch die Anpassung der Spiele auf den Grafikkern, kann jedoch deutlich mehr herausgeholt werden, als bei den sehr generell gehaltenen Windows Spielen (bei Netbooks mit GMA500). Spiele wie Real Racing HD oder Nova HD überraschen mit einer relativ guten 3D Grafik und nutzen die Hardware sehr gut aus.

Im Praxistest konnte auch die WLAN Leistung überzeugen. Im Verbindung mit unserem Trendnet Draft-n Router kam es zu keinen Unterbrechungen und fast die volle Internetgeschwindigkeit von 30MBit / 1Mbit wurde erreicht (siehe Screenshots). Die WLAN Reichweite war vergleichbar mit durchschnittlichen Notebooks.

Der UMTS Empfang war im Praxistest ebenfalls ohne Tadel. Die von Apple zur Verfügung gestellte Drei Wertkarte erreichte maximal 2010 / 232kbps im Test (Flughafen Linz).

WLAN Internet Performance einer 30/1MBit Leitung
WLAN Internet Performance einer 30/1MBit Leitung
UMTS mit Drei (Österreich)
UMTS mit Drei (Österreich)
UMTS mit Drei (Österreich)
UMTS mit Drei (Österreich)
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Emissionen

Wie wir testen - Emissionen

Geräuschemissionen

Da man im iPad keine bewegenden Teile vorfindet (weder Lüfter noch HDD) bleibt das Apple Tablet bei jeder Nutzung absolut geräuschlos.

Temperatur

Die Hitzeentwicklung war bei unserem Testgerät nie kritisch und blieb immer unter der Hauttemperatur. Wenn man das iPad jedoch im prallen Sonnenschein nutzt, dann erhitzt sich das Gehäuse klarerweise von Aussen. 

Mit gemessenen 29-32°C blieb es in Innenräumen auch immer knapp unter der Hauttemperatur und fühlte sich daher nie warm an.

Lautsprecher

Der verbaute Mono-Lautsprecher befindet sich auf der unteren Seite des iPads. Durch die beliebige Rotation des Tablets, ist die Position zwar nicht entscheidend, trotzdem deckt man ihn oft unabsichtlich mit der Hand ab. Zwei Lautsprcher wären deshalb manchmal wünschenswert und könnten auch einen Stereoeffekt erzeugen. Die Qualität ist für die kleine Baugröße gut und reicht für Filme und Spielklänge. Auch die Musikuntermalung per Internetradio oder der iPod Funktion können anspruchspruchslose Benutzer zufriedenstellen. Die maximale Lautstärke reicht auch für das Video-betrachten von 2 Personen und ist unserer Meinung nach ausreichend. 

Der integrierte Audioausgang liefert ein sauberes Signal ohne Rauschen und mit einer guten Qualität. Hier merkt man die Abstammung der iPod Serie.

Das integrierte Mikrofon funktionierte im Test mit Skype einwandfrei. Videokonferenzen sind jedoch aufgrund der fehlenden Webcam nicht möglich.

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Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Apple bewirbt das iPad 10h bzw. 9h (über 3G) Surfzeit. In unseren Praxistests beweist sich dieser Wert, wenn man die Displayhelligkeit nicht voll aufdreht. Wir erreichten z.B. mit halber Helligkeit 9,5h über WLAN Verbindung. Mit minimaler Helligkeit erhöht sich der Wert auf eindrucksvolle 14 Stunden und 13 Minuten. Dadurch wird auch klar, dass das LED Display der größte Stromverbraucher ist. Maximal lief das iPad im Test fast 17,5 h (Idle, minimale Helligkeit, WLAN und 3G aus). Minimal lief das iPad 4.5h (volle Helligkeit, 3D Spiel, WLAN und 3G ein). Insgesamt kann man also so mit 5-10h Akkulaufzeit im normalen Betrieb rechnen. Damit kann sich das iPad an die Spitze aller von uns getesteten Geräte setzen. Nur das MSI Wind U115 (Intel Atom Z520 und selber Grafikkern im GMA500) kann mit 3-12% Rückstand aufschließen. Dieses verwendet jedoch auch einen mit 75Wh mehr als doppelt so großen Akku (iPad: 25Wh).

Zum Aufladen des iPad benötigten wir im Test das mitgelieferte Netzteil. Über die USB Verbindung mit einem 2007er MBP wurde zu wenig Strom übertragen. Mit 6 Stunden 49 Minuten Ladezeit, muss man jedoch einige Zeit auf den nächsten mobilen Einsatz warten. Die ersten Minuten nach vollständiger Entladung lässt sich das iPad übrigens überhaupt nicht einschalten, dies funktioniert nur mit minimal geladenen Akku. Dadurch muss man einen defekten Akku wohl auf alle Fälle ersetzen lassen (nicht selbst wechselbar).

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
17h 26min
Surfen über WLAN
9h 23min
Last (volle Helligkeit)
5h 43min

Der Stromverbrauch ist dank sparsamen ARM Prozessor mit integrierter Grafikkarte sehr gering. Verglichen mit allen Notebooks und Netbooks im Test, kann das iPad bei allen Messwerten (im Betrieb) die klare Führung übernehmen. Netbooks ziehen mindestens 1/3 mehr Strom aus der Steckdose. Die sparsamsten Konkurrenten sind Asus Eee PC T91 und das Sony Vaio X11.

Ankreiden kann man Apple höchstens, dass das Netzteil auch bei ausgeschalteten iPad und im Standby 0.9 Watt aus der Steckdose zieht.

Stromverbrauch

Aus / Standby 0.9 / 0.9 Watt
Idle 2.1 / 4.9 / 4.9 Watt
Last 6.2 / 7.5 Watt
 
Legende: min: , med: , max:         
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Praktische Erfahrungen

Acid3 iPad
Acid3 iPad
Referenz
Referenz
Acid2 iPad
Acid2 iPad
Referenz
Referenz
Acid1 iPad
Acid1 iPad
Referenz
Referenz

In unserem mehrwöchigen Test mit dem Apple iPad konnten wir uns ein detailliertes Bild des Tablets machen. 

Im Vordergrund ist natürlich der mitgelieferte Internet Browser Safari. Dieser basiert auf die Webkit Engine und hält sich gut an Webstandards. Im Acid 3 Test schafft er zum Beispiel 100/100 Punkten (jedoch mit einer kleinen grafischen Abweichung). Interessanterweise kann er den Acid 2 Test jedoch nicht ganz überzeugend rendern (siehe Screenshots). In der täglichen Anwendung gefällt die das reaktionsschnelle User Interface (scrollen z.B. auch beim Laden jederzeit möglich). Die Ladezeiten sind im täglichen Einsatz nicht störend und das Surfen macht einfach Spaß. Leider fehlt dem Safari ein echtes tabbed Browsing, dies kann man jedoch mit 3rd Party Browser, basierend auf die selbe Rendering Engine, wie Atomic Web (empehlenswert) nachrüsten. Probleme hat die mobile Webkit Engine mit Frame-basierten Oberflächen. Z.B. lässt sich das Typo3 CMS Backend kaum bedienen. Alternativ-Browser mit anderer Rendering-Engine sind derzeit leider keine erhältlich und aufgrund Apples AppStore Richtlinen sind auch keine absehbar.

In diesem AppStore findet man die einzige Quelle für zusätzliche Software für das iPad, sofern man es nicht per Jailbreak befreien will. In Apples Store gibt es eine riesige Auswahl an Applikationen wobei die meisten derzeit noch für das iPhone optimiert sind. Gute Applikationen sind jedoch meistens kostenpflichtig. Durch die geringen Preise und die problemlose Kaufabwicklung, ist man jedoch gerne zum Kauf bereit. Der Atomic Browser kostete z.B. 79 Cent. Grundsätzlich kann die Applikationsqualität im Store dank Apples rigider Zulassungspolitik überzeugen. Im Android Webstore fanden wir im Test mit dem Dell Streak meist deutlich mehr unbrauchbare Apps.

Die Multitouchbedienung macht auch nach mehreren Wochen noch Spaß und verleitet das iPad statt dem (laufenden) Laptop für kleine Surfausflüge zu verwenden. Auch die Apps verwenden meistens den Touchscreen sehr gut. Die virtuelle Tastatur ist für kleine Schreibarbeiten wie URLs im Browser, Formulare, kurze Mails voll ausreichend. Längere Texte sind jedoch nur per Tastatur-Dock ermüdungsfrei zu erledigen.

Man muss sich jedoch bewusst sein, das IOS im derzeitigen Zustand noch keinem Desktop OS das Wasser reichen kann. Besonders das fehlende Multitasking nervt manchmal (z.B. beim Vorladen eines Youtube Videos in der Youtube Applikation). Wir können jedoch Apples Argumentation über das absichtliche Weglassen gut verstehen. Die Hardware ist noch nicht stark genug um mit Multitasking immer ein gutes User Erlebnis zu bereiten. Mit dem kommenden IOS 4.2 (Oktober) wird sich dies etwas bessern.

Ideale Einsatzzwecke

Als ideale Einsatzzwecke des iPads ergaben sich für uns:

  • Couch-Surfing: Am Abend vor dem Fernseher sich der weiten Welt im Web zu widmen macht mit dem iPad einfach Spaß.
  • Mobiler Videoplayer: Im Zug oder Flugzeug einen längeren Film zu genießen war mit dem iPad dank dem sehr guten Bildschirm eine Freude. Die schwarzen Streifen und die eingeschränkte Formatwiedergabe sind jedoch kleine Nachteile. Die iPod-Funktion zum Musikhören funktioniert natürlich auch einwandfrei, durch die Größe des Apple-Tablets eignet er sich jedoch nicht wirklich als MP3 Player Ersatz.
  • Foto Handling: Mit dem optionalen Camera Connection Kit eignet sich das iPad hervorragend um Fotos im Urlaub von der Kamera zu sichern, sichten und aussortieren. Auch das Vorführen der Urlaubs- / Kinderfotos bei Familientreffen ist ein Erlebnis (besonders für die Verwandten).
  • Casual Gaming: Der Appstore ist voll mit guten kurzweiligen Spielen, die zum Beispiel den Lagesensor hervorragend für neue Ideen nutzen. Auch sinnvolle Kinderspiele findet man bei Apple.
  • eBook & eMag Reader: Dank der guten Akkulaufzeit und dem großen Bildschirm lässt sich das iPad gut als eBook Reader einsetzen. Einige Magazine bieten auch iPad Versionen ihrer Printhefte und zeigen wohin die Richtung gehen könnte. Durch die spiegelnde Oberfläche eignet es sich jedoch eher für den Indoor Betrieb.
  • Aussennutzung: Wie gerade angesprochen stören die Spiegelungen in sehr hellen Umgebungen etwas den längeren Einsatz im Freien. Im Schatten reicht jedoch die Displayhelligkeit aus für den Zeitvertreib. Die 3G Version konnte im Praxistest mit einem guten Empfang überzeugen.
  • Navigationsgerät: Die von uns getestete 3G Version beinhaltet einen gut funktionierenden GPS Sensor (im Test startete es meist so 10-20m falsch näherte sich dann nach einige Minuten auf wenige Meter an die tatsächliche Position). Das mitgelieferte Google Maps eignet sich zwar auch für die Routenplanung, bietet jedoch keine gute Turn-by-Turn Navigation. Im App Store gibt es jedoch auch hierzu passende Programme, jedoch muss man hier 40-100 Euro (je nach Kartenmaterial) einplanen. Dafür kann man dann auch offline navigieren.
  • Kalender / Kontakte / Notizen: Den großen Filofax kann das iPad ebenfalls ersetzen. Durch die Größe ist hierfür jedoch ein Smartphone ala iPhone empfehlenswerter.
  • Zusatzmonitor: Durch die kostenpflichtige Applikation Air Display kann man das iPad (derzeit noch nur am Mac) als zusätzlichen Monitor per WLAN verbinden. Für Email, Chatfenster oder statische Texte reicht die langsame Reaktionsgeschwindigkeit aus und hilft die Produktivität zu steigern. Selbst der Touchscreen ist funktionsfähig und auch der geringe Stromverbrauch gefällt.
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Fazit

Wie wir testen - Fazit

Das iPad macht Spaß. Es kann und will kein Notebook oder Netbook ersetzen und sobald man den kleinen Computer als reines Entertainment Device sieht, liegen die Vorteile auf der Hand. Das interaktive Konsumieren von Multimedia Inhalten ist der Haupteinsatzzweck des iPads. Besonders die ersten Magazine und Comics im iPad Format machen Lust auf mehr.

Die Hardware selbst lässt sich kaum kritisieren. Besonders der hervorragende Touchscreen gefällt in der Indoor Nutzung. Auch die Aluminiumunterschale überzeugt dank hervorragender Haptik und Stabilität. Die Akkulaufzeit ist gut für die mobile Nutzung ausgelegt und bei den Emissionen glänzt das iPad dank lautlosem Betrieb. Wie alle mobilen Apple Geräte muss der Nutzer jedoch bei den drahtgebundenen Schnittstellen Kompromisse eingehen. Besonders ein SD Cardreader und ein USB Anschluss fehlen. Das optionale Camera Connection Kit bietet zwar beides, jedoch ist es nur auf den Bilderimport beschränkt.

Als weitere Nachteile sind die starken Reflexionen in hellen Umgebungen und das (noch) fehlende Multitasking zu nennen. 

Die fehlende Flash Unterstützung ist in unseren Augen kein großer Nachteil. In Android 2.2 ist Flash laut newteevee auch nur selten gut nutzbar.

Die größten Konkurrenten für das iPad sind derzeit noch die großen Smartphones allen voran das neue iPhone mit Retina Display. 

Im Android Lager wird derzeit auch sehr stark auf Tablets gesetzt. Das Dell Streak (derzeit bei uns auch im Test) ist das erste Tablet eines großen Players und gerade wurde auf der IFA das Galaxy Tab vorgestellt. Android soll jedoch erst mit der Version 3.0 nächstes Jahr für Tablets perfekt angepasst werden. 

Bis dahin wird auch Apple mit neuen Betriebssystemupdates und eventuell sogar neuen iPads die Latte hoch legen. Das im Oktober erscheinende iOS 4.2 für das iPad bringt z.B. Multitasking, Ordner, Game Center, Drahtloses drucken und Airplay (drahtloses Musik, Video und Foto streamen).

...teilweise erstellt auf dem iPad

» Das Apple iPad ist derzeit ab 489,- bei Notebooksbilliger.de erhältlich

10 Kommentare

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#10 Re: Test Apple iPad 3G 64GBFelix Sold, 21:01 05.03
Meiner Meinung nach ist das Stylistik Q550 von Fujitsu eine nette Idee, aber Windows 7 geht total in die falsche Richtung. Und ein Tablet mit Stylus in Zeiten von Android 3.0 und iOS, die speziell auf die Nutzung mit dem Finger ausgelegt sind? Wirkt meiner Meinung nach nicht mehr Zeitgemäß und der Preis ist auch recht happig. Ein sehr interessanter Gegenspier zum iPad ist wohl das neue Galaxy Tab 10.1 mit Honeycomb......
#9 Re: Test Apple iPad 3G 64GBTobias Winkler, 20:21 05.03
Welches Stylistic meinst Du denn? Das für 1600,- Euro oder das für 2000,- Euro mit UMTS?In unserer Top 10 kannst Du sehen, welche Alternativen wir bereits getestet haben.http://www.notebookcheck.com/Top-10-Tablets.44379.0.htmlLeider gelingt es auch uns nicht immer alle gewünschten Testgeräte zu bekommen....
#8 Re: Test Apple iPad 3G 64GBTRON2014, 16:26 05.03
Wenn Ihr schon so nen Schrott und völlig unnützes Gerät wie den Apple testen müsst, dann tut mir doch nen Gefallen und testet auch die richtigen Tablets ala Stylistic von FS! Gibt noch weitaus mehr gute Tablets, nur finde ich hier bei Euch nicht einen einzigen. Warum nicht?...
#7 Re: Test Apple iPad 3G 64GBKlaus Hinum, 22:35 09.09
Das iPad braucht man nicht, das will man ;)@ynxcxcyn, stimmt die Benutzeroberflächen sind leider nicht ganz einheitlich und iOS ist leider (noch) wirklich für einen produktiven Einsatz geeignet, jedoch will das das iPad im jetztigen Zustand auch nicht. ...
#6 Re: Test Apple iPad 3G 64GBGinoPanino, 22:29 09.09
Hard- und Software-mässig ist das iPad sicher sehr ausgereift; alles läuft flüssig und ist sehr intuitiv bedienbar. Allerdings erschliesst sich mir der Sinn des iPads immer noch nicht, und bis anhin konnte mir noch keiner sagen, wofür er es [i]wirklich[/i] braucht, abgesehen zum mal ein paar Minuten rumspielen. Arbeiten geht nicht, die Tastatur ist dafür zu umständlich. Lesen macht mit dem spiegelnden Display keinen Spass. Filme oder Fotos anschauen mache ich lieber auf meinem normalen PC. Dazu kommt das Gewicht, nach wenigen Minuten freihändigem Herumwerkeln tun mir die Arme weh. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Pads in Zukunft in gewissen Berufen Verwendung als Info-Zentrale finden können, quasi wie in Star Trek....
#5 Re: Test Apple iPad 3G 64GBynxcxcyn, 18:10 09.09
und noch was, mit Bildern hantieren ist entgegen aller Apple versprechen ein Graus: alles wird beim syncen erst einmal klein gerechnet, man hat also nicht das orginal. aber viel schlimmer: KEINE Sortiermöglichkeiten !!! nicht nach Dateiname und invers, nicht nach Datum, nichts ! Wenn man eiige hundert bilder in einem Ordner hat scrollt man sich zu Tode, wenn das Bild am Ende ist. Keine Sortierung nach Bewertung, namen oder irgendwas. Bedienerfreundlichkeit ist was anderes.Allgemein habe ich wohl noch mit keinem Gerät in meinem leben eine so uneinheitliche Bedienerführung gehabt wie mit diesem: jede Apple Aplikation sieht komplett anderes aus ( Music schickes metall, kalender und Kontake old school Design ??!!) und sobald man eine App lädt klingt man meist wild auf dem bildschrim herum, um versteckte Funktionen zu erkunden. KEIN konzept dahinter, jeder macht sein eigenes brötchen. Bei jedem anderen System drücke ich auf menüs und suche dann eventuell einen befehl, aber hier nur wildes gedrücke und lernen, wie was funktioniert. Htte ich besser erwartet !...
#4 Re: Test Apple iPad 3G 64GBdsfhsdsd, 18:03 09.09
leider taugt das Gerät gar nicht als Reiserechner: kein Lan Anschluss wie immer noch in vielen Hotels, keine USB Sticks zum anschließen, keine Festplatten, um kurz Daten auszutauschen und selbst Dokumente bearbeiten ist nicht wirklich drin. Wer einmal versucht hat gleichzeitig mit einer Excel Tabelle und einem PDF zu hantieren , gibt nach wenigen minuten auf. Ist einfach ein nettes Spielzeug, leider aber auch nicht mehr. hat meinen viele Jahre alten tablet PC NICHT ersetzt. Schade Apple, wäre eine Chance gewesen...
#3 Re: Test Apple iPad 3G 64GBMirko. H, 11:41 09.09
Sehr schöner Test, wenn ein bisschen zu Pro-Apple ;)...@Test, Klaus HinumFür mich liegt das Problem mit Typo nicht am iPad sondern an Typo selbst. Wer Typo einsetzt muss damit leben. Es gibt bessere CMS die kompatibler sind......
#2 Re: Test Apple iPad 3G 64GBKlaus Hinum, 14:20 07.09
Ich denke auch das das iPad interessante Möglichkeiten für Unternehmen bietet, jedoch muss man bestehende Software meist etwas anpassen um sie im mobilen Browser (oder als App) verfügbar zu machen. Wie im Test erwähnt läuft z.B. das Backend von Typo3 (CMS) durch den Einsatz von Frames und eines (noch) inkompatiblen RTE nicht einsetzbar am iPad (aber z.B. auch nicht wirklich unter Android). ...
#1 Re: Test Apple iPad 3G 64GBRalf Wenzel, 08:57 07.09
In einem einzigen Punkt möchte ich widersprechen: Neben Entertainment halte ich die mobile Datenerfassung/-sichtung (zum Beispiel für Lösungen in der Cloud) für ein Einsatzgebiet, für dass das iPad wie gemacht ist. Wir prüfen gerade einen solchen Einsatz sowohl für uns selbst als auch für einige Kunden.Ansonsten: Danke für den sachlichen und unpolemischen Artikel, er deckt sich komplett mit unseren EIndrücken.Ralf Wenzel, Heuristika Unternehmensberatung (Hamburg)...
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Datenblatt

Apple iPad 1 3G 64GB

:: Prozessor
Apple A4 1 GHz
:: Speicher
256 MB, DRAM
:: Grafikkarte
PowerVR SGX535, PowerVR 535
:: Bildschirm
9.7 Zoll 4:3, 1024x768 Pixel, IPS Multitouchscreen, spiegelnd: ja
:: Festplatte
64 GB SSD, 64 GB
:: Anschlüsse
1 Docking Station Anschluss, Audio Anschlüsse: Kopfhöreranschluss, integriertes Mikrofon
:: Netzwerkverbindungen
802.11a/b/g/n (abgn), 2.1 + EDR Bluetooth, Nur Daten: UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz), GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 13.4 x 242.8 x 189.7
:: Gewicht
0.7 kg Netzteil: 0.095 kg
:: Akku
25 Wh Lithium-Polymer
:: Preis
799 Euro
:: Sonstiges
iOS 3.2, 12 Monate Garantie

 

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HD Graphics 4000, Core i5 3317U, 11.6", 1.07 kg

Links

Preisvergleich

Apple iPad 3G 64GB bei Ciao

Pricerunner n.a.

Pro

+Präzise Touchscreenbedienung
+Hervorragendes IPS Panel
+Lautlos
+Gute Akkulaufzeit
+App. Store und Kompatibiltät zum iPhone
 

Contra

-Pfeiltasten fehlen (virtuell oder Hardware)
-Nur von Apple erlaubte Apps (kein alternativer Browser)
-Wenig Erweiterungsmöglichkeiten
-Noch kein iOS4

Shortcut

Was uns gefällt

Verarbeitung, Design, Interaktionen

Was wir vermissen

Manche Funktionen eines vollwertigen Betriebssystems.

Was uns verblüfft

Wie gern man das iPad immer wieder benutzt.

Die Konkurrenz

Derzeit noch keine ernsthafte, am ehesten noch das iPhone 4. Upcoming: Samsung Galaxy Pad, Asus und MSI Tablets.

Bewertung

Apple iPad 1 3G 64GB
06.09.2010
Klaus Hinum
Verarbeitung 99%
Tastatur 40%
Mausersatz 95%
Konnektivität 35%
Gewicht 98%
Akkulaufzeit 100%
Display 91%
Leistung Spiele 10%
Leistung Anwendungen 25%
Temperatur 89%
Lautstärke 100%
Eindruck 95%
Durchschnitt 73%

90%

Tablet *
gewichteter Durchschnitt

Weitere Informationen über unsere Bewertung finden sie hier.

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Autor: Klaus Hinum (Update:  2.04.2013)