Stabilität. Das ist das Wort, das die GFU und NIQ für den deutschen Home-Electronics-Markt 2025 nutzen. Mit rund 31,5 Milliarden Euro Umsatz (Januar bis September 2025) liegt der Markt mit einem Minus von 0,2 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert. Carine Chardon, die GFU-Geschäftsführerin, sieht es positiv. Sie spricht von einer "Widerstandskraft" des Marktes. Nach den Rückgängen der Vorjahre sehe man nun "spürbare Wachstumsimpulse". Die Verbraucher würden gezielt in Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit investieren.
Große Gewinner: Comeback des PCs
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet der IT-Sektor, jahrelang ein Sorgenkind, meldet sich mit einem Paukenschlag zurück. Ein Plus von 6,4 Prozent auf fast 5 Milliarden Euro (4,94 Mrd. €). Hauptgrund: die Verbraucher kaufen wieder Rechner. Der Markt für Desktop-PCs explodierte um fast 35 Prozent auf 477 Mio. Euro. Aber auch Notebooks (1,8 Mrd. Euro) legten um satte 12,8 Prozent zu. Die GFU nennt hierfür eine stabilen Nachfrage aus dem Homeoffice- und Bildungsbereich. Auch der Absatz von Monitoren (+3,9 Prozent) und externen Festplatten (+5,4 %) entwickelte sich gut.
Unterhaltungselektronik: Konsolen und Action Cams wachstumsstarke Trendsegmente
Der größte Markt-Block bleibt Consumer Electronics. Hier weisen die GFU-Zahlen rund 19,6 Milliarden Euro aus. Der Umsatz blieb nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum (0,0 %). Der Absatz von Videospiel-Konsolen schoss um fast 28 Prozent auf 478 Mio. Euro nach oben, bei den Action Cams gab es ein Plus von 19,1 Prozent. Auch Streaming-Sticks (plus 10,3 Prozent) waren beliebt. Der größte Verlierer in der aktuellen HEMIX-Auswertung sind TV-Geräte. Der Fernseher-Markt brach um fast 7 Prozent auf rund 1,9 Mrd. Euro ein.
Smartphones: Des Deutschen liebstes Spielzeug schwächelt
Der gesamte Bereich Telekommunikation gab um 2,7 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro nach. Hauptverantwortlich dafür ist das mit Abstand größte Segment: Smartphones. Sie erwirtschafteten "nur" noch 8,6 Milliarden Euro, was einem Minus von 2,7 Prozent entspricht. Spannende Sidefacts: Bei den Stückzahlen wurden 5,2 Prozent weniger Smartphones verkauft als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis pro Gerät leicht an. Das bestätigt den Trend: wenn schon ein neues Modell, dann ein teures Premium-Smartphone. Bei den Smartwatches und Co. (Core Wearables) sank der Umsatz um 1,6 Prozent auf 895 Millionen Euro.
Audio-Markt: Nur Kopfhörer sind ein Lichtblick
Im Audio-Bereich herrscht Katerstimmung. Fast alles ist im Minus. Home Audio (Heimanlagen, Smart Speaker) fiel um 7,7 Prozent. Personal Audio (Radios) um 7,5 Prozent. Selbst Bluetooth-Lautsprecher (minus 1,1 Prozent) werden nicht mehr so oft gekauft. Der einzige Lichtblick in diesem Marktsegment sind Kopfhörer und Headsets. Hier wurde ein Umsatzplus von 2,4 Prozent auf 856 Millionen Euro erzielt.
Hausgeräte: Kleine schlagen Große
Bei den Hausgeräten gibt es eine kleine Verschiebung. Kleinelektrogeräte (Kaffeemaschinen, Küchenhelfer) legten um 1,9 Prozent (5,1 Mrd. Euro) zu. Die "Weiße Ware"- also Waschmaschinen, Kühlschränke und Co.- gaben leicht um 2,2 Prozent (6,8 Mrd. Euro) nach. Energieeffizienz bleibt hier das Top-Schlagwort.



































