Pearl Abyss bestätigt generative KI-Assets in Crimson Desert und ergänzt Hinweis auf Steam

Nachdem Spieler in Crimson Desert auffällige Grafiken entdeckt hatten, warfen sie Pearl Abyss vor, bei der Entwicklung unsauber gearbeitet zu haben. Das Studio reagierte darauf mit einer Stellungnahme in den sozialen Medien und bestätigte den Einsatz generativer KI. Demnach seien Platzhalterbilder aus früheren Builds des Open-World-Spiels versehentlich im fertigen Spiel verblieben.
Warum griff Pearl Abyss auf KI-Tools zurück?
Laut Pearl Abyss wurden die „2D-Visual-Props“ in einer frühen Entwicklungsphase mit experimentellen generativen KI-Tools erstellt. Diese temporären Assets dienten bei der Gestaltung der riesigen Spielwelt dazu, verschiedene Stimmungen und Atmosphären zu testen. Eigentlich hätten die Bilder bis zum Release von Crimson Desert durch final erstellte Grafiken ersetzt werden sollen – was offenbar nicht geschehen ist.
Das Studio entschuldigte sich für den Vorfall und sprach von einem Versehen. Derzeit werden sämtliche Assets überprüft, um sicherzustellen, dass keine weiteren Inhalte aus der umstrittenen Technologie im Spiel verblieben sind. Zudem sollen kommende Updates die betroffenen Grafiken entfernen.
Auf der Steam-Seite von Crimson Desert erscheint inzwischen – wie von Valve vorgeschrieben – ein entsprechender Hinweis. Dort heißt es: „Generative KI-Technologie wird ergänzend bei der Erstellung einiger 2D-Asset-Props eingesetzt.“ Wie Pearl Abyss bereits in den sozialen Medien erklärte, waren diese Bilder lediglich als temporäre Platzhalter gedacht.
Eine kleine Galerie KI-generierter Gemälde
Auf Reddit verwiesen Nutzer auf mehrere Beispiele, darunter gerahmte Gemälde, auf denen Personen mit falsch dargestellten Gliedmaßen zu sehen sind. Wegen der Vielzahl solcher Fehler kam zudem die Vermutung auf, dass KI-Tools auch bei der Übersetzung der Dialoge ins Deutsche und andere Sprachen eingesetzt wurden.
Auch wenn diese Erklärung einige Kritiker besänftigen dürfte, weisen andere darauf hin, wie alltäglich solche Entschuldigungen inzwischen geworden sind. Ein besonders prominentes Beispiel ist Clair Obscur: Expedition 33. Nachdem das Spiel den Titel als Game of the Year gewonnen hatte, wurde es bei den Indie Game Awards disqualifiziert, nachdem Spieler Hinweise auf den Einsatz von KI entdeckt hatten. Auch Sandfall hatte während der Entwicklung mit Platzhaltern gearbeitet, diese in der finalen Version jedoch wieder entfernt.
Crimson Desert war ein gewaltiges Projekt, an dem Berichten zufolge bis zu 250 Entwickler beteiligt waren. Die Spielwelt Pywel stellte das Studio vor enorme Herausforderungen. Einige Spieler argumentieren jedoch, dass Pearl Abyss trotz dieses Umfangs über genügend Ressourcen verfügen sollte, um halbfertige Lösungen zu vermeiden.
















