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Test Google Pixel 2 XL Smartphone

Erster Eindruck. Das Pixel 2 XL ist optisch ein Highend-Smartphone des Jahres 2017 und hat ein POLED-Display im 2:1-Format. Die optische Verwandtschaft mit dem LG V30 kann es nicht bestreiten, aber in puncto Kamera beschreitet es einen anderen Weg. Außerdem gibt es ordentlich Akku-Power dazu.

Das Google Pixel 2 XL unterscheidet sich optisch stark von seinem kleineren Bruder und besitzt ein 6 Zoll (15,24 cm) großes POLED-Display im 2:1-Format mit QHD+ Auflösung. Dazu gibt es nun mehr Speicher in der Grundausstattung, eine neue Kamera sowie einen flotten Snapdragon 835. Auch die Kommunikationsmodule bewegen sich mit ac-WLAN und LTE Cat. 15 auf einem aktuellen Niveau. Google hält wie im Vorjahr daran fest, keine Speichererweiterung mittels microSD-Karte zu verbauen. Neu sind die beiden Frontlautsprecher, welche vor allem im Querformat für ein verbessertes Audioerlebnis sorgen sollen. Das Pixel 2 XL startet in der 64 GB-Version mit 939 Euro. Wer lieber etwas mehr Speicher haben möchte, muss für eine Verdopplung happige 110 Euro hinblättern. Wie auch beim Vorgänger gilt, dass mit dem Pixel aufgenommene Fotos und Videos in voller Pracht auf Google Drive ausgelagert werden können, jedoch ist dies nun zeitlich begrenzt. Das kleinere Pixel 2 unterscheidet sich tatsächlich lediglich in puncto Display und Akku, die technische Grundausstattung ist jedoch identisch.

Das XL-Highend-Smartphone von Google muss sich der versammelten Konkurrenz stellen. Dazu zählen unter anderem das Samsung Galaxy Note 8, Huawei P10 Plus, Apple iPhone 8 Plus, LG V30, Sony Xperia XZ Premium, HTC U11 sowie das OnePlus 5.

Während des Launch-Events konnten wir in Berlin einen ersten Blick auf die neuen Modelle erhaschen. Wir werden schnellstmöglich einen vollständigen Test nachreichen.

Google Pixel 2 XL (Pixel Serie)
Hauptspeicher
4096 MB 
, LPDDR4x
Bildschirm
6 Zoll 2:1, 2880x1440 Pixel 537 PPI, kapazitiver Touchscreen, P-OLED, Corning Gorilla Glass 5, 3D Arc Glass, spiegelnd: ja
Massenspeicher
64 GB UFS 2.1 Flash, 64 GB 
, 53.78 GB verfügbar
Anschlüsse
1 USB 3.0 / 3.1 Gen1, Audio Anschlüsse: USB, 1 Fingerprint Reader, NFC, Helligkeitssensor, Sensoren: Active Edge, Nährungs-, Halleffekt-, Beschleunigungs-, Android- und G-Sensoren, Barometer, Magnetometer, , Wifi Direct, BeiDou, Galileo, eSIM
Netzwerk
802.11 a/b/g/n/ac (a/b/g/n/ac), Bluetooth 5.0, GSM/GPRS/Edge (850, 900, 1.800 und 1.900 MHz), CDMA EVDO Rev A ( BC0/BC1/BC10), UMTS/HSPA+ (Band 1, 2, 4, 5 und 8), LTE Cat. 15 (Band 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 20, 25, 26, 28, 29, 30, 32, 66 (FDD); 38, 40, 41 (TDD)), LTE, GPS
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 7.9 x 157.9 x 76.7
Akku
3520 mAh Lithium-Ion
Betriebssystem
Android 8.1 Oreo
Kamera
Primary Camera: 12.2 MPix (1,4 μm, f/1.8, OIS und EIS, Autofokus mit Laser und Dual-Pixel-Phasenerkennung, 2160p-Video)
Secondary Camera: 8 MPix (Fixfokus, 1,4 μm, f/2.4, 1080p-Video, EIS)
Sonstiges
Lautsprecher: Frontstereolautsprecher, Tastatur: Virtual, Netzteil, Quick-Switch, Kopfhöreradapter für USB-C zu 3,5-mm-Klinke, Kurzanleitung, Google Lens, 12 Monate Garantie, USB Type-C, IP67-zertifiziert, aptX HD, unbegrenzter Onlinespeicherplatz für Fotos und Videos, Lüfterlos
Gewicht
175 g, Netzteil: 82 g
Preis
939 Euro

 

Gehäuse

Ähnlich wie die meisten anderen Highend-Konkurrenten aus dem Jahr 2017 besitzt auch das Google Pixel 2 XL besonders schmale Rahmen und kann seine optische Verwandtschaft mit dem LG V30 nicht leugnen. Das Gehäuse besteht aus einer Aluminiumlegierung, lediglich ein Teil der Rückseite ist mit Glas bedeckt. Die Front wird vollständig von Corning Gorilla Glass 5 geschützt.

Die Verarbeitung des Google Pixel 2 XL liegt auf einem hohen Niveau. Es zeigt sich sehr verwindungssteif und aufgrund der verwendeten OLED-Technologie kann Druck auf das Panel zu keinerlei Wellenbildung führen. Die Spaltmaße sind passgenau und sehr enganliegend. Das Alu liegt gut in der Hand. Das Display-Oberflächen-Verhältnis ist richtig gut, jedoch sind die Rahmen beim Galaxy Note 8 noch schmaler.

Der SIM-Slot schließt bündig mit dem übrigen Gehäuse ab und kann eine Nano-SIM-Karte aufnehmen. Das Smartphone ist zudem gemäß IP67 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt, was bedeutet, dass es für eine halbe Stunde, in bis zu 1,5 Metern Tiefe in Süßwasser untertauchen kann, ohne Schaden zu nehmen. Der Akku ist entsprechend fest verbaut und lässt sich nicht durch den Nutzer wechseln.

Das Google Pixel 2 kommt in den Ausführungen Schwarz sowie Schwarz-Weiß. Bei letzterem ist der Power-Button in Orange gefärbt. Diese akzentuierte Farbsetzung kennen wir bereits vom Huawei P10 Plus und ist sicherlich Geschmackssache, gefällt uns aber sehr gut.

Größenvergleich

Ausstattung

Als kabelgebundene Schnittstelle kommt im Google Pixel 2 XL USB 3.1 (Gen. 1, Type-C) zum Einsatz. NFC und Bluetooth 5.0 sind ebenfalls an Bord. Letzteres unterstützt auch aptX und aptX HD für hochauflösende Musikinhalte.

Außerdem wird es wieder möglich sein, die mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos und Videos in voller Größe kostenlos in Google Drive speichern zu können. Eine Speicherbegrenzung gibt es dafür bis zum 15. Januar 2021 nicht. Über dieses Datum hinaus, wird das Angebot auf Fotos in hoher Qualität beschränkt. Dies soll laut Google eine Speichererweiterung mittels microSD-Karte überflüssig machen, weshalb erst gar kein entsprechender Slot verbaut wird.

Auf einen Infrarotsender, einen Radio-Empfänger oder die Möglichkeit das Smartphone kabellos zu laden, wurde ebenfalls verzichtet.

Software

Das Google Pixel 2 XL wird mit purem Android 8.0 Oreo ausgeliefert und soll zudem bis Oktober 2020 Software- und Sicherheitsupdates erhalten.

Außerdem ist in dem Smartphone bereits das neue Google Lens enthalten, welches zunächst exklusiv für die Pixel 2-Modelle bereitgestellt und erst später anderen Geräten zugänglich gemacht wird. Mit Lens wird auf Wunsch ein aufgenommenes Foto von Google analysiert und so können Gebäude, Landschaften, Kunstwerke, Bücher und CD-Cover erkannt werden und Google stellt entsprechende Informationen über den Google Assistant zur Verfügung. Zusätzlich können so auch Mailadressen, Adressdaten oder Telefonnummern einfach von Flyern übernommen werden.

Zusätzlich hört das Pixel-Smartphone mit und zeigt auf dem Always-On-Display Interpret und Titel an, wenn Musik erkannt wird. Diese Funktion lässt sich gegebenenfalls deaktivieren. Generell soll der Google Assistant stärker in die Welt des Nutzers integriert werden und lässt sich auch durch ein einfaches Drücken des Smartphones starten, ähnlich wie es bereits im HTC U11 möglich ist.

Kameras

Die Kameraausstattung der beiden Pixel-Modelle ist identisch. An der Front findet eine 8 MP-Knipse Platz, welche mit einem Fixfokus und einer elektronischen Bildstabilisierung ausgestattet ist. Die nominelle Blendenzahl f/2.4 ist recht typisch für diese Kameras, verspricht durch ihre 1,4 μm großen Pixel jedoch dennoch eine gute Lichtempfindlichkeit, welche sich während des Events durchaus bestätigte. Erfreulicherweise steht der Portrait-Modus, welcher den Hintergrund in ein weiches Bokeh taucht, auch für Selfies zur Verfügung.

Die Hauptkamera auf der Rückseite wird von Google als beste Kamera in einem Smartphone bezeichnet. Sie bietet 12,2 MP, eine f/1.8-Blende sowie 1,4 μm große Pixel. Neben einem Laser-Autofokus gibt es eine Dual-Pixel-Phasenerkennung. Letztere sorgt nicht nur für eine schnelle Fokussierung, sondern ermöglich im Zusammenspiel mit Googles speziellen Machine-Learning-Algorithmus, dass der Portrait-Modus auch ohne zweite Kamera funktioniert.

Die Qualität und vor allem die Geschwindigkeit der Aufnahmen ist nach einer ersten Einschätzung sehr gut. Selbst im Schummerlicht des Events zeigten die Fotos eine knackige Schärfe und die Auslöseverzögerung war sehr schnell. Das Bokeh im Portrait-Modus ist gut, dürfte aber gerne etwas unschärfer sein. Schade ist zudem, dass Google nicht nachzieht und Videoaufnahmen nur in Ultra HD mit 30 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Im Gegenzug gibt es sowohl eine optische als auch elektronische Bildstabilisierung, welche vor allem bei Kamerafahrten für die nötige Ruhe im Bild sorgen soll.

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Display

Im Google Pixel 2 XL kommt ein 6 Zoll (15,24 cm) großes POLED-Display von LG zum Einsatz. Dies besitzt ein Seitenverhältnis von 2:1 (18:9) und bietet mit 2.880 x 1.440 Bildpunkten eine noch höhere Pixeldichte als das kleine Pixel 2-Modell. Ebenso soll die Farbraumabdeckung noch etwas größer sein und DCI-P3 vollständig abdecken. Im Vergleich zum Pixel XL (16:9, 83,39 cm²) steigt die Panelfläche spürbar an und klettert auf 92,9 cm².

Der erste Eindruck konnte überzeugen. Bei flachen Betrachtungswinkeln waren keine Farbschleier zu erkennen und die Farben wirkten nicht zu stark gesättigt. Das Kontrastverhältnis war erwartungsgemäß hervorragend, jedoch wird auch bei diesem Display Pulsweitenmodulation (PWM) zum Einsatz kommen.

Für den Einsatz im Freien wird zudem das polarisierte Glas vom Vorteil sein da, dies einen besonders niedrigen Reflexionsgrad verspricht. Beim LG V30, welches den gleichen Displaytypen verwendet, haben wir die etwas zu sparsame Regulierung der Leuchtkraft durch den Umgebungslichtsensor kritisiert. Wir sind gespannt, ob Google dies besser macht.

Leistung

Im Google Pixel 2 XL kommt das aktuelle Highend-SoC von Qualcomm zum Einsatz: der Snapdragon 835. Ihm werden 4 GB LPDDR4x-Arbeitsspeicher zur Seite gestellt. Das Smartphone ist sowohl mit 64 als auch 128 GB internen Speicher erhältlich. Die Grafikberechnungen werden von der Qualcomm Adreno 540 übernommen.

Benchmarks können wir an dieser Stelle leider noch nicht bieten, aber die Leistung wird ähnlich ausfallen wie bei anderen Smartphones mit diesem Chipsatz. Spannend wird der Vergleich bei der Systemperformance sein, gefühlt lief Android 8.0 Oreo sehr flüssig.

Akkulaufzeit

Der Energiespeicher des Google Pixel 2 XL ist im Vergleich zum Vorgänger (3.450 mAh) etwas stärker geworden und leistet nun 3.520 mAh. Im Zusammenspiel mit dem effizienteren Prozessor sollten mindestens ähnliche Laufzeiten wie möglich sein, obwohl das Panel angewachsen ist.

Die Schnellladetechnik wurde verbessert und mit nur 15 Minuten am Netzteil, sollen sieben Stunden Nutzung möglich sein. Was dies letztendlich in der Praxis bedeutet, wird der kommende ausführliche Test zeigen. Leider gibt es keine Möglichkeit, das Smartphone kabellos zu laden.

Fazit

Im Test: Google Pixel 2 XL.
Im Test: Google Pixel 2 XL.

Google wurde nicht müde, zu predigen, dass die beste Kombination aus Hardware, Software und künstlicher Intelligenz in den neuen Smartphones steckt. Das Google Pixel 2 XL hinterlässt auch tatsächlich einen sehr positiven ersten Eindruck und vor allem die Kamera weiß zu gefallen und auch das neue Google Lens-Feature funktioniert bereits sehr gut.

Anders als beim kleinen Pixel 2 setzt Google im Pixel 2 XL auf eine moderne Optik mit schmalem Displayrahmen und einem 18:9-Display. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Geräte technisch nicht und bieten eine starke Ausstattung auf dem aktuellen Highend-Niveau. Lediglich Freunde des kabellosen Ladens werden enttäuscht.

Etwas abschreckend ist der vergleichsweise hohe Einführungspreis. Ab 939 Euro ist das Pixel 2 XL zu haben, 1.049 Euro werden fällig, wenn es die 128 GB-Version sein soll. Das sind rund 40 Euro mehr als beim Vorjahresmodell. Zu dem Preis hätten es auch gerne 256 GB sein dürfen, da tröstet auch der unlimitierte Cloudspeicher nicht drüber hinweg. Vorbesteller erhalten zudem einen Google Home Mini kostenlos dazu.

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Autor: Daniel Schmidt,  6.10.2017 (Update: 14.12.2017)
Daniel Schmidt
Daniel Schmidt - Managing Editor Mobile - @Tellheim
Bereits als kleiner Zwerg fesselte mich mein Commodore 16 und entfachte meinen Enthusiasmus für Computer. Mit meinem ersten Modem surfte ich im Btx und später auch im World Wide Web. Die neuesten Techniktrends haben mich von jeher gefesselt und das gilt vor allem auch für mobile Geräte, wie Smartphones und Tablets. Für Notebookcheck bin ich seit 2013 am Ball und freue mich auf die Neuerungen, die noch kommen und wir für Sie auf Herz und Nieren testen werden.