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Apple iPhone X: Warum das iPhone 8 vielleicht die bessere Wahl ist

Das neue iPhone X gegen das alte iPhone 8 und 8 Plus: Was für Letztere spricht.
Das neue iPhone X gegen das alte iPhone 8 und 8 Plus: Was für Letztere spricht.
In wenigen Stunden beginnt der Vorverkauf, viele warten auf das iPhone X, das spannende "neue" iPhone, das im Gegensatz zum iPhone 8-Duo für die Zukunft der Reihe steht. Wir haben uns dagegen angesehen, was gegen das iPhone X und für das iPhone 8 (Plus) spricht, und das ist ne ganze Menge.

Das iPhone 8 verkauft sich schlecht, alle warten, so scheint's auf das iPhone der Zukunft, das kommenden Freitag am 27. Oktober in vielen Ländern der Welt erstmals gekauft werden kann. Auch wenn das iPhone 8 und sein größerer Bruder iPhone 8 Plus weniger sexy scheinen als das annähernd randlose iPhone X mit seinem OLED-Display im 18:9-Format, es gibt einige Argumente, die für das altehrwürdige Duo sprechen. Einige Youtuber und Magazine wie beispielsweise The Verge haben sich dem Thema gewidmet, hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Argumente gegen das iPhone X:

  • Preis:

    Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Während das iPhone 8 ab 800 Euro und das iPhone 8 Plus ab 910 Euro zu haben ist, beginnt der Spaß beim iPhone X hierzulande bei 1.150 Euro, ein Preisunterschied von 240 beziehungsweise 350 Euro, jeweils für die 64 GB-Variante. Wer sein iPhone intensiv nutzt und viele Gigabytes an Daten produziert, sollte eher zur 256 GB-Variante greifen, die kostet beim iPhone X sehr happige 1.320 Euro.

  • Verfügbarkeit

    Während das iPhone 8-Duo aktuell in ausreichenden Mengen zu haben ist und Apple sogar die Produktion reduziert, wird es beim iPhone X bis auf Weiteres massive Lieferprobleme geben. Auch wenn die Probleme in der Produktion offenbar gelöst sind, Apple wird die Nachfrage, Analysten zufolge, bis übers Jahresende hinaus nicht ausreichend befriedigen können. Wer nicht gleich kommenden Freitag zugreift, bevor noch die offiziellen Testberichte zu lesen sind, hat gute Chancen, erst 2018 sein iPhone X in den Händen zu halten oder überhöhte Preise auf Ebay und Co. bezahlen zu müssen.

  • #Notchgate

    Wer das iPhone X gerne waagrecht betreibt und sich ein randloses Filmerlebnis erhofft, sollte ein wenig zum Thema #Notchgate recherchieren, bevor Geld investiert wird. Es mag für viele nur wie ein mehr oder weniger kritischer Designfehler wirken, die Einbuchtung im Display hat aber auch praktische Auswirkungen. Wen "die einseitige Notch" beim Filmschauen oder Bilder betrachten stört, kann zwar links und rechts dicke Ränder einblenden indem er aus dem Vollbild-Modus aussteigt, aber dann ist es auch vorbei mit dem randlosen Design. 

    Auch viele App-Entwickler müssen umdenken und künftig eine "Safe-Area" berücksichtigen damit Inhalte in ihren Apps nicht verdeckt werden. Allerdings geht dann, wie beim Filmschauen, auf beiden Seiten des Displays Platz verloren, wie die Designrichtlinien von Apple selbst zeigen. Apps, die nicht explizit angepasst werden, haben auch im Hochformat Probleme, wie das Beispiel Instagram unten unschön zeigt. Auch die Kollegen von Giga haben sich mit dem Thema befasst und diskutieren es im folgenden Video.

Um verdeckte Inhalte zu vermeiden ...
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... empfiehlt Apple Sichere Zonen.
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Diese finden sich auf drei Seiten.
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Nicht alle Entwickler halten sich bereits daran.
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  • Features

    Natürlich besitzt das iPhone X Face ID und das 5,8 Zoll OLED-Display im 18:9-Format mit höherer Auflösung, abgesehen davon sind die Unterschiede zum iPhone 8 Plus aber marginal. Wer das Letzte aus seiner Kamera hervorholen will, darf sich beim iPhone X auf doppelte optische Bildstabilisierung (OIS) und eine größere F/2.4 Blende bei der Telefoto-Linse der rückwärtigen Dual-Cam freuen. Auch der Portrait-Mode und das Porträtlicht für Selfies bietet nur das iPhone X. Ansonsten gibt es aber keine Unterschiede zum iPhone 8 Plus, beispielsweise bei der Performance oder Wireless Charging.

  • Kinderkrankheiten

    Das iPhone 8 ist vermutlich das Letzte seiner Art und somit ausgereift. Beim iPhone X werden erst die nächsten Monate zeigen, wie gut das komplette Redesign in der Praxis funktioniert. Nicht nur die Gesichtserkennung Face ID ist neu und vermutlich im Detail dann doch nicht so fehlerfrei wie erwartet, auch beim für Apple noch neuen OLED-Display könnten uns Überraschungen erwarten, wie das Beispiel Pixel 2 XL zeigt. Erste Hands-On-Berichte deuten beispielsweise auf ein deutlich dunkleres Bild als bei der Konkurrenz von Samsung. Der gesamte Aufbau im Inneren hat sich stark verändert und die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Redesigns bei Apple nicht immer problemlos waren, als Beispiel seien Antennagate oder Bendgate genannt. Wer noch ein Jahr warten kann, bekommt im Jahr 2018 vermutlich ein deutlich ausgereifteres iPhone im neuen Design und hat dann wohl auch die Wahl zwischen zwei OLED-Modellen.

  • Displaygröße

    Wer das größte Display will, greift zum iPhone X, oder? Falsch. Es stimmt zwar, dass das iPhone X-Display 5,8 Zoll in der Diagonale misst, das iPhone 8 Plus nur 5,5 Zoll. Aufgrund des unterschiedlichen Formats (18:9 gegen 16:9) erhält man am iPhone 8 Plus aber mehr Bildschirmfläche, Safe-Areas (siehe oben) noch gar nicht mitgerechnet. Trotz der höheren Auflösung am iPhone X stehen horizontal nur 375 adressierbare Punkte zur Verfügung, genau so viele wie am kleineren iPhone 8. Das iPhone 8 Plus bietet hier mit 414 Punkten mehr. Das zeigt sich beispielsweise im Querformat auf einer Webseite. Das iPhone 8 Plus bietet hier mehr Inhalte. Vertikal hat das iPhone X natürlich mehr Punkte zur Verfügung aber auch hier muss Platz für die Displayeinbuchtung oben abgezogen werden.

Am iPhone X steht im Querformat weniger Platz für Inhalte zur Verfügung als am iPhone 8 Plus.
Am iPhone X steht im Querformat weniger Platz für Inhalte zur Verfügung als am iPhone 8 Plus.
Auch im Hochformat sieht man nicht viel mehr.
Auch im Hochformat sieht man nicht viel mehr.


  • Touch ID

    Kommen wir abschließend zum für viele wohl schmerzhaftesten Unterschied zwischen dem iPhone der Zukunft und den beiden iPhones der Vergangenheit: Dem fehlenden Fingerabdrucksensor. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht Face ID in der Praxis funktionieren wird, dürfte es für viele einfacher und schneller sein, ihr iPhone durch Auflegen eines Fingers zu entsperren, als es hochzuheben, anzusehen und dann hochzuwischen um zum Home Screen zu gelangen. Dieser dreistufige Prozess könnte langfristig dazu führen, dass viele Nutzer sich wieder nach einer Alternative sehnen, die aber nicht mehr vorhanden ist.

    Die recht scharf eingestellten Sicherheitsmaßnahmen, die selbst bei der Präsentation zum bekannten "Face ID-Fail" geführt haben, werden wohl vermehrt die regelmäßige Freischaltung mittels Passcode erfordern. Je nach Erfolg oder Misserfolg von Face ID bei den Konsumenten könnte Touch ID in der nächsten iPhone-Generation ein Comeback feiern, dann vermutlich elegant unterhalb des Displays. Ein Grund mehr um möglicherweise ein Jahr abzuwarten.

    Somit schließen wir dieses Thema mit einem Video des bekannten Apple-Fans Philip, besser bekannt als Mr. EverythingApplePro, der in seinem Youtube-Channel gewöhnlich recht Apple-freundlich aus dem Universum berichtet. Selbst er findet 10 Gründe, warum man das iPhone X lieber auslassen sollte. Wir werden es natürlich dennoch testen und schon bald berichten, wie es sich in der Praxis schlägt.

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Autor: Alexander Fagot, 25.10.2017 (Update: 25.10.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.