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Huawei Mate 10 & Mate 10 Pro offiziell: Viele Unterschiede im Detail

Huawei bringt dieses Jahr sowohl das Mate 10 als auch das Mate 10 Pro nach Europa.
Huawei bringt dieses Jahr sowohl das Mate 10 als auch das Mate 10 Pro nach Europa.
Huawei hat heute in München die Mate 10-Serie offiziell vorgestellt. Mate 10 und Mate 10 Pro teilen viele der vorab geleakten Features wie den KI-Beschleuniger Kirin 970 und die dritte Leica-Dual-Cam-Generation mit F/1.6-Blende, unterscheiden sich aber in einigen nicht auf den ersten Blick erkennbaren Details. Hier eine Übersicht über alle wichtigen Features und Specs.

Spannend, was Huawei da heute abgeliefert hat, denn Mate 10 und Mate 10 Pro werden in dieser Woche wohl für einige angeregte Diskussionen unter Tech-Fans sorgen. Beide Modelle basieren, wie erwartet, auf dem Kirin 970-Prozessor, der im 10 nm-Verfahren gefertigt, deutlich mehr Performance insbesondere bei KI-Algorithmen wie der Bilderkennung bieten wird und dennoch den Akku schont. Trotz gleich großem 4.000 mAh Akku wie im Mate 9 verspricht Huawei 30 Prozent längere Laufzeiten.

Im Gegensatz zum Vorjahr werden beide Mate 10-Modelle in diesem Jahr auch in Europa zu haben sein, wenngleich das Mate 10 in der ersten Auslieferungswelle im Oktober nur nach Spanien kommt. Zusätzlich gibt es auch wieder eine 1.395 Euro teure Porsche-Edition, die mit 6 GB RAM und 256 GB Speicher sowie Porsche-Design auch ab November zu haben sein wird. Das reguläre Mate 10 bietet 4 GB RAM und 64 GB Speicher erweiterbaren Speicher und kostet 699 Euro, das Pro-Modell mit 6 GB RAM und 128 GB nicht (!) erweiterbarem Speicher wird ab November um 799 Euro zu haben sein.

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Unerwartete Unterschiede

Womit wir bereits bei den Unterschieden zwischen Mate 10 und Mate 10 Pro sind, denn diese fallen in diesem Jahr doch deutlich umfangreicher aus als im letzten Jahr. Neben Unterschieden bei der Speicherbestückung und den Displays - dazu gleich mehr - zeigen sich einige Differenzen erst auf den zweiten Blick. Wir haben schon erwähnt, dass das Mate 10 per Micro-SD-Kartenslot erweiterbar ist, das Mate 10 Pro allerdings nicht. Auch beim Thema Audio fällt das Pro-Modell und damit die Porsche-Edition aus der Reihe. Erstmals hat Huawei hier auf den Kopfhöreranschluss verzichtet und liefert ein USB-C-Headset sowie einen Adapter auf 3,5 mm Klinke mit.

Beides dürfte einige Huawei-Fans vom Kauf der Pro-Edition abhalten und wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass Huawei in diesem Jahr unerwarteterweise das reguläre Mate-Modell mit QHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) ausliefert, das Pro-Modell allerdings nur mit der FHD+-Auflösung von nur 2.160 x 1.080 Pixel. Huawei's CEO Richard Yu gab im Rahmen der Keynote die altbekannte Erklärung bezüglich längerer Akkulaufzeiten an, dennoch ist es sehr ungewöhnlich, dass sich Huawei beim Pro-Modell für eine geringere Auflösung als beim Standard-Mate 10 entschieden hat.

In einem Punkt treffen die Vorhersagen zu: Während das Mate 10 auf ein 5,9 Zoll LCD-Display im 16:9-Format setzt, steckt im Mate 10 Pro ein 6 Zoll OLED-Display im 18:9-Format. Beide Displays sind HDR 10-fähig, beim LCD-Panel hat sich Huawei für ein RGBW-Modell entschieden, das höhere Leuchtkraft bei verminderter Akkulaufzeit bieten soll. Bis auf den OLED-Vorteil und das 18:9-Format, das manche Kunden sicher präferieren werden, spricht allerdings einiges für das reguläre Mate 10, zumal es auch noch um 100 Euro billiger zu haben ist.


Gehäuse und Akku

Beim Gehäuse setzt Huawei in beiden Geräten dieses Jahr auf Glas statt Metall. Wireless Charging wird allerdings nicht unterstützt, für Huawei ist das zu langsam. Stattdessen setzt Huawei einmal mehr ausschließlich auf das TÜV-zertifizierte SuperCharge als Schnell-Ladetechnik für seinen 4.000 mAh Akku, der via USB-C geladen wird. Neben dem SuperCharge-fähigen Netzteil, kündigte Huawei auch einen SuperCharge-Lader fürs Auto an. Das Mate 10 gibt es generell in Mocha Brown, Pink Gold, Black sowie Champagne Gold, das Mate 10 Pro in den Farben Midnight Blue, Pink Gold, Mocha Brown sowie Titanium Grey.

Das Chassis des Mate 10 ist mit 8,2 mm etwas dicker als das des Mate 10 Pro mit 7,9 mm. Wie aufgrund der unterschiedlichen Displayformate erwartet, ist das Mate 10 Pro etwas schmäler und dafür höher als das Mate 10. Im Vergleich zum Mate 9 hat Huawei das Gehäuse nochmal verkleinert und staub- sowie wasserresistent gemacht, allerdings gibt es auch hier im Detail Unterschiede zwischen den Modellen: Das Mate 10 Pro ist nach IP67-Norm abgedichtet, das reguläre Mate 10 ist nur nach IP53-Standard wasser- und staubabweisend. Hier macht sich wohl der Kopfhöreranschluss negativ bemerkbar.


KI-Beschleuniger Kirin 970

Der Fingerabdrucksensor befindet sich beim Mate 10 direkt unterhalb des Displays, beim Pro-Modell steckt er auf der Rückseite unterhalb der Dual-Cam. Huawei ließ es sich nicht nehmen, Samsung aufgrund der verunglückten Positionierung des Scanners bei Galaxy S8 und Galaxy Note 8 kritisch zu erwähnen. In beiden Mate 10-Varianten steckt der neue 10 nm-SoC Kirin 970, der schon während der IFA präsentiert wurde und deswegen hier nicht mehr im Detail beschrieben werden soll. Insbesondere die NPU-Performance bei KI-Algorithmen ist hier um das bis zu 25-fache beschleunigt, die Effizienz soll sogar das 50-fache herkömmlicher Prozessoren ohne NPU erreichen, wobei das iPhone 8 Plus bei der Bilderkennung in Huaweis Vergleich nur knapp um die Hälfte langsamer abschneidet.

Dual-SIM und Funktechnisches

Huawei hat im Mate 10 Pro das erste 1,2 Gbit/s fähige LTE-Modem verbaut, das nach Cat.18-Standard funkt und das in 21 LTE-Bändern weltweit. Das reguläre Mate 10 unterstützt ein Band weniger und bietet nur Cat.16 (maximal 1 Gbit/s). Es gibt sowohl vom Mate 10 als auch vom Mate 10 Pro wieder Single- und Dual-SIM-Geräte, in letzteren sind beide SIM-Karten sowohl LTE- als auch VoLTE-fähig. Dual-Band-WLAN nach 802.11ac sowie Bluetooth 4.2 und NFC wird unterstützt, Bluetooth 5 aber laut Specsheet nicht. Der USB-C-Port liefert DisplayPort 1.2-Signale, was Huawei für den Anschluss an externe Displays ohne extra Dock nutzt (dazu unten mehr).


Dual-Cam und Front-Kamera

Wie schon in den letzten Jahren, setzt Huawei stark auf Fotografie als Verkaufsargument für seine Smartphones. Hier bieten beide der neuen Smartphones die gleiche Ausstattung. Auf der Rückseite ist die dritte Dual-Cam-Generation von Huawei verbaut, die in Kooperation mit Leica optimiert wurde. Sie basiert auch dieses Jahr auf einem 12 Megapixel RGB- sowie einem 20 Megapixel-Monochrom-Sensor, die allerdings beide dank der deutlich größeren F/1.6-Blende lichtstärker sein sollten.

Wie im letzten Jahr ist optische Bildstabilisierung auf der 12 MP-Hauptlinse integriert, ob auf beiden Linsen oder nur auf einer ist bislang nicht geklärt. 4K-Recording wird natürlich geboten, allerdings nicht wie bei den neuen iPhones mit 60 fps. Neben der Kamera-Hardware betont Huawei den doppelt vorhandenen ISP als Vorteil bei der Performance der Dual-Cam in der Praxis. Zudem nutzt Huawei hier auch die KI-Unterstützung des Kirin 970 um die Aufnahmen in Echtzeit zu optimieren. Dies soll auch beim Zoomen und bei Selfies für bessere Ergebnisse sorgen, behauptet Huawei. An der Frontseite ist dieses Jahr eine 8 Megapixel Fixfokus-Linse mit F/2.0 Blende integriert. 

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PC-Mode, AI-Ecosystem und EMUI 8

Huawei integriert wie Samsung im Galaxy S8- und Galaxy Note 8 einen PC-Modus, benötigt hierfür allerdings kein spezielles Dock. Gratuliere, Huawei! Ein Kabel in Verbindung mit einem Monitor reicht, um Dokumente am größeren Display zu bearbeiten oder dieses als Zweitdisplay zum Filmschauen zu benutzen, hierbei bleibt das Mate 10 unabhängig bedienbar und kann auch als Touchscreen benutzt werden um Tastatur und Maus zu ersetzen. 

In Verbindung mit Google arbeitet Huawei an einem Ökosystem für künstliche Intelligenz um weitere Anwendungsbereiche für die beschleunigten Algorithmen zu erschließen. Als Beispiele wurden bereits KI-unterstützte Sprach-Übersetzung erwähnt. Das AI-Ecosystem soll für Entwickler offen zur Verfügung stehen, sodass hier in Zukunft weitere Applikationen zu erwarten sind. Beide Mate-Modelle werden mit Android 8 und EMUI 8 (und nicht EMUI 6) ausgeliefert und unterstützen Hi-Res-Audio-Formate bis zu 384K/32bit.


Verfügbarkeit und Preise

In einigen Ländern startet im Oktober November das reguläre Mate 10 um 699 Euro, darunter in Europa auch Spanien. Deutschland und Österreich sind hier nicht dabei. Andere Kollegen schreiben aktuell, dass das Mate 10 gar nicht in Mitteleuropa auf den Markt kommt. Angesichts der teilweise besseren Ausstattung wäre das auch durchaus kontraproduktiv für den Verkauf des Pro-Modells, das leider primär durch geringere Auflösung und fehlende Features (Kopfhöreranschluss und Micro-SD-Slot) auffällt und wohl nur OLED- und 18:9-Fans begeistert. 

Wir werden euch auf jeden Fall bezüglich der Verfügbarkeit des Mate 10 auf dem Laufenden halten. Das Mate 10 Pro kommt hierzulande ab November für 799 Euro auf den Markt. Die Porsche Edition folgt dann ebenfalls im November um 1.395 Euro. Zudem wird es ein Lite-Modell für 399 349 Euro geben, das allerdings mit Kirin 659-SoC, Micro-USB-Port und unterschiedlicher Dual-Cam kaum noch etwas mit dem Mate 10 (Pro) gemein hat, dafür aber mit einer Dual-Front-Cam aufwarten kann. Unten noch weitere Bilder von der Präsentation sowie ein erstes Promo-Video von Huawei.

Update 21:30

Klarstellung, dass nur das Mate 10 Pro das Cat.18-Modem integriert.

Update 17.10.2017

OIS ist nur am 12 Megapixel RGB-Sensor integriert, Mate 10 Lite kostet 349 Euro.

Sowohl das Mate 10 ...
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als auch Mate 10 Pro ...
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bieten eine neue Dual-Cam.
bieten eine neue Dual-Cam.

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Autor: Alexander Fagot, 16.10.2017 (Update: 18.10.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.