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iPhone Security: Wenn die Kamera heimlich Fotos schießt

Spezielle iPhone-Hüllen bieten einen verschiebbaren Schutz für die Privatsphäre.
Spezielle iPhone-Hüllen bieten einen verschiebbaren Schutz für die Privatsphäre.
Eine Kamera, die sich selbstständig macht, ist wohl das Letzte, was sich ein iPhone-Besitzer wünscht. Genau das kann allerdings bei unvorsichtig und zu großzügig vergebenen Kamera-Berechtigungen passieren, wie der Softwareentwickler Felix Krause demonstriert.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wozu eine Taschenrechner-App den Zugriff auf die Kamera verlangt? Solche Berechtigungsanfragen blockiert man am Besten sofort intuitiv. Im schlimmsten Fall kann nämlich vorkommen, dass Ihr iPhone aufgrund einer Sicherheits-Schwachstelle im iOS ohne Ihr Wissen Fotos oder Videos, sowohl mit der Haupt-, als auch mit der Front-Kamera, von ihrer Umgebung aufnimmt. Die Aufnahmen können im gleichen Moment auf einen fremden Server hochgeladen werden, ohne dass Sie je davon erfahren werden. Klingt nach Science-Fiction? 

Für Felix Krause, einem österreichischen Softwareentwickler, der sich öfters mit iOS-Sicherheitsthemen auseinandersetzt, ist dieses Szenario eine reale Bedrohung für die Privatsphäre. Mit seiner Demo-App „watch.user“, die auf Github zum Download verfügbar ist, liefert Felix Krause den Beweis für diese Sicherheits-Schwachstelle. Sobald der „watch.user“-App der Zugriff auf die Kamera erlaubt wird, sieht sich der iPhone-Nutzer selbst auf einer Newsfeed-Webseite. Denn die Selfie-Fotos, die dort auftauchen, sind soeben heimlich mit der Frontkamera seines iPhones aufgenommen worden.

Selbst Mark Zuckerberg klebt bei seinem Macbook die Webcam und das Mikrofon ab.
Selbst Mark Zuckerberg klebt bei seinem Macbook die Webcam und das Mikrofon ab.

Wie schützt man sich am Besten dagegen? Der wirksamste Schutz ist, nicht zu großzügig Berechtigungen für den Kamerazugriff zu vergeben, vor allem wenn die App diese gar nicht benötigt. Weitere Möglichkeiten wären, die Kamera überhaupt abzudecken, entweder mit einem Klebeband oder einer speziellen iPhone-Hülle. Das gilt übrigens nicht nur bei Smartphones, auch fühlen sich viele User wohler, wenn die Webcam am Laptop, wie bei Facebook-Gründer Zuckerberg, mit einem Klebestreifen abgedeckt ist. Dem Unternehmen Apple empfiehlt Felix Krause eine Funktion einzubauen, mit welcher der User einen einmaligen, statt dauerhaften Zugriff auf die Kamera erlauben kann, oder dass eine aktivierte Kamera durch eine leuchtende LED angezeigt wird.

Sehen Sie im Video unten eine kurze Demonstration der "watch.user"-App.

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Autor: Daniel Puschina, 28.10.2017 (Update: 28.10.2017)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.