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Doppelmoral: Nicht alle Notebook-Hersteller spezifizieren die TGP von Nvidia GeForce RTX 3000 Laptop-GPUs gleich

Notebook-Hersteller müssen nun zwar die TGP der verbauten GPU angeben, Nvidia gibt dabei allerdings keine Maßstäbe vor. (Bild: MSI / Nvidia)
Notebook-Hersteller müssen nun zwar die TGP der verbauten GPU angeben, Nvidia gibt dabei allerdings keine Maßstäbe vor. (Bild: MSI / Nvidia)
Das Drama rund um die Nvidia GeForce RTX 3060, GeForce RTX 3070 und GeForce RTX 3080 Laptop-GPUs geht in die nächste Runde. Wir haben nun Informationen erhalten, laut denen Nvidia Notebook-Hersteller mittlerweile zwar zur Angabe der TGP zwingt, wie diese angegeben wird bleibt aber den OEMs überlassen.
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Wir haben in den vergangenen Wochen bereits vielfach über die Problematik zu den neuen Nvidia GeForce RTX 3000 Laptop-GPUs berichtet, die mit TGPs von 60 Watt bis 150 Watt verfügbar sind, sodass Notebooks mit einer GeForce RTX 3060 Laptop-GPU bei einer TGP von 115 Watt teils schneller sein können als Konkurrenten mit einer GeForce RTX 3080 Laptop-GPU, die mit nur 80 Watt betrieben wird. Vergangene Woche ist Nvidia endlich eingeschritten, Notebook-Hersteller sind künftig dazu verpflichtet, die TGP und die Taktfrequenzen in den technischen Daten anzugeben.

Wir haben viel Zeit investiert, um möglichst vollständige Listen der TGPs und der Taktfrequenzen aller Notebooks mit einer GeForce RTX 3060, einer GeForce RTX 3070 und einer GeForce RTX 3080 zusammenzustellen. Wie in diesen Tabellen bereits zu sehen ist passen die spezifizierten Taktfrequenzen nicht immer zur angegebenen TGP. So wird das Asus ROG Zephyrus G15 mit RTX 3060 etwa mit einer TGP von 95 Watt plus 15 Watt Dynamic Boost und maximalen Taktfrequenzen von 1.525 MHz beworben, während das MSI GS66 Stealth bei identischen TGP-Angaben "nur" auf 1.425 MHz kommt.

XMG hat uns nun schriftlich mitgeteilt, dass dies daran liegt, dass Nvidia den Notebook-Herstellern freie Hand dabei lässt, wie die TGP und die Taktfrequenzen spezifiziert werden, sodass diese zwischen verschiedenen Unternehmen nicht zwangsläufig miteinander vergleichbar sind. Den Angaben von XMG zufolge dürften die Angaben zur maximalen cTGP und zum Dynamic Boost 2.0 zwar in den meisten Fällen korrekt angegeben werden, einige Hersteller geben die Boost-Taktfrequenzen aber bei der maximalen cTGP an, andere geben die Taktraten an, nachdem der Dynamic Boost aktiviert wurde – dieser reduziert unter Umständen aber die übrige Systemleistung, sodass diese Taktfrequenzen in der Praxis nur selten erzielt werden dürften – XMG bezeichnet diese Angaben als "fiktional".

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Das Nvidia Control Center gibt die maximale cTGP an – und direkt darunter "Boost-Taktfrequenzen", die bei der deutlich geringeren Basis-TGP ermittelt wurden. (Bild: Nvidia / XMG)
Das Nvidia Control Center gibt die maximale cTGP an – und direkt darunter "Boost-Taktfrequenzen", die bei der deutlich geringeren Basis-TGP ermittelt wurden. (Bild: Nvidia / XMG)

XMG würde sich wünschen, dass Nvidia ein Standard-Benchmark definiert, durch welches die maximalen Taktfrequenzen ermittelt werden – so könnte auch das Kühlsystem berücksichtigt werden. In jedem Fall sollte Nvidia zumindest vorgeben, wie die Taktfrequenzen in den technischen Daten angegeben werden sollen – wenn diese nämlich in der Praxis nicht zu erreichen sind und von unterschiedlichen Notebook-Herstellern verschieden ermittelt werden sind diese für den Konsumenten kaum hilfreich.

Die Situation wird von Nvidia nicht gerade vereinfacht, indem im Grafiktreiber weder die eine noch die andere Angabe zu finden ist, stattdessen werden die "Boost-Taktfrequenzen" bei der Basis-TGP angegeben, während direkt darüber die maximale cTGP spezifiziert wird. Die maximalen Taktfrequenzen inklusive Dynamic Boost scheinen darüber hinaus beim Treiber gar nicht mehr angegeben zu werden, oder zumindest nur noch bei GPUs mit Max-Q-Features. In jedem Fall wird diese Situation von Woche zu Woche undurchsichtiger, es wird höchste Zeit, dass Nvidia deutlich transparenter wird, was die unterschiedlichen Konfigurationen von GeForce RTX 3000 Laptop-GPUs betrifft.

Quelle(n)

XMG

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Hannes Brecher
Hannes Brecher - Senior Tech Writer - 6690 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2018
Seit dem Jahr 2009 schreibe ich für unterschiedliche Publikationen im Technologiesektor, bis ich im Jahr 2018 zur News-Redaktion von Notebookcheck gestoßen bin. Seitdem verbinde ich meine langjährige Erfahrung im Bereich Notebooks und Smartphones mit meiner lebenslangen Leidenschaft für Technologie, um unsere Leser über neue Entwicklungen am Markt zu informieren. Mein Design-Hintergrund als Art Director einer Werbeagentur erlaubt mir darüber hinaus tiefe Einblicke in die Eigenheiten dieser Branche.
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Autor: Hannes Brecher, 10.02.2021 (Update: 10.02.2021)