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Amazon-VP kündigt aus Protest gegen den Umgang Amazons mit Whistleblowern und Warenhaus-Mitarbeitern

Amazon-VP kündigt aus Protest gegen den Umgang Amazons mit Whistleblowern und Warenhaus-Mitarbeitern
Amazon-VP kündigt aus Protest gegen den Umgang Amazons mit Whistleblowern und Warenhaus-Mitarbeitern
Fünf Jahre lang war Tim Bray Mitarbeiter und zuletzt Vizepräsident von Amazon Web Services, jetzt schmeißt er hin. In seinem Blogpost begründet er den Schritt als Protest gegen das Feuern von Whistleblowern innerhalb von Amazon, welche lediglich auf die Zustände und Ängste der Mitarbeiter vor einer Covid-19-Infektion aufgedeckt hätten. Zudem seien „zufällig“ auch alle so gefeuerte Angestellte „farbig oder eine Frau oder beides“ gewesen.
Christian Hintze,

Der Schritt falle ihm nicht leicht, denn er würde damit wohl den besten Job verlieren, den er jemals hatte. Dennoch ist für ihn die Kündigung unumgänglich, als Protest gegen Amazons Umgang mit Mitarbeitern, Quer- und Vordenkern innerhalb der eigenen Belegschaft.

Er beschreibt exemplarisch für das falsche Verhalten von Amazon gegenüber Angestellten den Zusammenschluss von nahezu 9.000 Angestellten zu Amazon Employees for Climate Justice (AECJ), welche den Konzern in einem offenen Brief dazu aufforderten hinsichtlich des globalen Klimawandels zu handeln und eine Vorreiterrolle einzunehmen, auch er selbst hatte das Schreiben unterzeichnet. Im Vorfeld eines späteren Klimamarsches der Angestellten seien deren Anführer mit Entlassungen bedroht worden.

Ähnliches hat sich nun in den schweren Corona-Zeiten ereignet. Mitarbeiter, welche sich öffentlich für mehr Schutz am Amazon-Arbeitsplatz einsetzen oder die Zustände anprangerten, wurden gefeuert. Beispielsweise wendeten sich besorgte Angestellte an die oben erwähnte AECJ-Gruppe innerhalb der Belegschaft. Als diese eine Videokonferenz für alle globalen Mitarbeiter organisierten und die Ankündigung dazu intern verschickten, wurden zwei AECJ-Leiter umgehend gefeuert, aus fadenscheinigen Gründen.

Statt die engagierten Aktivisten zu feuern hätte es deutlich diplomatischere Wege gegeben, so Bray. Mitarbeiter mit hohem Ansehen bei der Belegschaft wurden gefeuert, um die übrigen Angestellten trotz berechtigter Kritik ruhig zu stellen. Dann verteilt er noch einen Seitenhieb: „Ich bin sicher es handelt sich um einen Zufall, dass jede dieser Personen entweder farbig, eine Frau oder beides ist, richtig?“ (freie Übersetzung des Autors).

Da auch VPs keine Interna veröffentlich dürfen, habe er pflichtbewusst den offiziellen Weg gewählt, seine Kritik umfassend zunächst intern geäußert und argumentiert. Er können nicht alle Punkte aus der Diskussion öffentlich darlegen, aber viele der hier aufgeführten Argumente kamen auch intern bei den zuständigen Personen zur Sprache. Danach VP zu bleiben hätte dazu geführt Handlungen mitzutragen, welche er verachte. Deshalb habe er anschließend gekündigt. Amazon steht auch weiterhin unter Druck in Sachen Mitarbeiterschutz. In Frankreich musste der Konzern sogar auf eine richterliche Verfügung hin alle nicht-essentiellen Lieferungen einstellen, was zu einer temporären Schließung aller Warenhäuser führte.

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Autor: Christian Hintze,  5.05.2020 (Update:  5.05.2020)
Christian Hintze
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).