AMD Ryzen AI 400 Analyse - Gorgon Point nur mit kleinen Verbesserungen
AMD hat auf der diesjährigen CES die neuen Mobilprozessoren mit dem Codenamen Gorgon Point angekündigt. Wie erwartet handelt es sich hier jedoch nur um ein recht kleines Update im Vergleich zur letztjährigen Strix-Point-Generation. Es kommt weiterhin die bekannte Zen-5-Architektur bei den Prozessorkernen zum Einsatz, während es bei den iGPUs weiterhin bei RDNA3+ bleibt. Die neuen Mobilprozessoren sind ab sofort auf dem Markt erhältlich.
Ryzen AI 400 im Überblick
Die neuen Mobilprozessoren hören auf die Bezeichnung Ryzen AI 400 und analog zu den letztjährigen Chips der 300er-Serie gibt es auch hier wieder die gleichen Modelle. Es kommen jeweils Kombinationen aus vollwertigen Zen-5-Kernen und schwächeren Zen-5c-Kernen zum Einsatz, die über weniger Cache und einen geringeren Takt verfügen. Der maximale CPU-Takt wurde bei manchen Modellen um 100 MHz angehoben und grundsätzlich sind jetzt auch schnellere NPU (50-60 TOPS) verbaut, weshalb alle Prozessoren die Voraussetzungen für Microsofts Copilot+-Zertifizierung erfüllen. Zudem wurde die Geschwindigkeit vom Arbeitsspeicher erhöht und je nach Modell sind es nun 8.000-8.533 MHz. Die Hersteller können aber auch DDR5-5600-RAM in SO-DIMM-Modulen verbauen.
Grundsätzlich sind die Prozessoren für den TDP-Bereich von 28-54 Watt vorgesehen, doch wie schon im letzten Jahr dürfte es auch in diesem Jahr wieder Modelle geben, die noch deutlich mehr Strom verbrauchen dürfen (bis zu ~85 Watt).
Wie schon im Vorjahr ist die schnellste GPU, die Radeon 890M, den beiden Top-Modellen Ryzen AI 9 HX470 bzw. HX475 vorbehalten, die sich lediglich bei der NPU-Leistung unterscheiden (55 vs. 60 TOPS). Der Ryzen AI 9 465 setzt auf die Radeon 880M, der Ryzen AI 7 450 auf die Radeon 860M und die anderen drei Modelle auf die Radeon 840M. Bei den Takten der iGPUs gab es keine Veränderungen.
Testsystem - Asus Zenbook S16
Als erstes Gerät mit einem der neuen Ryzen AI 400 Prozessoren stand uns das neue Asus Zenbook S16 UM5606GA zur Verfügung, bei dem der AMD Ryzen AI 9 465 samt der bekannten Grafikkarte Radeon 880M (Adrenalin Treiberversion 25.20.32.06) zum Einsatz kommt. Das Zenbook S16 ist wie schon im letzten Jahr ein sehr schlanker 16-Zoll-Laptop, was sich auch auf die Power Limits auswirkt. Mit 45/35 Watt handelt es sich hier nicht um die schnellste Implementierung, aber immerhin hat Asus die Power Limits etwas angehoben (vorher maximal 33 Watt). Während das letztjährige Modell mit LPDDR5x-7500-RAM ausgestattet war, kommt nun mit LPDDR5x-8533 schnellerer Arbeitsspeicher zum Einsatz. Der vollständige Testbericht des neuen Asus Zenbook S16 wird in den kommenden Tagen veröffentlicht.
Testverfahren
Um die verschiedenen Prozessoren aussagekräftig miteinander vergleichen können, schauen wir uns neben der reinen Leistung in synthetischen Benchmarks auch den Stromverbrauch an, woraus wir dann die Effizienz ermitteln. Die Verbrauchsmessungen werden jeweils an einem externen Display durchgeführt, damit wir die unterschiedlichen internen Displays als Einflussfaktoren eliminieren können. Dennoch messen wir hier den Gesamtverbrauch des Systems und vergleichen nicht nur die reinen TDP-Werte.
Single-Core-Leistung & Effizienz
Wir fangen zunächst mit der Single-Core-Leistung an. Da der Ryzen AI 9 465 wie sein Vorgänger Ryzen AI 9 365 maximal 5,0 GHz erreichen kann, gibt es hier wenig überraschend auch keinen Leistungsvorteil. Damit bleibt man hinter den aktuellen Intel-Chips (Arrow Lake und Lunar Lake). Die Snapdragon-CPUs ohne Turbo werden ebenfalls knapp geschlagen, die Varianten mit Dual-Core-Turbo sind aber etwas schneller. Apples M4-Generation (vom M5 reden wir erst gar nicht) ist aber nach wie vor deutlich schneller.
Bei der Single-Core-Effizienz gab es eine Verbesserung, was auf Optimierungen beim Fertigungsprozess hindeutet. Wir sehen hier einen Vorteil von rund 20 % gegenüber dem alten Zenbook S16 mit dem Ryzen AI 9 HX370 und auch leichte Vorteile gegenüber den langsameren Ryzen-AI-7-350-CPUs. Damit bewegt sich der neue Ryzen AI 9 465 auch ungefähr auf dem Niveau der aktuellen Arrow-Lake-Modelle von Intel, die Lunar-Lake-Chips sind aber effizienter. Die ARM-Konkurrenz von Apple und Qualcomm ist bei Singe-Core-Last weiterhin deutlich effizienter.
* ... kleinere Werte sind besser
Multi-Core-Leistung & Effizienz
Die Multi-Core-Leistung des neuen Ryzen 9 465 ist etwas gestiegen, denn die Ergebnisse mit 45/35 Watt liegen auf dem Niveau des alten Ryzen 9 365 mit höheren Power Limits (60/54 Watt). Die Intel Lunar-Lake-Prozessoren werden in den Multi-Core-Tests wie erwartet deutlich geschlagen, die Arrow-Lake-Chips sind teilweise noch deutlich schneller, benötigen dafür aber auch deutlich mehr Strom (kurzzeitige Power Limits von bis zu 115 Watt).
Die Snapdragon-Chips sind in der Regel langsamer, Apples M4-SoC ist aber einige Prozent schneller. Deutlich größer wird der Vorteil des neuen M5-SoC sowie des M4-Pro-SoC.
Bei der Multi-Core-Effizienz gibt es ebenfalls leichte Verbesserungen. Zusätzlich zu den standardmäßigen Power Limits haben wir die Effizienzmessung auch noch bei festen Power Limits von 35 Watt, 28 Watt sowie 20 Watt durchgeführt. Wie erwartet verbessert sich die Effizienz mit geringeren Power Limits, wobei der Unterschied zwischen 28 und 35 Watt nur gering ist. Bei 20 Watt wird die Effizienz aber spürbar besser und hier liegt der Ryzen AI 9 465 fast auf dem Niveau des M4-SoC.
| Power Consumption / Cinebench 2024 Multi Power Efficiency - external Monitor | |
| Apple M5 (10 Cores) | |
| Apple M4 (10 cores) | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-84-100 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| Apple M4 Pro (12 cores) | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-78-100 | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| AMD Ryzen AI 9 HX 370 | |
| Intel Core Ultra 9 285H | |
| Qualcomm Snapdragon X Plus X1P-42-100 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| Qualcomm Snapdragon X X1-26-100 | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-80-100 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| Intel Core Ultra 7 255H | |
| Intel Core Ultra 7 258V | |
| Intel Core Ultra 7 268V | |
| Intel Core Ultra 5 228V | |
| Intel Core Ultra 7 258V | |
| Intel Core Ultra 7 255H | |
| Intel Core Ultra 7 268V | |
| AMD Ryzen AI 9 365 | |
| AMD Ryzen AI 7 350 | |
| AMD Ryzen AI 9 HX 370 | |
| AMD Ryzen AI 7 350 | |
| Power Consumption / Cinebench 2024 Multi Power (external Monitor) | |
| AMD Ryzen AI 9 HX 370 | |
| AMD Ryzen AI 7 350 | |
| AMD Ryzen AI 7 350 | |
| Intel Core Ultra 7 255H | |
| AMD Ryzen AI 9 365 | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Apple M4 Pro (12 cores) | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-80-100 | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Intel Core Ultra 9 285H | |
| Intel Core Ultra 7 255H | |
| Intel Core Ultra 7 268V | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| AMD Ryzen AI 9 HX 370 | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
| Apple M5 (10 Cores) | |
| Intel Core Ultra 7 268V | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-78-100 | |
| Intel Core Ultra 7 258V | |
| Qualcomm Snapdragon X Plus X1P-42-100 | |
| Apple M4 (10 cores) | |
| Qualcomm Snapdragon X Elite X1E-84-100 | |
| Intel Core Ultra 7 258V | |
| Qualcomm Snapdragon X X1-26-100 | |
| AMD Ryzen AI 9 465 | |
| Intel Core Ultra 5 228V | |
| Intel Core Ultra X9 388H | |
* ... kleinere Werte sind besser
CPU-Leistung bei verschiedenen Power Limits
Wir haben zudem die CPU-Multi-Core-Leistung bei verschiedenen Power Limits überprüft, wobei wir hier maximal 35 Watt nutzen konnten, da die Kühlung des Zenbook S16 hier der begrenzende Faktor war. Der Ryzen AI 9 HX370 hat aufgrund der zusätzlichen CPU-Kerne hier noch einen Vorteil, im Vergleich zu den Intel Arrow-Lake-Prozessoren bleibt Gorgon Point aber vor allem in diesem TDP-Bereich bis 35 Watt schneller als der Core Ultra 9 285H oder der Core Ultra 7 255H. Die Lunar-Lake-Chips sind mit ihrer geringen Multi-Core-Leistung hier sowieso abgeschlagen.
| CPU | 20 Watt | 28 Watt | 35 Watt | 45 Watt |
|---|---|---|---|---|
| AMD Ryzen AI 9 465 | 768 Punkte | 842 Punkte | 930 Punkte | |
| AMD Ryzen AI 9 HX370 | 760 Punkte | 927 Punkte | 1022 Punkte | 1107 Punkte |
| AMD Ryzen 7 PRO 350 | 604 Punkte | 739 Punkte | 813 Punkte | |
| Intel Core Ultra 9 285H | 597 Punkte | 778 Punkte | 892 Punkte | 977 Punkte |
| Intel Core Ultra 7 255H | 492 Punkte | 696 Punkte | 834 Punkte | 962 Punkte |
| Intel Core Ultra 7 258V | 512 Punkte | 587 Punkte | ||
| Intel Core Ultra 7 155H | 438 Punkte | 637 Punkte | 752 Punkte | 887 Punkte |
RAM Performance
Mit den AIDA-Benchmarks haben wir die Leistung des Arbeitsspeichers überprüft. Mit dem schnelleren RAM (LPDDR5x-8533) kann sich der neue Ryzen AI 9465 einen leichten Vorsprung gegenüber dem alten Ryzen AI 9 HX370 (LPDDR5x-7500) sichern. Die Lunar-Lake-Chips von Intel sind aber auf einem vergleichbaren Niveau.
| AIDA64 / Memory Copy | |
| Lenovo ThinkPad X9-15 Aura Edition | |
| Lenovo Yoga Pro 7 14IAH10 | |
| Microsoft Surface Laptop 7 15 Lunar Lake | |
| Asus ZenBook S16 UM5606GA | |
| Asus Zenbook S 16 UM5606-RK333W | |
| Schenker XMG Evo 15 (M25) | |
| Lenovo ThinkBook 16 G7+ AMD | |
| Durchschnitt der Klasse Multimedia (21158 - 109252, n=59, der letzten 2 Jahre) | |
| Global Average -2 (4514 - 234662, n=2100) | |
| AIDA64 / Memory Read | |
| Asus ZenBook S16 UM5606GA | |
| Asus Zenbook S 16 UM5606-RK333W | |
| Lenovo ThinkBook 16 G7+ AMD | |
| Microsoft Surface Laptop 7 15 Lunar Lake | |
| Lenovo ThinkPad X9-15 Aura Edition | |
| Lenovo Yoga Pro 7 14IAH10 | |
| Schenker XMG Evo 15 (M25) | |
| Durchschnitt der Klasse Multimedia (19699 - 125604, n=59, der letzten 2 Jahre) | |
| Global Average -2 (4031 - 271066, n=2062) | |
| AIDA64 / Memory Write | |
| Microsoft Surface Laptop 7 15 Lunar Lake | |
| Lenovo ThinkPad X9-15 Aura Edition | |
| Asus ZenBook S16 UM5606GA | |
| Asus Zenbook S 16 UM5606-RK333W | |
| Lenovo ThinkBook 16 G7+ AMD | |
| Schenker XMG Evo 15 (M25) | |
| Lenovo Yoga Pro 7 14IAH10 | |
| Durchschnitt der Klasse Multimedia (17733 - 117933, n=59, der letzten 2 Jahre) | |
| Global Average -2 (3506 - 242868, n=2067) | |
| AIDA64 / Memory Latency | |
| Durchschnitt der Klasse Multimedia (7 - 535, n=59, der letzten 2 Jahre) | |
| Lenovo ThinkBook 16 G7+ AMD | |
| Lenovo Yoga Pro 7 14IAH10 | |
| Asus Zenbook S 16 UM5606-RK333W | |
| Schenker XMG Evo 15 (M25) | |
| Asus ZenBook S16 UM5606GA | |
| Microsoft Surface Laptop 7 15 Lunar Lake | |
| Lenovo ThinkPad X9-15 Aura Edition | |
| Global Average -2 (8.7 - 536, n=2130) | |
* ... kleinere Werte sind besser
GPU-Leistung
Wie eingangs erwähnt gibt es bei den integrierten Grafikkarten keine Veränderungen, auch nicht beim maximalen Takt. Lediglich der etwas schnellere Arbeitsspeicher könnte sich positiv auswirken. In den synthetischen Benchmarks zeigt sich teilweise auch ein leichter Vorteil. Trotzdem bleibt die AMD-iGPU aber weiterhin hinter den aktuellen Intel iGPUs Arc Graphics 140T sowie Arc Graphics 140V.
Bei unseren standardmäßig durchgeführten Gaming-Benchmarks in der Full-HDAuflösung zeigen sich ebenfalls keine Überraschungen und das grundsätzliche Leistungsniveau bleibt auf dem gleichen Niveau.
Fazit - AMD könnte den Anschluss verlieren
Wie erwartet handelt es sich bei den neuen Ryzen-AI-400-Prozessoren nur um ein kleines Update mit einem etwas höheren Takt, die grundlegende Architektur bzw. Kernzusammensetzung (Anzahl und Art der Kerne) hat sich aber nicht verändert. Das gilt auch für die integrierte Grafikkarten. Natürlich werden wir diese Analyse mit weiteren Ryzen-AI-400-Prozessoren erweitern, sobald uns diese vorliegen, an dem Gesamtbild wird es aber wohl keine Veränderungen geben. Grundsätzlich bleibt vor allem die Multi-Core-Leistung im TDP-Bereich bis 35 Watt sehr gut und konkurrenzfähig.
Allerdings dürfte AMD den Anschluss an die Konkurrenz etwas verlieren, vor allem im Hinblick auf die Single-Core-Leistung sowie die Grafikleistung. Apple hat mit dem M5-SoC bereits im Herbst gezeigt, wo der Hammer hängt (vor allem beim Thema Single-Core-Leistung) und die kommenden M5-Pro-Chips dürften auch bei der Multi-Core- sowie GPU-Leistung nachziehen.
Die neuen Intel Panther-Lake-Prozessoren stehen bereits in den Starlöchern und schon in wenigen Tagen können wir uns ein umfangreiches Bild von der Leistung und der Effizienz der neuen Mobilprozessoren machen. Basierend auf den vorläufigen Benchmarks, die wir im Rahmen der CES durchführen konnten, dürfte hier vor allem die GPU-Leistung deutlich ansteigen. Qualcomm wird dieses Frühjahr ebenfalls die zweite Generation seiner Snapdragon-X-Prozessoren auf den Markt bringen und verspricht deutliche Verbesserungen.
Während AMD im Jahr 2025 also insgesamt noch sehr konkurrenzfähig war, könnte sich das Blatt in 2026 deutlich zugunsten von Intel verschieben. Wie bereits erwähnt können wir schon in wenigen Tagen die neuen Panther-Lake-Prozessoren ausgiebig testen, womit wir den Mini-Refresh von AMD dann noch besser einordnen können.











