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Qualcomm enthüllt erste 5G-Antenne für den Millimeterwellenbereich

Qualcomms neues Antennenmodul QTM052 und das 5G-Modem X50 scheinen sehr kompakt zu sein. Hier sieht man sie im Vergleich mit einer amerikanischen Ein-Cent-Münze.
Qualcomms neues Antennenmodul QTM052 und das 5G-Modem X50 scheinen sehr kompakt zu sein. Hier sieht man sie im Vergleich mit einer amerikanischen Ein-Cent-Münze.
5G naht. Qualcomm hat eine neuartige 5G-Antenne vorgestellt, die schon sehr bald in Massenproduktion hergestellt werden soll. Was das eigentlich Revolutionäre an ihr ist, was dies für den neuen Snapdragon 855 bedeutet und wann die ersten damit ausgestatteten 5G-Smartphones in die Läden kommen, wird im Folgenden zu klären versucht.

Qualcomm hat gestern die Millimeterwellen-Antenne "QTM052" gleichzeitig mit einer Reihe neuer RF-Module vorgestellt. Damit soll Qualcomms X50-Modem sowohl für den Bandbereich unter 6 Gigahertz als auch für den Millimeterwellenbereich fit gemacht werden. Die neue Antenne und die Sub-6Ghz-Module sind die letzten Zutaten, die Qualcomm benötigt, um mit der kommenden Snapdragon-855-Plattform ein voll 5G-fähiges System anbieten zu können. Der Snapdragon 855 wird neben einem X24-LTE-Modem nämlich auch mit dem neuen X50-Modem ausgestattet sein.

Unterstützte Bandbreiten

Um den Snapdragon 855 vollumfänglich mit 5G auszurüsten, sind mehrere der QTM052-Antennen-Module und QPM56xx-RF-Module notwendig. Qualcomm plant, bis zu vier Antennen-Module zu verbauen. Die QPM56xx-Familie soll Frequenzen in den Bereichen 3,3 bis 4,2 Gigahertz (n77), 3,3 bis 3,8 Gigahertz (n78) und 4,4 bis 5,0 Gigahertz (n79) unterstützen, während es die QTM052-Antennen ermöglichen, auf Frequenzen in den Bereichen 26,5 bis 29,5 Gigahertz (n257), 27,5 bis 28,35 Gigahertz (n261) und 37 bis 40 Gigahertz (n260) zu funken. Der Bereich 24,25 bis 27,5 Gigahertz (n258), der zukünftig ebenfalls relevant sein könnte, scheint zu fehlen.

Millimeterwelle: Das eigentlich Revolutionäre an Qualcomms neuer Antenne

Millimeterwellen-Antennen fanden bisher in mobilen Endgeräten keine Verwendung, da es zwar die geeignetste Technologie für 5G zu sein scheint, jedoch auch zahlreiche Probleme mit sich bringt wie zum Beispiel Störungen durch Wettereinflüsse. Qualcomm scheint jedoch viele dieser Probleme überwunden zu haben und erhofft sich von der neuen Antenne eine stabile, aber vor allem schnelle Verbindung. Da durch die mmWave-Antennen auf den genannten Frequenzen eine Bandbreite von bis zu 800 Megahertz möglich sein soll, müssten sich Übertragungsraten von mehreren Gigabit pro Sekunde erreichen lassen. Interessant wird zu sehen sein, wie sich die neuen Antennen auf die SAR-Werte der kommenden Smartphone-Generation auswirken werden.

Erste 5G-Smartphones wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres

Qualcomm hat bereits Probeexemplare der mit den beschriebenen Antennenmodulen ausgestatten Chips an Gerätehersteller verschickt. Deshalb ist davon auszugehen, dass vielleicht schon dieses Jahr, aber in jedem Fall Anfang nächsten Jahres mit der Produktion 5G-fähiger Smartphones auf Grundlage des Snapdragon 855 begonnen wird und diese in der ersten Hälfte 2019 in den Handel kommen werden. Zumindest hier in Deutschland müsste die Frage jedoch nicht so sehr lauten, wann die ersten 5G-Smartphones auf den Markt kommen, sondern vielmehr, wann die Netzbetreiber ein 5G-Netz aufgebaut haben werden, das groß genug ist, damit sich der Kauf eines 5G-fähigen Geräts für Kunden rentiert. Bisher sieht es so aus, als ob es bei uns im nächsten Jahr bestenfalls in einigen Ballungsräumen möglich sein wird, den neuen und schnellen Mobilfunkstandard zu nutzen.

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Autor: Tobias Häuser, 24.07.2018 (Update: 24.07.2018)
Tobias Häuser
Tobias Häuser - News Editor
Während meines Philosophiestudiums in Tübingen und New York habe ich mich mit ethischen Fragen des technischen Fortschritts, Künstlicher Intelligenz und der Zukunft einer digitalisierten und automatisierten Gesellschaft befasst. Technik fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Notebooks, umfasst aber letztlich das ganze Gebiet der Unterhaltungselektronik und darüber hinaus E-Mobilität, autonomes Fahren, KI und Raumfahrt. Wenn ich nicht gerade als freischaffender Journalist, Publizist und Online-Redakteur tätig bin, beschäftige ich mich mit Kunst und Literatur, gehe viel auf Reisen und wandern, aber vor allem schreibe ich in jeder freien Minute an meinen Büchern.