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Huawei P20 und P20 Pro sind da: Professionelle Fotografie im Handy

Das Huawei P20 Pro mit dreifacher Leica-Cam soll professionelle Fotografie im Smartphone ermöglichen.
Das Huawei P20 Pro mit dreifacher Leica-Cam soll professionelle Fotografie im Smartphone ermöglichen.
Huawei hat heute die Nachfolger des P10 vorgestellt. P20 und P20 Pro sollen schon im Namen die massiven Verbesserungen transportieren, die der Hersteller den neuen Smartphones gegönnt hat. Insbesondere bei der Kamera nimmt Huawei den Mund ordentlich voll: Nichts anderes als einen Durchbruch bei der mobilen Fotografie kündigte Huawei heute in Paris an.

Besser als die eigenen Augen soll die Triple-Cam des P20 Pro sein, behauptete Huawei Mobile-CEO Richard Yu im Rahmen der P20-Präsentation in Paris und erst recht besser als die jedes anderen Smartphones am Markt. Das zeigt sich auch im bereits erfolgten Test durch die Fotografie-Experten von DXOMark, die die beiden P20-Modelle schon in den Händen hatten. Dort lässt insbesondere das P20 Pro mit 114 Gesamtpunkten die Konkurrenz weit hinter sich. Trotz der Ähnlichkeiten zwischen den beiden P20-Modellen gibt es doch einige Unterschiede im Detail.

Huawei P20

Das kleinere P20 bietet ein 5,8 Zoll RGBW-FullView-Panel mit 2.244 x 1.080 Pixel Auflösung, das Gehäuse ist nach IP53-Norm wasser- und staubabweisend, kann allerdings nicht ins Wasser getaucht werden. Der 3.400 mAh Akku wird über den USB-C-Port mittels Huaweis Super-Charge Schnell-Ladetechnik geladen. In der kleinen Notch an der Front hat Huawei eine 24 Megapixel-Selfie-Cam mit F/2.0 Blende integriert. Die Rückseite zeigt eine Dual-Cam bestehend aus 12 Megapixel RGB- und 20 Megapixel Monochrom-Sensor mit F/1.8 und F/1.6 Blenden. Die Pixelgröße ist mit 1,55 um größer als bei vielen anderen Smartphones, was besser ausgeleuchtete Bilder in dunklen Umgebungen verspricht.


Man merkt nicht nur am Notch-Design, dass Huawei teilweise von Apple inspiriert ist. So bietet Huawei nicht nur Gesichtserkennung an sondern auch 3D Porträt-Licht-Features für Selfies, die trotz Fehlen eines 3D-Sensors an der Front durch KI-Algorithmen ermöglicht werden. Zum Thema Kamera noch erwähnenswert sind weitere Features: Erstens der Handheld-Night-Modus, der bis zu 6 Sekunden lange Belichtungen ohne Stativ ermöglichen soll, dank Huawei AIS-Stabilisierung gänzlich ohne Verwacklungen. Super-Zeitlupe mit 960 fps ist ebenfalls mit an Bord, welche Qualitäts- und Zeit-Einschränkungen es hierbei gibt, verrät die Huawei-Mobile-Webseite bisher noch nicht.

Im Herzen des P20 schlägt der schon aus dem Vorjahr bekannte Kirin 970-SoC mit Huawei-NPU, welche für beschleunigte KI-Algorithmen zuständig ist. Im P20 sind 4 GB RAM und 128 GB Speicher integriert, der allerdings nicht mehr erweiterbar ist. Apropos nicht erweiterbar: Einen Kopfhöreranschluss sucht man vergeblich, im Paket mit dabei ist ein entsprechender Adapter auf USB-C. Dennoch soll sich das P20 für Audio-Fans eignen. Stereo-Lautsprecher und Unterstützung für High-Resolution-Audio sollen für die fehlende 3,5 mm Buchse entschädigen. Das P20 kommt in den Farben Schwarz, Pink Gold, Champagne Gold, Midnight Blue und Twilight und ist ab sofort für 649 Euro verfügbar.


Huawei P20 Pro

Das Pro-Modell ersetzt das größere P10 Plus aus dem Vorjahr und bringt erstmals in einem Smartphone eine dreifache Leica-Kamera auf der Rückseite, über die schon viel geschrieben wurde. Mit einem Top-Score bei DXOMark sollen die Benutzer professionelle Ergebnisse erreichen, die noch über das hinausgehen, was das P20 bietet. Die oben erwähnten Kamera-Features (Stabilisierung, Handheld Nightshot und Super-Zeitlupe) bietet natürlich auch das P20 Pro und auch hier setzt Huawei auf künstliche Intelligenz um die erkannte Szenerie entsprechend zu optimieren.

Das Pro-Modell hat dem P20 aber vor allem die dritte Kameralinse voraus. Und diese hat es in sich. Mit einem 8 Megapixel-Sensor mit OIS sowie F/2.4 Blende und Telefoto-Optik, einer 1/1.7 Zoll großen 40 (!) Megapixel-Kamera mit F/1.8 Blende sowie dem bei Huawei üblichen 20 Megapixel Monochrom-Sensor wollen die Chinesen praktisch einen Durchbruch bei der mobilen Smartphone-Fotografie erreicht haben. Der 8 Megapixel-Sensor mit 80 mm Brennweite ist für den 3-fachen optischen Zoom verantwortlich, insgesamt gibt es beim P20 Pro einen 5-fachen Hybrid-Zoom und einen 10-fachen Digitalzoom. 

Aber das ist noch nicht alles. Mittels Software-Update soll das P20 Pro künftig auch ISO-Werte von 102400 erreichen, was dann auch bei 1 Lux Restlicht noch sehr brauchbare Fotos ergeben soll, wo andere Smartphones längst aufgegeben haben. Dieser hohe ISO-Wert (gewöhnliche Smartphones schaffen maximal ISO 6400) dürfte auch Sony bald mit dem nächsten Xperia-Phone und der Fusion-Dual-Cam bieten, die Smartphone-Industrie nimmt sich also intensiv des Themas "Low-Light-Fotografie" an. Ach ja: Einen exklusiven Leica-Farbsensor hat Huawei ebenfalls noch im Pro-Modell integriert.


Bei all diesen innovativen Kamera-Features gehen natürlich einige andere Vorteile des P20 Pro etwas unter, deswegen hier noch eine kurze Zusammenfassung der restlichen Unterschiede zum P20 oben. Das Display bietet hier eine mit 6,1 Zoll etwas größere Bildfläche und besteht zudem aus einem OLED-Panel. Die Auflösung beträgt fast gleiche 2.240 x 1.080 Pixel. Mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher ist das P20 Pro etwas besser ausgestattet als das P20, zudem ist das Gehäuse hier nach IP67-Norm wasser- und staubdicht und hat Platz für einen 4.000 mAh Akku. Beide P20-Varianten bieten ein World-Modem mit 1,2 Gbps Download-Geschwindigkeit sowie Dual-SIM-Option. Das P20 Pro gibt es in den Farben Schwarz, Midnight Blue, Twilight und Pink Gold. Es wird ab dem 6. April um 899 Euro zu haben sein. Zum Abschluss noch einige Bilder vom Launch-Event.

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Autor: Alexander Fagot, 27.03.2018 (Update: 29.03.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.