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Facebook hat Herstellern wie Apple, Samsung & Co umfangreichen Zugriff auf Daten von Usern und ihrer Freunde gewährt

Facebook hat Herstellern wie Apple, Samsung & Co umfangreichen Zugriff auf Daten von Usern und ihrer Freunde gewährt
Facebook hat Herstellern wie Apple, Samsung & Co umfangreichen Zugriff auf Daten von Usern und ihrer Freunde gewährt
Immer mehr wird klar, dass der Facebook-Datenskandal rund um Cambridge Analytica kein Einzelfall war. Ein ausführlicher Bericht der New York Times behauptet, dass Facebook dutzenden Herstellern, darunter Samsung, Microsoft und Apple, umfangreichen Zugriff auf Daten von Usern und sogar ihrer Freunde gewährt hat, ohne deren explizite Zustimmung.

Scheinbar haben Facebook und Hersteller wie Apple, Samsung und Co richtige „Datenaustausch-Partnerschaften“ geschlossen. Dabei hat das „Soziale“ Netzwerk über die letzte Dekade Abkommen mit mindestens 60 Herstellern von Smartphones und anderen Produkten erzielt. Darunter finden sich prominente Namen wie Apple, Amazon, Blackberry, Microsoft und Samsung.

All diesen Herstellern räumt Facebook tiefe Einblicke in die persönlichen Daten von Millionen von Usern und sogar ihrer Freunde ein. Die Deals erfolgten noch bevor Facebook-Apps für Smartphones großflächig verfügbar waren. Die Abkommen verhalfen Facebook zu mehr Reichweite.

Besonders kritisch in dem Zusammenhang ist der Zugang der Hersteller zu den persönlichen Daten von Userfreunden, da diese ohne explizite Einwilligung weitergegeben wurden. Der Zugang wurde auch dann noch gewährt, nachdem der Konzern verkündete solche Daten nicht mehr mit Drittparteien zu teilen. Die New York Times fand heraus, dass einige Hersteller gar Daten von Nutzer-Freunden erhalten haben, welche jegliches Datensharing blockiert hatten.

Die meisten dieser Partnerschaften sind auch heute noch aktiv, auch wenn Facebook einige der Deals seit April abwickelt. Und obwohl Facebook behauptet, dass die Verträge mit den Bestimmungen konform gehen und gänzlich anders gestaltet sind als solche mit App-Entwicklern, fand die New York Times heraus, dass die Hersteller Daten quasi auf die gleiche Weise beantragt und erhalten haben wie sonstige Drittunternehmen. Durch die Deklaration der Partnerkonzerne als "Nicht-Drittparteien" seitens Facebook, hätten diese sogar mehr Rechte zum Datenzugriff gehabt als andere Parteien.

In Interviews zieht ein Sicherheitsexperte folgenden Vergleich heran: „Es ist, als ob man Schlösser in Türen installieren lässt und dann herausfindet, dass der Schlosser weitere Schlüssel dazu an alle seine Freunde verteilt hat, welche dann ohne deine Zustimmung durch deine Sachen wühlen können“ (freie Übersetzung des Authors).

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Autor: Christian Hintze,  4.06.2018 (Update:  4.06.2018)
Christian Hintze
Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).