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Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx wegen enttäuschender Testberichte zum Surface Pro X und Intels Druck gestrichen?

Das Windows-On-ARM-Tablet Surface Pro X könnte den Anfang vom Ende der Qualcomm-Microsoft-Initiative sein.
Das Windows-On-ARM-Tablet Surface Pro X könnte den Anfang vom Ende der Qualcomm-Microsoft-Initiative sein.
Sagen wir es so: Die ersten Testberichte zum ARM-Tablet Surface Pro X sind insbesondere in Bezug auf Performance und Kompatibilität eher enttäuschend ausgefallen. Und das könnte Konsequenzen haben. Vom Ende des Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx bis zum Tod der Windows-on-ARM-Plattform insgesamt wird bereits intensiv spekuliert, immerhin ist das jetzt bereits der dritte Anlauf mit Qualcomms Mobilprozessoren und Intel übt Druck aus.

Viel Aufregung herrscht seit gestern unter Microsoft-Freunden und Analysten. Das Surface Pro X ist in den USA bereits verfügbar, die ersten Tests sind da und sie sind - vorsichtig ausgedrückt - verhalten ausgefallen. Einige große Tech-Magazine und Youtuber berichten zwar von einem hardwaretechnisch beeindruckenden Tablet, das allerdings in Bezug auf Performance sowie Verfügbarkeit passender ARM-Anwendungen und Kompatibilität mit Windows-Programmen, etwa denen von Adobe, stark eingeschränkt ist. Dazu kämen auch noch einige lästige Bugs, die sich aber wohl noch beheben ließen, wie beispielsweise Engadget schreibt

Surface Pro X-Tester unbefriedigt

Nicht nur Youtuber David Lee kann das Surface Pro X nicht wirklich empfehlen, auch The Verge tut sich schwer mit dem auf Microsofts SQ1-Prozessor basierenden Tablet, auch wenn Design, der neue Stift und das Display gelobt werden. Letztlich scheitert das ARM-Tablet wenn dann vermutlich an den fehlenden oder nicht optimierten Anwendungen. 64-bit-Programme laufen gar nicht, 32-bit-Anwendungen und Games sind zu langsam und ARM-kompilierte Apps einfach nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Soweit so schlecht, ähnliches haben wir seit Beginn der Windows-on-ARM-Initiative immer wieder vernommen und auch in unseren Tests zu den ersten Snapdragon-PCs mit Windows erwähnt.

Nach Snapdragon 835, Snapdragon 850 und Snapdragon 8cx beziehungsweise dem darauf basierenden Microsoft SQ1-SoC ist nun aber bereits die dritte ARM-Generation am Start und es ändert sich wenig an der generellen Einschätzung der Lage, dazu kommen nicht gerade günstige Einstiegspreise, obwohl China hier noch ein Wörtchen mitzureden hat und gerade erst damit beginnt, ARM-PCs mit Windows 10 auf den Markt zu bringen. Das könnte allerdings eventuell zu spät sein, wenn man Microsoft-Beobachtern wie Martin Geuß (Dr. Windows) Glauben schenken will. Der veröffentlichte zuletzt seine Ansicht der Lage und kam zu keinem erfreulichen Schluss für Freunde der Plattform.

Das Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx ...
Das Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx ...
könnte zugunsten einer Intel-Version gecancelt sein.
könnte zugunsten einer Intel-Version gecancelt sein.

Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx gestrichen?

Insbesondere auf das zur IFA 2019 angekündigte Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx-SoC könnte es ganz konkret bereits Auswirkungen gegeben haben, ob durch die Erfahrungen mit dem Microsoft Surface-Tablet oder durch Druck seitens Intel wollen wir mal dahingestellt lassen. Jedenfalls sollte das Samsung ARM-Book eigentlich im September starten, danach im November, übrigens auch in Deutschland. Mittlerweile ist auf Nachfrage nur mehr von einem Start in den nächsten Monaten die Rede, kombiniert mit der Ankündigung Intels vergangene Woche, dass Samsung im nächsten Galaxy Book S auf den neuen Intel Lakefield-Prozessor setzen will, kann man wohl davon ausgehen, dass die Qualcomm-Version still und heimlich eingestampft wurde.

Stehen wir vor dem Ende der Windows-On-Arm-Plattform?  

Dr. Windows sieht insgesamt eher schwarz für Windows-On-ARM und zieht mal wieder Vergleiche zum gescheiterten Surface RT-Tablet aus anno dazumal. Es ist der alte Teufelskreis zwischen fehlender Software, daraus resultierenden niedrigen Verkaufszahlen und folglich geringer Motivation der Entwickler, Zeit und Geld zu investieren. Kombiniert mit dem Druck aus dem blauen Dunstkreis Intels, kann es durchaus sein, dass das Surface Pro X das letzte ARM-Tablet eines renommierten Herstellers gewesen ist, insbesondere wenn sich die Vermutung bewahrheitet, dass auch Samsung bereits abgesprungen ist, so wie Lenovo im Vorjahr mit dem Yoga C630 WOS, das praktisch nicht im Handel zu finden war. Ob die Chinesen die Situation mit ihren günstigeren Snapdragon 850-Designs retten können ist zumindest fraglich.

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Autor: Alexander Fagot,  6.11.2019 (Update:  6.11.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.