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Iproda: Spannende Gemini Lake- und Kaby Lake-R-Notebooks vorgestellt

Wie bei allen Produkten unbekannter Firmen aus Fernost stellt sich auch bei den von Iproda vorgestellten Notebooks die Frage, ob sie qualitativ wirklich auf Augenhöhe mit den Geräten etablierter Hersteller sind. (Bild: Notebookitalia)
Wie bei allen Produkten unbekannter Firmen aus Fernost stellt sich auch bei den von Iproda vorgestellten Notebooks die Frage, ob sie qualitativ wirklich auf Augenhöhe mit den Geräten etablierter Hersteller sind. (Bild: Notebookitalia)
Der chinesische Hersteller Iproda Technology hat bei der diesjährigen Hongkong Electronics Fair Notebooks und Mini-PCs mit Intels aktuellster Prozessorgeneration vorgestellt. Da die Geräte wahrscheinlich extrem günstig angeboten werden, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen - nicht zuletzt, weil bei den Herstellern aus Shenzhen immer die Möglichkeit besteht, dass sie unter einem anderen Branding auch hier in Deutschland angeboten werden.

Gelegentlich blicken wir über den Tellerrand der bekannten Marken und schauen uns kleinere Firmen an, da gerade bei diesen die Chance besteht, brauchbare Geräte zu einem sehr niedrigen Preis zu ergattern. Die Firma Shenzhen Iproda Technology wird wohl nur Wenigen ein Begriff sein. Sie wurde im Jahr 2005 gegründet und produzierte zunächst hauptsächlich Plastikgehäuse für Notebooks, Tablets, Navigationsgeräte etc. Wie viele in Shenzhen ansässige Firmen scheint sich auch Iproda von einem bloßen ODM (Original Design Manufacturer) für bekanntere Marken zu einem eigenständigen Computerhersteller entwickeln zu wollen, der seine Produkte unter dem eigenen Namen direkt an den Endkunden verkauft. Bereits 2011 hat das Unternehmen erste Versuche unternommen, eigene Notebooks und Tablets herzustellen. Auf der Hongkong Electronics Fair 2018 hat Iproda nun drei interessante Notebooks und verschiedene Mini-PCs präsentiert.

M1169YN und M1369Y: Zeitgemäße Weiterentwicklungen des Netbooks

Zunächst wäre da das Iproda M1169YN, bei dem es sich um ein 11,6-Zoll-Convertible handelt. Das Display, bei dem man zwischen einer HD- und einer Full-HD-Version wählen kann, kann nicht abgenommen, dafür aber um 360 Grad umgeklappt werden. Als CPU hat man die Wahl zwischen einem Intel Celeron N4000 bzw. N4100 mit Intel UHD Graphics 600 oder einem Intel Pentium Silver N5000 mit Intel UHD Graphics 605. Des Weiteren wird das Notebook über bis zu 4 GB RAM und eine bis zu 128 GB große Festplatte verfügen, wobei es sich bei letzterer wahrscheinlich um einen eMMC-Speicher handeln dürfte. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Fingerabdrucksensor, zwei USB-C-Ports, ein USB-3.0-Anschluss, ein 3,5-mm-Audioport sowie vermutlich ein MicroSD-Karten-Slot. Das besondere ist, dass es eine Option für einen 3G- und 4G-fähigen Simkarten-Slot geben wird. Das Gerät wird mit vorinstalliertem Windows 10 kommen. Die größte Schwachstelle scheint der Akku zu sein. Dieser ist mit einer Kapazität von lediglich 4200 mAh selbst für den sparsamen N5000 deutlich unterdimensioniert.

Wer einen größeren Akku sowie ein größeres Display haben möchte, den könnte das 13,3-Zoll-Convertible Iproda M1369Y interessieren. Die Ausstattung ist weitgehend identisch mit dem 11,6-Zoll-Modell bis hin zum Prozessor, bei dem es sich ebenfalls um einen Intel Pentium Silver N5000 handelt. Hauptunterschied ist der mit 5000 mAh etwas größer dimensionierte Akku.

M1599C: Businessorientierter 15-Zöller mit Kaby Lake

Deutlich mehr Leistung bietet hingegen das Iproda M1599C. Dabei handelt es sich um einen 15,6-Zoll mit einem Full-HD-IPS-Display. Mit seinem Metallgehäuse und den sehr schmalen Displayrändern macht es einen deutlich professionelleren Eindruck als die anderen beiden Geräte. Das Herz des Laptops bildet eine Intel Kaby Lake-R-CPU, wobei man die Wahl hat zwischen einem Intel Core i5-8250U und einem Intel Core i7-8550U, die beide mit einem Intel UHD 620-Grafikchip ausgestattet sind. Als Arbeitsspeicher kann man bis zu 8 GB wählen, während bezüglich der Festplatte Optionen bis zu 512 GB angeboten werden sollen. Auch hier gehören zur weiteren Ausstattung ein Fingerabdrucksensor, USB-C sowie USB 3.0 und vorinstalliertes Windows 10.

Mini-PCs mit vielen Ausstattungsvarianten

Schließlich hat Iproda auch noch einige Mini-PCs vorgestellt, die in einer großen Bandbreite von Ausstattungsoptionen angeboten werden. So sollen Modelle mit Intel Celeron N4000 und N4100, Intel Pentium Silver N5000 und Intel Core i5-8250U erscheinen, die neben Dualband-WLAN (2.4/5.8 GHz) zwischen 2 und 8 GB RAM und eine bis zu 500 GB große Festplatte besitzen.

Qualität, Preis und Verfügbarkeit

Da wir bisher keines der Geräte testen konnten, können wir über die Produktqualität keine Aussage treffen. Generell ist Vorsicht geboten bei Shenzhen-Elektronik, da die Qualität von Hersteller zu Hersteller, aber auch was die verschiedenen Produkte eines Herstellers betrifft, einer großen Schwankungsbreite unterliegt. Dies ist u.a. fehlender oder mangelhafter Qualitätskontrolle, Verwendung minderwertiger Komponenten oder schlechter Abstimmung des Betriebssystems auf das entsprechende Device geschuldet. Jedoch kann man auch Glück haben und ein gutes Gerät mit einem fantastischen Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen.

 Der Preis der genannten Geräte wird auf jeden Fall für den schmalen Geldbeutel geeignet sein. Das Vorgängermodell des 13,3-Zoll-Notebooks ist nämlich bei amazon.com für 199 US-Dollar zu haben, was ungefähr 170 Euro entspricht. Bisher sieht es nicht so aus, als ob die Geräte in Europa verfügbar sein werden, aber die Listings auf der amerikanischen Amazonseite lassen zumindest darauf hoffen, dass sie von einem Händler früher oder später auch auf der deutschen Amazonseite angeboten werden könnten. Ansonsten bleibt auch immer noch der Weg eines Chinaimports mit den üblichen Nachteilen wie Garantie und Zollabwicklung. Selbstverständlich besteht bei Produkten solcher sogenannten "White Box Manufacturer" immer auch die Möglichkeit, dass sie umgelabelt und unter einem anderen Markennamen hier in Deutschland auf den Markt kommen.

Im Anschluss seht ihr einige Bilder und Videos der genannten Geräte, die unsere Kollegen von Notebookitalia auf der diesjährigen Hongkong Electronics Fair machen konnten.

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Autor: Tobias Häuser,  1.08.2018 (Update:  1.08.2018)
Tobias Häuser
Tobias Häuser - News Editor
Während meines Philosophiestudiums in Tübingen und New York habe ich mich mit ethischen Fragen des technischen Fortschritts, Künstlicher Intelligenz und der Zukunft einer digitalisierten und automatisierten Gesellschaft befasst. Technik fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Notebooks, umfasst aber letztlich das ganze Gebiet der Unterhaltungselektronik und darüber hinaus E-Mobilität, autonomes Fahren, KI und Raumfahrt. Wenn ich nicht gerade als freischaffender Journalist, Publizist und Online-Redakteur tätig bin, beschäftige ich mich mit Kunst und Literatur, gehe viel auf Reisen und wandern, aber vor allem schreibe ich in jeder freien Minute an meinen Büchern.