Notebookcheck

Test Apple iPad 3rd Gen. 2012 4G Tablet

Fortschritt? Der Launch des neuen iPad 3 zählt wohl zu den Highlights des Jahres 2012, zumindest wenn man nach dem allgemeinen Medieninteresse geht. Gerüchte, welche Verbesserungen kommen sollen, gab es im Vorfeld zur Genüge. Nun steht der Tag der Wahrheit an - lohnt sich ein Umstieg für iPad-2-User?

Apple: iPad 3 black and white
Apple: iPad 3 black and white

Updates 
17.03 Stromverbrauch hinzugefügt; 3G Datenraten; Screen Bleeding Foto
19.03 Akkutest Idle; Video Performance
27.03 Informationen zum Farbraum des Retina Displays; Benchmarkvergleiche
30.03 Aufladezeit des Akkus ohne Benutzung hinzugefügt

Es erinnert vieles an den Launch von Apples iPad 2: Unzählige Gerüchte ließen selbst Casual-User in den Wochen vor dessen Markteintritt fiebern und letztlich zur Präsentation gespannt nach San Francisco blicken. Es war noch der ehrwürdige Steve Jobs, der es sich, obwohl bereits sichtbar angeschlagen, nicht nehmen ließ, sein "Baby" in der aktuellen Fassung zu präsentieren. Manche "Rumors" bewahrheiteten sich, so bekam das iPad 2 eine Dual-Core-CPU sowie eine Front- und Rear-Kamera, andere Hoffnungen blieben hingegen unerfüllt, insbesondere in Hinblick auf das Display.

Etwa ein Jahr später folgt nun die nächste Ausbaustufe des iPads in der Version 3. Doch was ist neu? Das Gehäuse bleibt auf den ersten Blick unverändert, im Inneren arbeitet nach wie vor eine Dual-Core-CPU und bedient wird das Tablet immer noch ausschließlich über das Display. Halt! Das vielzitierte Re-ti-na Display hat nun endlich Einzug in das Tablet gefunden. Keine Frage, damit deklassiert Apple wieder einmal die Konkurrenz und legt die Richtung für die zukünftige Entwicklung bei Notebooks und Tablets vor. Aber reicht das, um all den Rummel zu rechtfertigen? Böse Zungen sprechen bereits vom "iPad 2S", in Anspielung an die mageren Erneuerungen der aktuellen iPhone Variante im Vergleich zum Vorgänger.

Wir haben keine Mühen gescheut und uns unter die tobende Masse der Apple Jünger gemischt, um als einige der Ersten an das gelobte Stück Technik zu gelangen. Unsere ersten Testergebnisse finden Sie hier im folgenden Testbericht. Für unsere Tests standen zwei reglulär bei Gravis gekaufte Versionen des Apple iPads 3 4G (16 GB) zur Verfügung.

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Doch, auch das Gehäuse hat sich im Vergleich zum iPad 2 verändert, wenngleich sich die Suche nach Abweichungen als Suchbild der schwierigsten Kategorie darstellt. Im Detail finden wir etwas kleinere Radien bei den Abrundungen der Kanten, eine geringfügig größere Ausnehmung für die Rear-Kamera und letztlich ein nur im direkten Vergleich mit dem Vorgänger überhaupt spürbar "dickeres" Gehäuse von insgesamt 9.4 Millimetern. Plus 0.6 Millimeter lautet das fatale Urteil für die Statistik. Neu und nicht noch dünner? Das geht so aber überhaupt nicht...

Nein, das neue Aluminium-Unibody-Gehäuse war wohl eine der wichtigsten Änderungen beim Sprung von iPad 1 auf iPad 2. Wesentlich dünner und leichter wurde damit die zweite Version, was sich auf die Ergonomie des Gerätes wohl mehr auswirkte als etwa der Wechsel von Single- zur Dual-Core-CPU. 
"Never change a running system". - In diesem Fall muss man Apple recht geben und die 0.6 Millimeter sollte man Apple zugunsten des neuen Displays, eines größeren Akkus und neuer CPU fairerweise zugestehen.

Weit "schwerer" wiegt hier schon die Gewichtszunahme, die im Falle unserer 4G-Version ganze 60 Gramm ausmacht. Damit liegt das neue iPad 3 hinsichtlich Gewicht näher an Variante 1 als an seinem direkten Vorgänger. Das mag jetzt für Notebook-Verhältnisse nicht viel klingen, hält man das Tablet allerdings lange genug in der Hand, macht sich der Unterschied durchwegs bemerkbar. Nicht umsonst wurde die Gewichtsreduktion als eines der wichtigsten Argumente pro iPad 2 zu dessen Startzeitpunkt gehandelt.
Dass es auch leichter geht, zeigen einige aktuelle Android Tablets, etwa das Asus Transformer Prime TF201 mit 589 Gramm oder das Toshiba AT200 mit nur 535 Gramm, beide allerdings ohne integrierte UMTS-Funktionalität. Wie dem auch sei, für den Apple Käufer stellen die beiden genannten Geräte wohl nicht wirklich eine Alternative dar. Eher schon geht es um die Entscheidung  - iPad 2 jetzt günstig abstauben, oder iPad 3 holen und iPad 2 auf Ebay verhökern?

Ausstattung

Wie wir testen - Gehäuse

USB-, HDMI- und SD-Card-Slot am iPad? Undenkbar, zumindest für die klugen Köpfe aus Cupertino, schließlich will man ja auch entsprechend Zubehör verkaufen und iTunes als hauseigene Cash Cow mit zahlreichen Kunden versorgen. In dem Sinne ist dann auch die (überteuerte) 64-GB-Variante zu verstehen, schließlich will der besorgte Kunde nicht plötzlich aufgrund vollgemüllten Speichers vor unlösbaren Problemen stehen. Gerüchte, Apple würde diese Maximalvariante eindampfen, haben sich damit - wie erwartet - nicht bestätigt.

Seriously Apple?
Seriously Apple?

Was bleibt, ist ein 3.5-Millimeter-Kopfhöreranschluss an der oberen Gerätekante und der bekannte 30-polige Docking-Port an der gegenüberliegenden Seitenkante. Aufgrund der stark abgeflachten Seitenkanten sitzt das zugehörige USB-Verbindungskabel auch beim neuen iPad nur wackelig und insgesamt wenig befriedigend.

Hier kann das iPad 3 entweder in das Apple Tastatur-Dock (69 Euro) oder mittels entsprechenden Adaptern, beispielsweise dem Digital-AV-Adapter-HDMI für 39 Euro, an externe Bildwiedergabegeräte angeschlossen werden. Geht es nach Apple, verzichtet man aber ohnehin komplett auf Kabel und streamt Bilder und Videos per AirPlay (bis zu 1080p in der 3. Generation) an seine Apple TV-Infrastruktur.
Mit dem Digital-AV-Adapter wird übrigens auch ein Dolby-Digital-5.1-Surround-Signal ausgegeben und kann so per HDMI in eine entsprechende Heimkino-Anlage eingespeist werden. Die Liste der unterstützten Audio- und Videoformate ist lang und sollte von wissbegierigen Interessenten am besten direkt auf der Apple Homepage studiert werden. Alle anderen User denken idealerweise nicht allzusehr über dieses Thema nach.

Kommunikation

Kommen wir zu einem Punkt, der neben dem Display wohl eine der wichtigsten Neuerungen des iPad 3 betrifft. LTE (Long Term Evolution), sprich der Nachfolger von UMTS, wird vom aktuellen iPad 3 erstmals unterstützt. Theoretisch können damit kabellos bis zu 300 Megabit pro Sekunde übertragen werden. Die Betonung liegt hier auf theoretisch, denn im Praxisbetrieb muss zum einen der Empfang stimmen, bevorzugt also städtische Ballungsräume, und zum anderen sollte man sich dafür in den USA aufhalten, mit einem entsprechenden Mobilfunk-Vertrag wohl gemerkt. 
Ein Blick auf das Spec Sheet von Apple zum iPad 3 nennt hier die Frequenzen 700 und 2100 MHz. Das Problem: In Deutschland wird auf 800, 2000 und 2600 MHz gefunkt. In Österreich beschränkt man sich gleich auf den 2600-MHz-Bereich. Lösung: Die deutsche Kundschaft verzichtet auf dieses Feature und löhnt dennoch den vollen Preis oder wartet auf eine bislang nicht genannte und damit möglicherweise nie erscheinende DE-Version des iPad 3.

Kein mobiles Internet mit dem iPad 3? Doch: Das integrierte Breitband-Modul unterstützt ebenso das altbewährte UMTS, das auch hierzulande einwandfrei seinen Dienst verrichtet. Als Bonus unterstützt das neue Tablet auch die schnellen UMTS-Standards HSPA+ und DC-HSDPA. Ein wichtiges Pro-Argument für den deutschen Kunden fällt dennoch weg.

Was LTE kann, oder besser gesagt: könnte, zeigen erste Berichte von US-Usern des iPad 3: Von bis zu 40 Mbps Download und 20 Mbps Upload ist dort die Rede. Das schaffen bislang in Deutschland und Österreich nur kabelgebundene Internetanbindungen gehobenen Standards in städtischen Bereichen.

Trotz der fehlenden Unterstützung für unsere LTE Frequenzen, sind die 3G Datenraten im Vergleich zum iPad 2 deutlich schneller geworden.
Trotz der fehlenden Unterstützung für unsere LTE Frequenzen, sind die 3G Datenraten im Vergleich zum iPad 2 deutlich schneller geworden.
WLAN-Empfang

Erwähnt sei an dieser Stelle noch das integrierte WLAN nach Standard 802.11 a/b/g/n sowie Bluetooth 4.0. Davon haben wir uns die Wi-Fi-Funktion etwas näher angesehen. Im Vergleich mit einem Macbook Pro 13 2010 sowie einem Google Nexus S Smartphone reihte sich das neue iPad im Test mit einem Netgear Router (g-Standard) etwas unterhalb des Notebooks ein. Ab einer Entfernung von rund 15 Metern zum Router mit einigen leichten Zwischenwänden aus Glas und Gipskarton brach die Verbindung im Test zusammen. Einen Test mit einem n-Standard-Router reichen wir in Kürze nach.

Vergleich: 0.7 Megapixel iPad 2 vs. 5-Megapixel-Cam im iPad 3rd Gen. (abweichende Tageszeit)
Vergleich: 0.7 Megapixel iPad 2 vs. 5-Megapixel-Cam im iPad 3rd Gen. (abweichende Tageszeit)

Kamera

Die Vollausstattung mit Front- und Rear-Kamera des iPad 2 wurde vor allem - und nach ausfühlichem Test eigentlich nur noch - von Apple selbst gelobt. Die Front-Kamera war gerade einmal für Videokonferenzen in niedriger Bildauflösung zu gebrauchen, und auch die Rear-Kamera mit 0.7 Megapixel (960 x 720) Auflösung entpuppte sich in unserem umfangreichen Vergleichstest mit verschiedenen Android Tablets schlicht als nicht ernst zu nehmendes Spielzeug.

Gute Chancen also für das iPad 3, hier eine Peinlichkeit wieder auszubügeln. Apple wertet vor allem die schwache Rückkamera auf und setzt hier ein 5-Megapixel-Kameramodul ein. Neben neuen technischen Spielereien wie Full-HD-Videoaufnahme, speziellem Linsenaufbau und und einem "Infrarot-Hybridfilter" soll vor allem das Handling mit der Kamera verbessert werden. Dafür wurden Features wie Fokussierung auf einen Bildausschnitt per Fingertipp oder eine Gesichtserkennung integriert.

5-MP Kamera new iPad
(klicken für volle Auflösung)
Vergleich Kamera iPad 2
1:1-Zoom-Bildausschnitt 1080p-Videoaufnahme, outdoor
1:1-Zoom-Bildausschnitt 1080p-Videoaufnahme, outdoor
und indoor mit der iSight Kamera des iPads
und indoor mit der iSight Kamera des iPads
Frontkamera für Videokonferenzen auf Niveau vom iPad 2
Frontkamera für Videokonferenzen auf Niveau vom iPad 2

Videofunktion

Wir überprüfen das neue Kameramodul anhand einer Indoor-Aufnahme und eines kurzen Clips im Freien bei Sonnenschein, sprich bestmöglicher Umgebungshelligkeit. 
Die Outdoor-Aufnahme zeigt ein leichtes Ruckeln bei schnellen Kamerafahrten. Im Detail kann man auch ein leichtes Bildrauschen erkennen, die aufgezeichneten Farben gehen subjektiv in Ordnung. 
In unserer Innenraum-Szenerie kann man bei der Detailanalyse des aufgenommenen Clips ein deutliches Bildrauschen erkennen. Auffällig wird dies vor allem an Kanten des abgefilmten Motivs. 

Die Frontcam schneidet hinsichtlich Bildqualität deutlich bescheidener ab, ist allerding auch in erster Linie für Videokonferenzen gedacht, wofür die Qualität ausreichen sollte.

Unser Fazit für das neue Kameramodul fällt dennoch positiv aus. Für Urlaubsclips im Freien eignet sich das neue iPad durchaus. Die Full-HD-(1080p)-Videoclips zeigen subjektiv reale Farben und hohen Detailreichtum. Bei Kamerafahrten sollte man allerdings darauf achten, die Cam mit max. 30 Bildern/Sekunde nicht zu überfordern. 

Die Qualität in Innenräumen geht noch einigermaßen in Ordnung, wenngleich hier im Detail doch deutliche Schwächen erkennbar sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die relativ hoch voreingestellte Zoom-Stufe der Kamera. Das Scharfstellen eines Bildausschnittes per Fingertipp funktioniert im Test gut, allerdings besteht dabei doch die Gefahr, das Bild zu verwackeln.

Apple: Smartcover, verfügbar in 10 verschiedenen Farben, wahlweise aus PU oder Leder
Apple: Smartcover, verfügbar in 10 verschiedenen Farben, wahlweise aus PU oder Leder

Zubehör/Smartcover

Erfreuliche Botschaft für alle stolzen Smartcover-Besitzer vom iPad 2: Der bunte Deckel im Origami-Style passt auch auf das neue iPad 3. Der Deckel kostet je nach Materialausführung 39 Euro (Polyurethan) oder 69 Euro in der Ledervariante. Geschützt wird durch das Smartcover allerdings nur das Display, der Alu-Body ist insbesondere an der Rückseite nach wie vor umbarmherzig der Umwelt ausgesetzt. Das Cover ermöglicht, das iPad grundsätzlich in zwei verschiedenen Winkeln vor sich zu positionieren - beim Tippen am Tisch oder dem Konsum eines Videos kann dies durchaus von Vorteil sein. Gehalten wird das Cover übrigens von Magneten, die auch eine rasche Entfernung des Covers zulassen.

Wartung

Fehlanzeige. Das komplett abgekapselte Gehäuse bietet für den User keinen Spielraum, hardwareseitig Änderungen vorzunehmen. Das Einsetzen bzw. der Wechsel der SIM-Karte (nach wie vor Micro-SIM) durch den Benutzer ist schon das höchste der Gefühle, das man bei Apple dem User zumutet - oder zutraut?

Garantie

Die gewährte Garantie beläuft sich auch beim neuen iPad 3 auf lediglich ein Jahr Bring-In-Service, sprich das Gerät muss im Schadensfall eingesendet oder zu einem Apple Händler gebracht werden. Darüber hinaus bietet Apple den AppleCare Protection Plan für iPads, der die Garantielaufzeit auf zwei Jahre verlängert, ebenso wie den Telefonsupport von ursprünglich nur 90 Tagen auf zwei Jahre. Preis: 79 Euro.

Display

Wie wir testen - Display

gestochen scharf -
gestochen scharf -
Grafik als auch Text auf dem Retina-Display
Grafik als auch Text auf dem Retina-Display

Kommen wir nun zu einer wesentlichen Neuerung beim iPad in der dritten Generation, dem Retina-Display. Als erster Hersteller traut sich Apple zu einem besonders hochauflösenden 9.7-Zoll-Panel mit LED-Beleuchtung, das mit ernormen 2048 x 1536 Pixel auflöst. Im Vergleich zum iPad 2 entspricht dies einer Vervierfachung der dargestellten Pixel (3.1 Mio. Bildpunkte vs. 0.8 Mio. beim iPad 2). Was die hohe Auflösung bringt, sieht man sowohl im Detail in Form gestochen scharfer Text- und Grafikdarstellung, wird aber etwa auch beim Surfen im Internet auffällig, wo Text auf Webseiten bereits in der Vollansicht einwandfrei lesbar ist, obwohl die einzelnen Zeichen gerade einmal einen Millimeter groß sind. Vorteil der Vervierfachung ist das einfache und hochqualitative Hochskalieren alter Anwendungen. Es werden einfach 4 in gleicher Farbe angezeigt und die alten iPad Anwendungen sehen aus wie vom iPad 2 gewohnt.

Bei der Helligkeitsmessung ermitteln wir eine maximale Luminanz von "lediglich" 321 cd/m² bei einer durchschnittlichen Helligkeit von 303.7 cd/m². Im Vergleich zum Vorgänger Apple iPad 2, den wir im Test hatten, ist dies hinsichtlich Displayhelligkeit eine Verringerung um immerhin knapp 70 cd/m². Vertreter des Android Lagers, etwa das Asus Prime TF201 mit 484 cd/m² oder aber auch das Blackberry Playbook von RIM mit 491 cd/m² schaffen hier deutlich höhere Werte.

311
cd/m²
289
cd/m²
284
cd/m²
301
cd/m²
319
cd/m²
286
cd/m²
321
cd/m²
312
cd/m²
310
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
Infos
Gossen Mavo-Monitor
Maximal: 321 cd/m²
Durchschnitt: 303.7 cd/m²
Ausleuchtung: 88 %
Helligkeit Akku: 319 cd/m²
Schwarzwert: 0.38 cd/m²
Kontrast: 839:1
Screen Bleeding auf der Unterkante unseres schwarzen Testmodells.
Screen Bleeding auf der Unterkante unseres schwarzen Testmodells.

Interessant ist die Tatsache, dass unser zweites Testgerät (mit derselben Ausstattung, allerdings black) bei der Helligkeitsmessung durchwegs höhere Ergebnisse einfahren konnte. Im Schnitt lagen die ermittelten Werte rund 25 cd/m² über jenen unserer "white"-Version. Ob es sich hier um produktionsbedingte Schwankungen handelt, oder eventuell zwei Paneltypen eingesetzt werden, können wir zum Zeitpunkt des Tests noch nicht feststellen.

Was das neue Retina-Display bei der Helligkeit abgibt, wird in puncto Bildkontrast wieder reingeholt. Mit einem niedrigen Schwarzwert von nur 0.38 cd/m² erreicht das Tablet einen maximalen Kontrast von 839:1. Unser zweites Testgerät schlägt sich mit 826:1 hier übrigens praktisch identisch.

das neue iPad im Außeneinsatz bei strahlendem Sonnenschein
das neue iPad im Außeneinsatz bei strahlendem Sonnenschein
kein Problem mit extremen Blickwinkeln
kein Problem mit extremen Blickwinkeln
nahezu vollständige Abdeckung des sRGB-Farbraums (Quelle: CDTobie's Photo Blog)
nahezu vollständige Abdeckung des sRGB-Farbraums (Quelle: CDTobie's Photo Blog)

Eine hohe Helligkeit ist vor allem bei der Benutzung des Tablets im Freien von großer Bedeutung. In der Hinsicht können wir aber Entwarnung geben. Größtes Hemmnis bleibt nach wie vor, wie bei praktisch allen Tablet-Konkurrenten aus der Android Welt, das spiegelnde Display, das bei ungünstigem Winkel zur Sonne auch schon mal als Schminkspiegel dienen kann. Die Helligkeit an sich reicht aus, um im Freien mit dem Gerät zu hantieren, optimalerweise sucht man sich dafür allerdings ein schattiges Plätzchen. 100-200 Candela mehr wären in dieser Hinsicht sicher kein Fehler gewesen; dies hätte aber vermutlich den ohnehin bereits hohen Strombedarf des Retina-Displays in dramatische Regionen ansteigen lassen.

Was die Blickwinkel betrifft, ist das Retina-Display dank des Einsatzes von IPS-Technologie praktisch über jeden Zweifel erhaben. Egal wie man das Tablet auch dreht und wendet, der Inhalt bleibt stets einwandfrei und unverfälscht ablesbar. Probleme könnten auch hier lediglich mögliche störende Spiegelungen bereiten.

Positives gibt es auch für Fotografen und professionelle Bildbearbeiter und Grafiker zu berichten: Laut CDTobie's Photo Blog fällt der Farbraum des neuen Retina Displays etwas größer im Vergleich zum iPad 2 aus und deckt sRGB nahezu vollständig ab. Die Firma Datacolor bietet für das iPad außerdem eine App an (SpyderGallery) mit der sich das Display mittels eines Colorimeters kalibrieren lässt.

Leistung

Wie wir testen - Leistung

Real Racing 2 HD Retina 800x600 Ausschnitt
Real Racing 2 HD Retina 800x600 Ausschnitt

Die Hardwarespezifikationen des neuen Apple A5x SoC (System on a Chip) sind nach den zahlreichen Gerüchten etwas enttäuschend. Es bleibt bei einem Doppelkern A9 ARM Prozessor mit 1 GHz Taktung (laut Benchmarktools) und damit bei der Prozessorleistung unverändert zum iPad 2. Die Geekbench Scores der Recheneinheiten entsprechen daher auch denen des iPad 2. Nvidia bietet mit vier Cortex A9 Kernen im Tegra 3 bei höheren Taktraten deutlich mehr theoretische Leistung und auch der neue Qualcomm Krait sollte durch Architekturverbesserungen schneller sein.

Geekbench 2 - 32 Bit
Total Score (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
759 Points ∼5%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
470 Points ∼3% -38%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
764 Points ∼5% +1%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
894 Points ∼6% +18%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1535 Points ∼11% +102%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
907 Points ∼6% +19%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
660 Points ∼5% -13%
Integer (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
687 Points ∼4%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
375 Points ∼2% -45%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
691 Points ∼4% +1%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
707 Points ∼5% +3%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1374 Points ∼9% +100%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
715 Points ∼5% +4%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
591 Points ∼4% -14%
Floating Point (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
920 Points ∼5%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
466 Points ∼3% -49%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
923 Points ∼5% 0%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
1259 Points ∼7% +37%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
2304 Points ∼13% +150%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
1279 Points ∼7% +39%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
784 Points ∼4% -15%
Memory (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
818 Points ∼9%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
717 Points ∼8% -12%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
838 Points ∼9% +2%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
941 Points ∼11% +15%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1111 Points ∼13% +36%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
954 Points ∼11% +17%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
751 Points ∼8% -8%
Stream (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
333 Points ∼4%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
330 Points ∼3% -1%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
333 Points ∼4% 0%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
184 Points ∼2% -45%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
264 Points ∼3% -21%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
184 Points ∼2% -45%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
293 Points ∼3% -12%

Bei der Grafikkarte musste Apple aber entscheidend nachbessern, da das High-Res-Display besonders bei Spielen deutlich mehr Power benötigt. Hier verbaute Apple zwei weitere Grafikkerne des PowerVR SGX543MP. Auf die neue SGX600er Serie muss man sich allerdings noch gedulden. Durch die zusätzlichen Kerne verdoppelt sich die theoretische Leistung der Grafikkarte - jedoch bei vervierfachter Pixelanzahl des Displays. Daher müssen 3D-Spiele in nativer Auflösung wohl einige Details weglassen oder die Framerate verringern. Bei ersten Tests mit Real Racing 2 HD (Retina-Display angepasste Version) zeigt sich dies auch. Die Auflösung des Rennspiels ist zwar beachtlich, jedoch bewegt man die Autos nicht mehr ganz so flüssig über die Piste. Falls die 3D-Entwickler aber bei der (wohl ausreichenden) XGA-Auflösung bleiben, könnte die Effektpracht deutlich profitieren.

GLBenchmark 2.1
Pro (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
60 fps ∼100%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
55 fps ∼92% -8%
Pro Offscreen (720p) (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
251 fps ∼64%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
80 fps ∼20% -68%
Egypt (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
59 fps ∼1%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
59 fps ∼1% 0%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
21.9 fps ∼0% -63%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
52 fps ∼1% -12%
Toshiba AT200
SGX540, OMAP 4430, 32 GB SSD
19 fps ∼0% -68%
Egypt Offscreen (720p) (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
140 fps ∼2%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
90 fps ∼1% -36%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
66 fps ∼1% -53%
Toshiba AT200
SGX540, OMAP 4430, 32 GB SSD
28 fps ∼0% -80%

Eine willkommene Verbesserung des A5x ist die Verdopplung des Hauptspeichers auf ein Gigabyte. Auch hier eventuell dem neuen Display geschuldet, hilft die Speichermenge beim Websurfen mit mehreren Tabs.

In unseren ersten kurzen Testerfahrungen schlägt sich der A5x beim Surfen und Spielen trotzdem noch ganz wacker. Ab und zu mussten wir jedoch minimale Ruckler und Hänger in iOS wahrnehmen (hauptsächlich auf der Suchseite). Eigentlich untypisch für das mobile Betriebssystem von Apple.

Browsermark 1.0 - --- (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
126324 points ∼23%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
65269 points ∼12% -48%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
76540 points ∼14% -39%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
119777 points ∼22% -5%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
93087 points ∼17% -26%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
74437 points ∼13% -41%
Toshiba AT200
SGX540, OMAP 4430, 32 GB SSD
86302 points ∼16% -32%
Sunspider
0.9.1 Total Score (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
1860 ms * ∼18%
Apple iPad 1 3G 64GB
SGX535, A4
2876.8 ms * ∼27% -55%
Apple iPad 2
SGX543MP2, A5, 64 GB SSD
2041 ms * ∼19% -10%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
1948.9 ms * ∼18% -5%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1870 ms * ∼18% -1%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
2112 ms * ∼20% -14%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
2613 ms * ∼25% -40%
Toshiba AT200
SGX540, OMAP 4430, 32 GB SSD
1968 ms * ∼19% -6%
1.0 Total Score (sort by value)
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1257 ms * ∼31%

* ... kleinere Werte sind besser

Google V8 Ver. 6 - --- (sort by value)
Apple iPad 3. Gen 2012-03
SGX543MP4, A5x, 64 GB SSD
866 points ∼7%
Asus Eee Pad Transformer TF101
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 16 GB SSD
683 points ∼6% -21%
Asus Eee Pad Transformer Prime TF201
GeForce ULP (Tegra 3), 3, 16 GB SSD
1649 points ∼14% +90%
LG Optimus Pad V900
GeForce ULP (Tegra 2), 2 (250), 32 GB SSD
656 points ∼6% -24%
HTC Flyer 7-Zoll WiFi + 3G
Adreno 205, S2 MSM8255, 32 GB SSD
607 points ∼5% -30%
Toshiba AT200
SGX540, OMAP 4430, 32 GB SSD
696 points ∼6% -20%

Video Performance

Das neue hochauflösende Display eröffnet für den User die Möglichkeit selbst Full HD Videos ohne Informationsverlust darzustellen. Dies unterstützt Apple in dem sie nun H.264 Videos bis 1080p im High Profil Level 4.1 unterstützten (siehe Tech Specs). Wer seine Videos in einem anderen Format vorliegen hat, muss sie entweder umkodieren oder auf Abspielsoftware von Drittherstellern setzen. Im Test haben wir uns OPlayer HD Lite, CineXplayer und AV Player HD näher angesehen. Nach zahlreichen Testvideos ist das Fazit eher ernüchternd. Da die 3. Generation des iPads keine höhere CPU Leistung bietet, ist bei 720p in den meisten Formaten Schluss. Keine unserer 1080p Testvideos (H.264 in MKV, WMV9 oder Ogg Vorbis) konnten flüssig dargestellt werden. Weiters hakten auch ab und zu die 720p Versionen bei manchen Playern (z.B. asynchroner Ton) wodurch man nur mit SD Videos auf der sicheren Seite ist. 

Emissionen

Wie wir testen - Emissionen

Geräuschemissionen 

Weiterhin die gute Nachricht über die Geräuschemissionen: Es gibt keine. Das iPad der 3. Generation arbeitet, wie seine Vorgänger und die meisten Android Tablets, absolut lautlos. Auch surren oder ziepen ist unseren zwei Testgeräten fremd.

Temperatur

Die Oberflächentemperaturen scheinen eine große Schwachstelle der dritten Generation des iPad zu sein. Während unseres Akkulast-Tests lag das Tablet flach auf dem Tisch und erhitzte sich dabei auf 34-40 °C. Hier können dem Ausseneinsatz im Sommer durchaus thermische Grenzen gesetzt sein.

Auch ohne Last konnten wir auf dem Tisch liegend Oberflächentemperaturen von bis zu 38 °C messen. Wenn man das Tablet jedoch frei in der Hand hält, blieb die Temperatur mit 34 °C deutlich kühler (ohne Last wohlgemerkt). Im intensiven Gaming-Einsatz darf man sich jedenfalls auf warme Hände "freuen".

Max. Last
 33.9 °C35.0 °C35.1 °C 
 33.9 °C34.1 °C34.3 °C 
 38.4 °C40.7 °C39.4 °C 
Maximal: 40.7 °C
Durchschnitt: 36.1 °C
36.7 °C36.6 °C36.4 °C
38.7 °C39.5 °C38.2 °C
39.9 °C38.6 °C38.9 °C
Maximal: 39.9 °C
Durchschnitt: 38.2 °C
Raumtemperatur 24.0 °C | Raytek Raynger ST

Lautsprecher

Aus der einzelnen Lautsprecheröffnung erklingt Musik für die Bauform überraschend laut und klar. Die Positionierung auf der Unterseite ist jedoch nicht ideal, da der Schall dadurch am Tisch - wenn das iPad etwa flach aufliegt -  verzerrt wird. Unserer Meinung nach ist der wiedergegebene Sound für die anspruchslose Musikuntermalung und Spielebeschallung durchaus brauchbar.

Der integrierte Kopfhörerausgang spielt im Test mit hochohmigen AKG K701 in knapp ausreichender Lautstärke und ohne Störgeräusche.

Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Energieaufnahme

Im Vergleich zum Transformer Prime fällt der Stromverbrauch (gemessen am Netzteil bei voll geladenem Akku) auf ähnlichem Niveau. Auf dem Startbildschirm kann das iPad bei minimaler Helligkeit mit nur 1,1 Watt punkten. Jedoch ist hier fast nichts zu erkennen da die Hintergrundbeleuchtung fast ausgeschaltet ist. Die maximal gemessenen 11,1 Watt unter Last liegen knapp oberhalb des TF201. 

Im Standby zeigt unser Messgerät nur 0 Watt an wodurch der tatsächliche Verbrauch unterhalb der Messgenauigkeit liegen dürfte.

Stromverbrauch

Idle 1.1 / 4.6 / 8.4 Watt
Last 10.7 / 11.1 Watt
 
Legende: min: , med: , max:         Voltcraft VC 940

Akkulaufzeit 

Apple verspricht für das neue iPad 10 Stunden Akkulaufzeit und unsere ersten hochgerechneten Ergebnisse zeigen im Surftest per WLAN dies durchaus bestätigt. Mit 9,5 Stunden kann der riesige Akku (42.5 Wh) die Spitzenwerte der Vorgängergenerationen erreichen und verspricht eine ausgezeichnete Mobilität.

Starke Last haben wir mit der älteren Epic Citadel Demo simuliert. Hier lief unser zweites Testgerät ziemlich genau fünf Stunden und erlaubt dadurch auch den mobilen Spielegenuss.

Weitere Werte werden wir im Laufe der nächsten Tage nachtragen. Anhand der Ergebnisse anderer Kollegen bestätigt sich jedoch, dass Apples Marketing-Versprechen (z. B. 9h 3G-/LTE-Laufzeit) durchaus gehalten werden können.

Auffällig sind jedoch die langen Ladezeiten des großen Akkus. Unter Benutzung des iPads waren nach 1h 15min z. B. erst 7 % wieder aufgeladen. Ohne Benutzung war es mit dem mitgelieferten Netzteil nach 5h und 45min voll geladen. Folglich muss man Ladezeiten über Nacht einplanen, um die 3. Generation wieder fit für den mobilen Einsatz zu bekommen.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
20h 26min
Surfen über WLAN
9h 30min
Last (volle Helligkeit)
5h 00min

Fazit

Wie wir testen - Fazit

Nach zahlreichen Stunden mit dem neuen iPad möchten wir nun Resümee ziehen. Was bleibt von der anfänglichen Euphorie?

Ganz vorne wäre hier das hervorragende Retina-Display zu nennen, das durch ein gestochen scharfes Bild über jeden Zweifel erhaben ist. Leicht bitterer Beigeschmack ist hier allerdings die im Vergleich zum Vorgänger etwas geringere Helligkeit, die Spiegelungen nunmehr gefühlt einen Tick weniger entgegenzusetzen vermag. Das Transformer Prime gewinnt die Runde Displayhelligkeit und Kontrast eindeutig, kann hinsichtlich Auflösung und damit einem wichtigen Faktor bezüglich Bildqualität dem neuen iPad aber trotzdem nicht das Wasser reichen.

Das Gehäuse tritt in gewohnter Optik und Qualität an, wobei das etwas höhere Gewicht (+ 60g) im Vergleich zum Vorgänger auch hier die Kehrseite der Medaille ist. 
Ärgern darf man sich in Deutschland und Österreich über die inkompatiblen unterstützten Frequenzen für den Mobilfunkstandard LTE. Aus 4G wird damit 3G, und ein vor allem für US-Kunden gewichtiges Kaufargument fällt hierzulande weg.

Noch einen Punkt finden wir in unseren bisherigen Tests, der uns zum Nörgeln verleitet: Das Gehäuse erwärmt sich in jedem Betriebszustand deutlich mehr als beim Vorgänger iPad 2. Lässt man das Tablet unter Last auf dem Tisch liegen, können gar Werte von über 40 °C Oberflächentemperatur erreicht werden. In der Hand gehalten fällt die Erwärmung dann etwas undramatischer aus, bleibt aber dennoch eindeutig mess- und spürbar.

In puncto Leistung setzt Apple nach wie vor auf eine Dual-Core-CPU, brezelt im Gegenzug allerdings die integrierte Grafikeinheit gehörig auf. Das ist aber auch bitter notwendig, schließlich wollen mit dem Retina-Display 4x so viele Pixel berechnet werden wie noch beim iPad 2. Ob anspruchsvolle 3D-Games die volle Auflösung nutzen können, bleibt damit fraglich. Wohl wird diese erst von zukünftigen Chip-Generationen gänzlich ausgenutzt werden können. Trotzdem hinerlassen die ersten Spiele, die das Retina Display unterstützen, bereits einen hervorragenden Eindruck.

Klassisches Couchsurfing macht dank des nunmehr 1 GByte großen Arbeitsspeichers und der höheren Auflösung noch mehr Spass. Hier stören eigentlich nur mehr die nicht funktionierende Flash-Videos. Manche Seiten werden zudem durch die DPI-Einstellungen mit kleineren Grafikfehlern dargestellt, und bei komplexeren Webseiten würde man sich auch über eine etwas schnellere CPU freuen.

Insgesamt mag für den einen oder anderen Leser dieses Fazit wohl etwas zu kritisch klingen. In der Tat muss Apple beim vorliegenden iPad in der aktuellen Version bei einigen Punkten Kompromisse eingehen, um in anderen Bereichen einen großen Schritt vorwärts zu machen. Dies gilt vor allem für das Retina-Display. Mehr Auflösung bedeutet mehr benötigte Leistung, mehr Leistung bedingt mehr Abwärme und einen höheren Stromverbrauch, dieser kann nur durch größere Akkus gedeckt werden, die ihrerseits das Tablet etwas schwerer machen und vor allem die Ladezeiten in die Höhe schnellen lassen.

Ist dieser Aufwand für das neue Retina-Display gerechtfertigt? Wir meinen, machen Sie sich am besten selbst ein Bild. Die Bildqualität ist unumstritten auf dem letzten Stand der Technik. Ob dies reicht, um ein bestehendes iPad 2 gegen ein next generation iPad einzutauschen? iPad Neueinsteiger werden ohnehin wohl kaum zum Auslaufmodell iPad 2 greifen - Apple lockt jedoch mit einem günstigeren Einstiegspreis.

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Im Test: Apple iPad 3 16GB 4G
Im Test: Apple iPad 3 16GB 4G

Datenblatt

Apple iPad 3. Gen 2012-03

:: Prozessor
Apple A5x 1 GHz
:: Grafikkarte
:: Bildschirm
9.7 Zoll 4:3, 2048x1536 Pixel, spiegelnd: ja
:: Festplatte
64 GB SSD, 64 GB
:: Anschlüsse
1 Docking Station Anschluss,
:: Netzwerkverbindungen
802.11a/b/g/n (a b g n ), 4.0 Bluetooth, 4G, LTE, Dual-Carrier HSPA+, UMTS, 3G
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 9.4 x 241.2 x 185.7
:: Gewicht
0.662 kg
:: Akku
42.5 Wh Lithium-Polymer, non removeable
:: Preis
829 Euro
:: Sonstiges
Webcam: iSight 5MPix, FaceTime VGA, 24 Monate Garantie

 

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Autor: J. Simon Leitner / Klaus Hinum (Update: 11.02.2014)