Notebookcheck

Mobile Nvidia GeForce GTX 1650 im Performance-Test

Florian Glaser 👁, Stefanie Voigt, 05.05.2019

Balanceakt. Während Nvidias GeForce GTX 1660 Ti zwischen der Mittelklasse und dem High-End-Bereich rangiert, dürfte sich die GeForce GTX 1650 zur neuen Erfolgs-GPU für leistungsstarke Multimedia-Notebooks entwickeln. Lesen Sie in unserem Test, ob die Power auch für anspruchsvolle 3D-Anwendungen reicht.

Mit der GeForce GTX 1650 veröffentlicht Nvidia die nun fünfte Laptop-GPU auf Turing-Basis, welche ohne Max-Q-Kürzel auskommt. Nach den Ray-Tracing-Modellen RTX 2080, RTX 2070 und RTX 2060 (Performance-Test #1) und der „konventionellen“ GTX 1660 Ti (Performance-Test #2), die ebenfalls Richtung Oberklasse tendiert, kümmert sich der Hersteller jetzt um das Midrange-Segment.

Im Vergleich zur GTX 1660 Ti bietet die GTX 1650 nicht nur weniger Shader (1.024 vs 1.536), sondern auch einen kleineren Speicher. Statt 6 GB GDDR6-VRAM, die per 192 Bit angebunden sind, enthält das günstigere Turing-Modell nur 4 GB GDDR5 mit 128-Bit-Interface.  Ähnlichkeiten bestehen beim Kerntakt. Während die GTX 1660 Ti mit 1.455 bis 1.590 MHz spezifiziert ist, erreicht die GTX 1650 auf dem Papier 1.395 bis 1.560 MHz.

Dank dem automatischen GPU-Boost, der seit Jahren zum Standard-Repertoire von Nvidia Chips gehört, kann der Takt in der Praxis jedoch deutlich höher ausfallen. So konnten wir der GTX 1650 im Render-Test des Tools GPU-Z bis zu 1.935 MHz entlocken. Laut dem Unigine Heaven 4.0 Benchmark pendelt sich der Wert unter Last auf durchschnittlich 1.710 MHz ein, was ein überaus gutes Ergebnis darstellt.

Testsystem

Grundlage für diesen Test bildet ein Acer Nitro 5, das uns der Internet-Shop notebooksbilliger.de netterweise zur Verfügung gestellt hat. Bei der Testkonfiguration handelt es sich zwar nur um das Einstiegsmodell mit Core i5-9300H (die teurere Version wird vom Core i7-9750H befeuert). Da die meisten 3D-Anwendungen GPU-limitiert sind, dürfte dieser Umstand allerdings kaum eine Rolle spielen.

Laptop Acer Nitro 5
Prozessor Intel Core i5-9300H
Arbeitsspeicher 2x 16 GB DDR4 2.666
Massenspeicher 512-GB-SSD
Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 1650
Shader-Einheiten 1.024
Kerntakt Basis 1.395 MHz
Kerntakt Turbo 1.560 MHz
VRAM 4 GB GDDR5
Speicheranbindung 128 Bit
Speichertakt 8.000 MHz
Treiber ForceWare 417.88

Den verbauten Arbeitsspeicher haben wir derweil zur Sicherheit von 2x 4 GB DDR4-2.666 auf 2x 16 GB DDR4-2.666 geupgradet. Als Grafiktreiber diente die vorinstallierte ForceWare 417.88. In Kürze werden Sie auf unserer Homepage einen vollständigen Test zum Nitro 5 finden.

Synthetische Benchmarks

DirectX 11

Im Benchmark-Parcours ist nicht nur der Vergleich zu den kostspieligeren Turing-Brüdern GTX 1660 Ti und RTX 2060, sondern auch der Vergleich zur alten Generation interessant. Um es gleich vorwegzunehmen: Bei allen bisher durchgeführten Messungen macht es sich die GTX 1650 zwischen der GTX 1050 Ti und der GTX 1060 bequem, was im Vorfeld zu erwarten war. Beim Fire-Strike-Test des aktuellen 3DMark liegt die GTX 1650 recht mittig zwischen den beiden Pascal GPUs.

Generell gilt: Je anspruchsvoller ein Benchmark ist, umso mehr zieht die GTX 1650 an der GTX 1050 Ti vorbei, wie wir gleich auch im Time-Spy-Test sehen werden. Gegen die High-End-Riege hat es der Midrange-Neuling naturgemäß schwer: +54 % heißt es für die GTX 1660 Ti. Die RTX 2060 rechnet im Fire-Strike-Durchlauf sogar 70 % schneller.

3DMark - 1920x1080 Fire Strike Graphics
MSI GL73 8SE-010US
GeForce RTX 2060 (Laptop), 8750H
15731 Points ∼100%
Schenker Compact 15
GeForce GTX 1660 Ti (Laptop), 9750H
14193 Points ∼90%
Asus GX531GM (Zephyrus S)
GeForce GTX 1060 (Laptop), 8750H
11332 Points ∼72%
Acer Nitro 5
GeForce GTX 1650 (Laptop), 9300H
9235 Points ∼59%
Acer Aspire 7 A715-72G-704Q
GeForce GTX 1050 Ti (Laptop), 8750H
7786 Points ∼49%
Asus FX504GD
GeForce GTX 1050 (Laptop), 8300H
6356 Points ∼40%

DirectX 12

Beim Time-Spy-Test nähert sich die GTX 1650 der GTX 1060 an. Trotz üppigerer Hardware-Ausstattung (Shader-Anzahl, Speichergröße, …) ist letztere GPU nur 6 % flotter unterwegs, was definitiv für die Turing-Architektur und deren Verbesserungen spricht. An einem GTX-1050-Ti-Laptop sprintet das Nitro 5 ca. 45 % vorbei. Noch eindeutiger wird es beim Blick auf die untere Mittelklasse: Ein GTX-1050-Notebook muss sich im Time-Spy-Test über 100 % geschlagen geben.

3DMark - 2560x1440 Time Spy Graphics
MSI GL73 8SE-010US
GeForce RTX 2060 (Laptop), 8750H
5783 Points ∼100%
Schenker Compact 15
GeForce GTX 1660 Ti (Laptop), 9750H
5408 Points ∼94%
Asus GX531GM (Zephyrus S)
GeForce GTX 1060 (Laptop), 8750H
3626 Points ∼63%
Acer Nitro 5
GeForce GTX 1650 (Laptop), 9300H
3433 Points ∼59%
Acer Aspire 7 A715-72G-704Q
GeForce GTX 1050 Ti (Laptop), 8750H
2365 Points ∼41%
Asus FX504GD
GeForce GTX 1050 (Laptop), 8300H
1597 Points ∼28%

Gaming Benchmarks

Full-HD (1.920 x 1.080)

Solange man 1.920 x 1.080 Pixel verwendet, schultert die GTX 1650 auch moderne Games ohne größere Schwierigkeiten. Bestes Beispiel ist Battelfield 5 auf Basis der Frostbite-3-Engine. Wenn es nach unserer Benchmark-Sequenz geht, kommt das Acer Nitro 5 auf sehr flüssige 65 fps – in maximalen Details wohlgemerkt. Das sind 8 % weniger als bei der GTX 1060, jedoch 25 % mehr als bei der GTX 1050 Ti. Auf der GTX 1050 würden bereits diese Settings ruckeln.

Battlefield V - 1920x1080 Ultra Preset
Schenker XMG Ultra 15
GeForce RTX 2060 (Laptop), 9700K
102 (min: 78) fps ∼100%
Schenker Compact 15
GeForce GTX 1660 Ti (Laptop), 9750H
93.2 (min: 73) fps ∼91%
MSI GT62VR
GeForce GTX 1060 (Laptop), 6820HK
70.6 (min: 50) fps ∼69%
Acer Nitro 5
GeForce GTX 1650 (Laptop), 9300H
64.8 (min: 51) fps ∼64%
Acer Aspire 7 A715-72G-704Q
GeForce GTX 1050 Ti (Laptop), 8750H
52 fps ∼51%
Asus GL753VD
GeForce GTX 1050 (Laptop), 7700HQ
36.3 (min: 19) fps ∼36%

QHD (2.560 x 1.440)

Bei der Nutzung eines (externen) QHD-Monitors wird es dagegen etwas eng. Eine Mischung aus 2.560 x 1.440 Pixeln und dem Ultra-Preset führt zu nicht mehr ganz butterweichen 47 fps (Minimum: 37 fps), wenngleich Battlefield 5 noch spielbar ist. Selbiges betrifft die GTX 1060. Über 60 fps sind erst mit einer GTX 1660 Ti oder RTX 2060 möglich.

Battlefield V - 2560x1440 Ultra Preset
Schenker XMG Ultra 15
GeForce RTX 2060 (Laptop), 9700K
75 (min: 60) fps ∼100%
Schenker Compact 15
GeForce GTX 1660 Ti (Laptop), 9750H
68.7 (min: 54) fps ∼92%
MSI GT62VR
GeForce GTX 1060 (Laptop), 6820HK
52.8 (min: 41) fps ∼70%
Acer Nitro 5
GeForce GTX 1650 (Laptop), 9300H
47.3 (min: 37) fps ∼63%
Asus GL753VD
GeForce GTX 1050 (Laptop), 7700HQ
25.6 (min: 18) fps ∼34%

UHD (3.840 x 2.160)

Für 4K-Displays sind alle im Artikel erwähnten GPUs tendenziell unterdimensioniert. Selbst die RTX 2060 schafft auf der höchsten Stufe nur wenig mehr als 40 fps. Entsprechend würden wir bei 3.840 x 2.160 Pixeln zu einer RTX 2070 oder RTX 2080 raten. Falls Sie sich ein genaueres Bild von der Leistungsfähigkeit der GTX 1650 machen wollen: Weitere Games werden in den kommenden Tagen auf unserer GPU-Seite und in der Spieleliste folgen.

Battlefield V - 3840x2160 Ultra Preset
Schenker XMG Ultra 15
GeForce RTX 2060 (Laptop), 9700K
41.6 (min: 34) fps ∼100%
Schenker Compact 15
GeForce GTX 1660 Ti (Laptop), 9750H
38.3 (min: 30) fps ∼92%
MSI GT62VR
GeForce GTX 1060 (Laptop), 6820HK
27.7 (min: 22) fps ∼67%
Acer Nitro 5
GeForce GTX 1650 (Laptop), 9300H
24.6 (min: 17) fps ∼59%
Asus GL753VD
GeForce GTX 1050 (Laptop), 7700HQ
12.8 (min: 8) fps ∼31%

Fazit

Bei der GeForce GTX 1650 handelt es sich um einen sehr gelungenen Mittelklasse-Vertreter, der auch vor rechenintensiven Titeln nicht zurückschreckt. Zwar bietet das DirectX-12-Modell kaum Reserven für QHD- und UHD-Displays (zumindest in höheren Qualitätsstufen), im Full-HD-Bereich liefert der Turing-Chip jedoch eine überzeugende Vorstellung ab. Maximale Settings plus Kantenglättung sind hier bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Anno 1800 & Metro Exodus) kein Problem.

Hinter der „alten Garde“ muss sich die GTX 1650 auch nicht verstecken. Obwohl die GTX 1060 in mancher Beziehung deutlich besser bestückt ist, fällt der Performance-Unterschied teilweise recht gering aus. Von der GTX 1050 Ti und der GTX 1050 kann sich das neue Turing-Modell unterdessen spürbar distanzieren.

Wer häufig zockt und über das nötige Kleingeld verfügt, sollte dennoch den Kauf eines GTX-1660-Ti-Notebooks in Erwägung ziehen. Dank 50 % Mehrleistung verspricht die GTX 1660 Ti eine wesentlich höhere Zukunftssicherheit.

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Autor: Florian Glaser,  5.05.2019 (Update:  1.07.2019)
Florian Glaser
Florian Glaser - Managing Editor Gaming
In den frühen 90er-Jahren mit MS-DOS und Windows 3.1 aufgewachsen entdeckte ich schon im Kindesalter mein Interesse für den Bereich Computer. Speziell Computerspiele strahlten bereits damals eine große Faszination auf mich aus. Von Monkey Island über Lands of Lore bis hin zu Doom wurde alles gezockt, was man so unter die Finger bekam. Für Notebookcheck bin ich seit 2009 tätig mit Schwerpunkt auf leistungsstarke Gaming-Notebooks.