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BMW und Daimler machen für Mobilitätsdienste gemeinsame Sache

Joint Venture von BMW und Daimler für Mobilitätsdienste.
Joint Venture von BMW und Daimler für Mobilitätsdienste.
Wenn Erzrivalen und Konkurrenten wie BMW und Daimler eine Partnerschaft eingehen, dann muss es dafür schon sehr gewichtige Gründe geben. Offenbar ist die Zukunft der Mobilitätsdienstleistungen einen solchen Schritt wert. BMW und Daimler planen in Berlin ein Joint Venture.

Der Plan für ein Joint Venture der beiden Automobilkonzerne BMW und Daimler steht. Bereits Ende März hatten die beiden Erzrivalen eine entsprechende Ankündigung gemacht. Wenn aus rund 100 Jahren Wettbewerb und Rivalität schließlich ein gemeinsames Großprojekt resultiert, dann muss es dafür schon schwerwiegende Gründe geben. Offenbar sind sich BMW und Daimler darüber einig, dass sich die Mobilitätsdienstleistungen nur in einer Kooperation auf die nächsten Stufe heben lassen.

Headquarter von BMW und Daimler in Berlin

Das Joint Venture für das geplante weltweit agierende Mobilitätsunternehmen soll den Firmensitz in Berlin haben. Laut den Konzernmeldungen haben beide Unternehmen die Gründung ihres gemeinsamen Geschäftsvorhabens offiziell bei der EU-Kommission eingereicht. Mit dem Joint Venture wollen die beiden Automobilhersteller auch ihre Partner wie Städte und Kommunen auf dem Weg zur nachhaltigen urbanen Mobilität unterstützen. Mit der Einreichung des Vorhabens bei der EU haben die Partner nun den wichtigsten Markt des Joint Ventures adressiert. Die Genehmigung der Transaktion wurde zuvor schon in verschiedenen Ländern bei den jeweils zuständigen Behörden angemeldet und zum Teil bereits freigegeben.

Ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten

Im März 2018 verkündeten die BMW Group und die Daimler AG, dass sie künftig ihre Kräfte bündeln wollen. Das Ziel: Kunden sollen künftig Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand erhalten. Das ganzheitliche Ökosystem an Mobilitätsdiensten von BMW und Daimler soll intelligent, nahtlos vernetzt und auf einen Fingertipp zur Verfügung stehen.

Zusammenlegung und Bündelung von Mobilitätsservices

Vorbehaltlich der Prüfung und Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden planen beide Unternehmen, ihre bestehenden Angebote für On-Demand-Mobilität konkret in den Bereichen Carsharing und Ride-Hailing, Parking und Charging sowie Multimodalität zusammenzuführen und strategisch weiter auszubauen. Beide Konzerne sollen jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten. Die beiden Unternehmen werden weiterhin mit ihrem jeweiligen Kerngeschäft auch künftig im Wettbewerb stehen.

Das paritätische Joint Venture soll folgende Angebote umfassen:

  • Multimodal und On-Demand Mobility mit moovel und ReachNow:
    Die deutlich mehr als fünf Millionen Nutzer profitieren von der intelligenten und nahtlosen Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote - inklusive Buchung und Bezahlung. Darüber hinaus bietet die multimodale Plattform Lösungsansätze für die Herausforderungen des urbanen Individualverkehrs einschließlich Car as a Service.

  • CarSharing mit Car2Go und DriveNow:
    Car2Go und DriveNow haben in Summe 20.000 Fahrzeuge in 31 internationalen Metropolen. Carsharing erlaubt, die Auslastung von Fahrzeugen zu erhöhen und damit zur Reduktion der Gesamtzahl von Fahrzeugen in den Städten beizutragen. Mehr als vier Millionen Kunden nutzen diese Carsharing-Angebote bereits.

  • Ride-Hailing mit mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat:
    Bereits heute nutzen 15,9 Millionen Kunden und mehr als 170.000 Fahrer die Dienste von mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi (alle Europa) und Beat (Südamerika). Damit ist die Intelligent Apps GmbH einer der führenden Ridehailing-Anbieter in Europa und Südamerika. Innovative Angebote wie mytaximatch, bei dem sich unbekannte Fahrgäste per Fingertipp ein Taxi teilen, leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens.

  • Parking mit ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC:
    Ticket- und bargeldloses Parken am Straßenrand oder Reservieren und Bezahlen von Parkplätzen in Parkhäusern. In Europa und Nordamerika erreicht Parkmobile insgesamt über 25 Millionen Kunden und bietet digitale Parklösungen in mehr als 1.000 Städten an. Der innovative, digitale Parkdienst reduziert die Dauer von Fahrten, die Menschen für die Parkplatzsuche aufwenden und verringert damit das Verkehrsaufkommen signifikant. Denn der Parksuchverkehr macht heute etwa 30 % des Stadtverkehrs aus.

  • Charging mit ChargeNow und Digital Charging Solutions:
    Einfacher Zugang (Finden, Laden, Bezahlen) zum größten Netz an öffentlichen Ladestationen mit mehr als 192.000 Ladepunkten weltweit. Zusammen mit privilegierten Parkplätzen in den Städten unterstützt dies den Ausbau der Elektromobilität. Es ermöglicht den Menschen, Elektromobilität leichter in ihre Mobilitätsbedürfnisse zu integrieren.

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Autor: Ronald Matta, 20.09.2018 (Update: 20.09.2018)
Ronald Matta
Ronald Matta - Senior Editor News - @RonaldTi
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