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IFA 2017 | Mate 10: Huawei präsentiert Kirin 970 mit KI-Beschleuniger

Der Kirin 970-SOC von Huawei packt neben CPU und GPU auch noch eine NPU oben drauf.
Der Kirin 970-SOC von Huawei packt neben CPU und GPU auch noch eine NPU oben drauf.
(Update) Eine Art Prelaunch hat Huawei dem künftige Mobilprozessor Kirin 970 gegönnt, der nicht nur im kommenden Mate 10 sondern auch im P11 des Jahres 2018 stecken wird. Neben der Octa-Core-CPU und einer Mali-G72-GPU hat Huawei dem 10 nm-Prozessor auch ein Gigabit-LTE-Modem und einen Beschleuniger für künstliche Intelligenz mit auf den Weg gegeben. Huawei nennt sie Neural Processing Unit (NPU).

Die IFA 2017 bringt dieses Jahr spannende Details zu Huawei's Fortschritten beim Thema Künstliche Intelligenz und mobile Prozessoren. Der Kirin 970-SOC der hauseigenen Chipschmiede HiSilicon wird zwar erst im Laufe der heutigen Tages in einer Keynote des Consumer-Chefs Richard Yu wirklich offiziell vorgestellt aber schon jetzt sind viele Details zum neuen Mobilprozessor bekannt, der als erstes System-on-a-Chip (SoC) einen Beschleuniger für künstliche Intelligenz mitbringen wird. 

NPU ist bis zu 25x schneller

Huawei nennt diese zusätzliche Recheneinheit Neural Processing Unit (NPU) und will damit beispielsweise die Erkennung von Objekten, also eine Parade-Disziplin einer KI dramatisch beschleunigen. 1,92 TFlops bei halber Genauigkeit (FP16) entsprechen in etwa 2000 erkannte Bilder pro Minute im Vergleich zu 100 mit der regulären CPU, eine Steigerung um den Faktor 20. Die von Huawei auch als HiAI bezeichnete NPU soll bei 50-facher Energie-Effizienz die Leistung um das bis zu 25-fache steigern, was vor Ort auf der IFA beim Erkennen von Objekten demonstriert wurde (siehe Video unten).

Starke Konkurrenz

ComputerBase berichtet, dass in der praktischen Anwendung nicht alle von IFA-Besuchern vor die Dual-Cam eines Testgeräts gehaltenen Objekte fehlerfrei erkannt wurden. Neben vielen korrekt eingeordneten Artikeln wurde ein iPhone 7 Plus von Apple allerdings als Toilette klassifiziert, was klarerweise für entsprechendes Gelächter sorgte. Nichtsdestotrotz dürfte der Kirin 970 mit der integrierten KI-Unit erstmals eine starke Konkurrenz für Qualcomm, MediaTek, Apple und Samsung darstellen, die zumindest bis dato noch keine KI-Beschleunigung im Smartphone bieten können. Apple arbeitet gerüchteweise allerdings ebenfalls an einem derartigen Hochleistungsprozessor, ob dieser allerdings bereits im A11-SOC des iPhone 8 eingesetzt wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt.

Mehr GPU-Performance

In den 5,5 Milliarden Transistoren des Kirin 970 verbirgt sich neben der NPU natürlich noch der klassische Octa-Core-Prozessor, der auch dieses Jahr aus vier Cortex A73-Kernen mit jeweils 2,4 Ghz-Taktrate und vier Cortex-A53-Kernen mit 1,8 Ghz Taktrate besteht. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Kirin 960, hat Huawei zwar nicht den brandneuen Cortex-A75 integriert, aber zumindest die Taktrate erhöht. Weiters sitzt im neuen 10 nm-Chip eine Mali G72MP12-GPU, im Vergleich zur Mali-G71MP8 des Kirin 960 eine neue GPU-Generation mit einer verbesserten Bitfrost-Architektur und vier zusätzlichen Shader-Einheiten. Der duale Bildprozessor (ISP) des Kirin 970 bietet Motion Detection und Low Light-Enhancement, im Videobereich wird nun HDR10 unterstützt sowie [email protected] dekodiert, [email protected] kann der Kirin 970 auch kodieren.

Cat.18 LTE-Modem

Auch im Funkbereich will Huawei mit Qualcomm und Samsung gleich ziehen und integriert im Kirin 970 ein Cat.18-LTE-Modem, das Downloads bis zu 1,2 Gbits unterstützt. Ob Huawei wie der Snapdragon 835 auch Bluetooth 5 beherrscht, ist aktuell noch nicht bekannt. Im Laufe des Tages erwarten wir allerdings noch weitere Informationen zum neuen Prozessor-Flaggschiff der Chinesen. Richard Yu, wird um 14.00 in der Halle 26B der IFA seine Keynote zum Thema Smartphones und Künstliche Intelligenz halten. 

Huawei_IFA_2017
Kirin 970
Kirin 970
Kirin 970


Update 15.00

Im Rahmen der heutigen IFA-Keynote von Huawei-Chef Richard Yu wurden weitere Details zum Kirin 970 bekannt gegeben, der damit nun auch offiziell vorgestellt wurde. Alle oben erwähnten Informationen wurden bestätigt, ein bislang noch nicht erwähntes Detail ist der Hi-Res-HiFi-Audio-Prozessor, der ebenfalls im neuen Kirin 970-SOC versteckt ist. Zum Abschluss der Keynote gab es einen kurzen Blick auf die 18:9-Silhouette des recht randlos wirkenden Mate 10, das am 16. Oktober in München offiziell vorgestellt wird (siehe Bilder unten von Roland Quandt)

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Autor: Alexander Fagot,  2.09.2017 (Update:  2.09.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.