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Samsung Galaxy S8 im Hands-On : Potente Hardware, smarte Software

Samsung hat das Galaxy S8 und S8+ offiziell vorgestellt, geliefert wird ab 18. April.
Samsung hat das Galaxy S8 und S8+ offiziell vorgestellt, geliefert wird ab 18. April.
Das Galaxy S8 und sein größerer Bruder, das Galaxy S8+ sind endlich offiziell da und ab 799 Euro vorbestellbar. Erste Hands-On-Reviews fallen durch die Bank sehr positiv aus und auch die Performance passt. Samsung dürfte mit den beiden Geräten die Messlatte für High-End-Phones im Jahr 2017 deutlich höher legen.

Dank der vielen Leaks vorab, waren bei der gestrigen Präsentation weder Design noch Hardware der beiden neuen Samsung-Flaggschiffe Galaxy S8 und Galaxy S8+ eine wirkliche Überraschung. Samsung setzt bei seinen beiden High-End-Geräten an der Front auf ein 5,8 (Galaxy S8) beziehungsweise 6,2 Zoll (Galaxy S8+) Super AMOLED-Display mit der QHD+ Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixeln, das ergibt mehr noch als beim LG G6 ein sehr längliches Displayformat von 18,5:9. Die Ränder oben und unten hat Samsung auf das Nötigste reduziert, seitlich ist das von Samsung Infinity-Display getaufte Panel im bekannten Edge-Design abgerundet. 

Neuer 10 nm-Chip

Im Inneren werkelt je nach Region ein Snapdragon 835-SOC oder der neue Samsung Exynos 8895, in Europa werden die Geräte mit Letzterem ausgeliefert. Beide Prozessoren werden in Samsung's Fabriken im neuen 10 nm-Verfahren produziert und sollen neben höherer Performance vor allem auch mehr Energie sparen. Vielleicht hat sich Samsung unabhängig vom Galaxy Note 7-Desaster im vergangenen Jahr auch deswegen dazu entschieden beim Thema Batteriekapazität im Vergleich zu Mitbewerbern eher konservativ zu bleiben. Der Akku des Galaxy S8 bietet 3.000 mAh, der des Galaxy S8+ 3.500 mAh, beide erlauben Fast Charging mit Samsung's Ladegerät.

Bessere ISP-Algorithmen

Auch bei RAM und Speicherausstattung bleibt Samsung eher zurückhaltend und integriert 4 GB Arbeitsspeicher sowie 64 GB erweiterbaren UFS 2.1 Speicher. Die rückseitige Kamera bietet den gleichen Sensor mit 1,4 um Pixelgröße wie im Vorgängermodell und damit wieder 12 Megapixel mit optischem Bildstabilisator, F/1.7 Blende und Dual-Pixel Autofokus. Neu sind verbesserte Software-Algorithmen, die dank des potenteren Image Signal Processors (ISP) im Exynos 8895 dennoch bessere Bilder ermöglichen sollen, beispielsweise werden nun standardmäßig mindestens drei Bilder geschossen, von denen Samsung die jeweils beste Aufnahme auswählt. 

Autofokus für Selfies

Deutliche Verbesserungen gibt es bei der Frontkamera mit 1,22 um Pixelgröße. Wie bereits vermutet, bietet sie als eine der wenigen Selfie-Cams Autofokus, dadurch und durch die F/1.7 Blende sollen Selbstportraits noch besser zur Geltung kommen. Auch die Anzahl der Megapixel wurde von fünf auf nun mehr 8 Megapixel erhöht. Direkt neben der rückwärtigen Kamera hat Samsung den Fingerabdrucksensor integriert, eine der wenigen Design-Entscheidungen, die in ersten Hands-On-Berichten als wenig überzeugend kritisiert wird. Die Gefahr, mit den Fingern ständig die Kameralinse zu verschmutzen ist vermutlich recht hoch.

Bluetooth 5.0

Funktechnisch zeigt sich Samsung auf Stand. Neben GPS, NFC und 802.11ac WLAN haben beide Galaxy-Modelle ein Cat.16-LTE-Modem verbaut, zu den unterstützten LTE-Bändern gibt es derzeit noch keine offiziellen Angaben, gerüchteweise kann das Galaxy S8 in bis zu 24 Bändern weltweit funken. Samsung bietet mit der neuen S-Klasse erstmals in einem Smartphone Bluetooth 5.0, welches sowohl in der Version mit Snapdragon 835, als auch der mit Exynos 8895-SOC integriert ist. 

Farbvarianten

Das 8,0 mm (Galaxy S8) beziehungsweise 8,1 mm (Galaxy S8+) dünne Gehäuse, welches in ersten Hands-On-Berichten durchwegs als hochwertig gelobt wird, bietet Samsung in fünf verschiedenen Farbvarianten an, hierzulande werden aber vorerst nur die drei Farben Schwarz, Silber und Orchid-Grau erhältlich sein, die Farben Gold und Coral Blue sind offenbar zuerst für die USA geplant. An der Unterseite hat Samsung dankenswerterweise wieder einen Kopfhöreranschluss integriert, der USB-C-Port bietet USB 3.1-Geschwindigkeit. 

Vielfältige Login-Varianten

Neben der Authentifizierung mittels Pin, Passwort und Fingerabdrucksensor kann man sich am Galaxy S8 auch mittels frontseitigem Iris-Scanner einloggen. Zudem bietet Samsung eine überaus schnelle Gesichtserkennung an, die allerdings laut The Verge nicht das gleiche Sicherheitsniveau bietet wie das Scannen der Iris. Ein fester Druck auf den virtuellen Home Button an der Unterseite des Geräts führt zurück zum Home Screen, den traditionellen Home Button hat Samsung zugunsten des vergrößerten Displays eliminiert.

Performance

Neben der potenten Hardware, die übrigens in ersten Geekbench-Tests einen Single-Score-Wert von 1.945 und im Multi-Core-Test einen Wert von 6.312 Punkten erreicht (siehe Bilder von Roland Quandt unten), ist vor allem die deutlich verbesserte Software auf Basis von Android 7 ein Schwerpunkt der neuen Galaxy S8-Serie. Samsung hat dem traditionell eher behäbig agierenden Touch Wiz einen frischen Look und offenbar eine rasche Reaktionsfähigkeit spendiert, zudem wurden viele Details vom Galaxy Note 7 übernommen, beispielsweise das verbesserte Always On-Display. 

Virtueller Assistent

Das Highlight der Samsung-Software soll der künstlich intelligente Assistent Bixby werden, der über einen dezidierten Button an der linken Gehäuseseite aufgerufen wird und, vorerst noch nicht in Deutsch, beim Scannen von Objekten oder dem Suchen von Bildern hilfreich zur Seite stehen soll. Samsung gibt jedoch zu, dass Bixby noch "Work in Progress" ist, die Fähigkeiten der Assistenzfunktion soll aber mit den Monaten und zukünftigen Updates deutlich anwachsen. 

Desktop-Oberfläche

Neben dem auf der Samsung Webseite gelisteten umfangreichen Zubehör, welches Cases, Cover und Ladegeräte umfasst, sticht das HDMI-Dock DeX hervor. Die Kollegen von Engadget haben das Dock bereits einem ersten Hands-On unterzogen (siehe Videos unten) und sind von der Multi-Window-Desktop-Experience durchwegs angetan. Sie bietet flexibel in der Größe anpassbare Fenster, unterstützt die jeweiligen Tablet-Versionen von typischen Productivity-Apps wie Microsoft Office oder Adobe Photoshop Express. Dank unterstützter Desktop-Virtualisierung ist auch Windows 10 auf dem Galaxy S8 vorstellbar, ein kleiner Vorgeschmack auf die zukünftigen Cellular PC's mit Snapdragon 835-SOC. 

Verfügbarkeit

Das Galaxy S8 und das Galaxy S8+ sind ab sofort direkt bei Samsung vorbestellbar und werden wohl ab 18. April langsam ausgeliefert. Zudem dürften einige Händler im Vorbestellungszeiitraum spezielle Deals anbieten, in der Box befindet sich neben dem Smartphone auf jeden Fall auch ein Kopfhörer von AKG. Das 5,8 Zoll große Galaxy S8 kostet 799 Euro, die Plus-Version mit 6,2 Zoll-Panel kommt auf 899 Euro. Wir werden die Geräte natürlich einem ausführlichen Test unterziehen, sobald sie bei uns eintreffen.

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Autor: Alexander Fagot, 30.03.2017 (Update: 17.04.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.