Benchmarkcheck: Need for Speed Rivals

Florian Glaser , 23.11.2013

Zweite Geige. PC-Spieler müssen sich mal wieder auf einige Unzulänglichkeiten gefasst machen: Need for Speed Rivals wird den Ansprüchen der potentesten aller Plattformen nur bedingt gerecht. Lesen Sie hier von der 30-fps-Bremse und dem (mobilen) Hardware-Hunger.

Need for Speed: Rivals

Technik

Dass die meisten Spiele primär für Konsolen entwickelt werden, kann man nicht zuletzt bei Need for Speed: Rivals beobachten. So fällt schon nach kürzester Zeit die misslungene Bedienung der PC-Version auf. Und damit meinen wir nicht einmal die nervigen Tutorials für die Racer- und Cop-Kampagne, die wohl auch die Konsolen betreffen und in diesem Youtube-Video humoristisch aufbereitet werden, sondern vor allem die seltsame Tastenbelegung und die – aus PC-Sicht – unkomfortablen Menüs. Dass man zum Erreichen der Grafikoptionen in der Garage erst zweimal die Bild-Nach-Oben- oder Bild-Nach-Unten-Taste betätigen muss, dürfte manche Gamer zum Kopfschütteln bewegen. Von einer Maus-Unterstützung haben die Entwickler auch noch nie gehört.

Apropos Kopfschütteln: Wie sich bereits herumgesprochen haben sollte, verfügt die PC-Version über ein Limit von 30 fps. Dieser Wert mag für langsamere Third-Person-Titel oder Spiele aus der Vogelperspektive (Wirtschaftssimulationen etc.) ausreichen, bei einem Vertreter aus dem Renngenre sind 30 fps aber suboptimal. Entsprechend fühlt sich Need for Speed Rivals auch mit potenter Hardware nicht 100 % flüssig an, wobei man sich durchaus an diesen Umstand gewöhnt. Trotzdem ist eine derartige Entscheidung kaum nachvollziehbar.

Laut eigenen Angaben will Publisher EA einen fairen Wettbewerb zwischen den Spielern gewährleisten (Rivals kombiniert Single- und Multiplayer) und Besitzer von schwächeren Komponenten nicht benachteiligen. Warum man deshalb Nutzer von starker Hardware bestrafen muss und es keine höhere fps-Grenze gibt, leuchtet uns jedoch nicht ein. Oder haben die Verantwortlichen vergessen, dass man das Spiel per Optionsmenü an die eigene Hardware anpassen kann?

Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals

Abgesehen von einigen Disconnects hinterlässt die Technik einen guten bis sehr guten Eindruck. Um den Käufern eine möglichst hübsche Optik zu bieten, greift Entwickler Ghost Games auf die Frostbite 3 Engine von DICE zurück. Im Vergleich zu Battlefield 4 wirkt Rivals etwas kantiger (fehlendes Anti-Aliasing) respektive schwammiger (keine anisotrope Filterung, teils schlechtere Texturen). Auf der positiven Seite wären die hohe Vegetationsdichte, die gute Beleuchtung, die tollen (Wetter-)Effekte und die – wie man es von der Serie kennt – hochklassigen Automodelle zu nennen. Hinzu kommen ein atmosphärischer Tag/Nacht-Wechsel sowie ein nettes Schadensmodell. Neben der Optik ist auch das Fahrgefühl dem Vorgänger überlegen (Most Wanted verwendete die Chameleon Engine).

Akustisch muss sich der Arcade-Raser generell keine Kritik anhören. So werden die kräftigen Motorengeräusche von einem dubsteplastigen Soundtrack begleitet. Wer nach der anfänglichen Suche das Grafikmenü entdeckt hat, wird vielleicht nicht ganz zufrieden sein. Knapp 10 Einstellungsmöglichkeiten sind weder viel noch besonders wenig. Zu den optischen Highlights gehört unter anderem Ambient Occlusion (SSAO oder HBAO). Da Änderungen direkt im Spiel übernommen werden, entfällt ein mühseliger Neustart.

Low Settings
Low Settings
Medium Settings
Medium Settings
High Settings
High Settings
Ultra Settings
Ultra Settings
Low Settings
Low Settings
Medium Settings
Medium Settings
High Settings
High Settings
Ultra Settings
Ultra Settings

Benchmark

Als Benchmark-Sequenz haben wir ein Rennen zwischen zwei Safehouses in der Mitte der Karte gewählt (Pacific Woods), das – sofern es zu keinem Unfall kommt – rund eine Minute dauert und einen guten Eindruck von der zu erwartenden Performance vermittelt.

Wie sich bei unseren Tests herausgestellt hat, läuft Rivals nur dann normal, wenn die Bildwiederholrate exakt bei 30 fps liegt. Eine geringere Framerate führt nicht nur zu Rucklern, sondern auch zu einer niedrigeren Spielgeschwindigkeit. Genau umgekehrt verhält es sich bei einer Erhöhung der fps-Grenze, welche über Umwege realisierbar ist. Aus diesem Grund testen wir Rivals in der ursprünglichen Fassung ohne manuelle Eingriffe.

Resultate

Wer den neuen Need for Speed Ableger in seiner ganzen Pracht, also 1.920 x 1.080 Bildpunkten und vollen Details genießen möchte, benötigt ein Mitglied aus dem High-End-Segment. Bereits eine GeForce GTX 765M schafft auf unserer Teststrecke 30 fps. Für 1.366 x 768 Pixel und hohe Grafikoptionen genügt derweil ein Mittelklasse-Spross (z. B. die GT 750M).

Low-End-Modelle auf Niveau der GeForce GT 630M oder CPU-Beschleuniger wie die Radeon HD 7660G bzw. HD Graphics 4600 kommen dagegen auch mit niedrigen Details und 1.024 x 768 Bildpunkten ins Schwitzen. Lediglich der Iris Pro Chip 5200 nähert sich hier der 30-fps-Marke. Je nach Settings ist der Hardware-Bedarf sogar höher als bei Battlefield 4.

Need for Speed: Rivals
    1024x768 Low / Off (30 FPS Limit)     1366x768 Medium / Off (30 FPS Limit)     1366x768 High / On / SSAO (30 FPS Limit)     1920x1080 Ultra / On / HBAO (30 FPS Limit)
HD Graphics 4600, 4702MQ
Schenker M503
20.1 (min: 13) fps ∼67%
15.4 (min: 10) fps ∼51%
12.7 (min: 9) fps ∼42%
Radeon HD 7660G, A10-4600M, Samsung SSD 830 Series MZ-7PC0128D/EU
AMD Pumori Platform A10-4600M
21 (min: 16) fps ∼70%
18.6 (min: 14) fps ∼62%
GeForce GT 630M, 3720QM
Asus N56VM
24.4 (min: 15) fps ∼81%
20.4 (min: 10) fps ∼68%
Iris Pro Graphics 5200, 4750HQ, Intel SSD 525 Series SSDMCEAC180B3
Schenker S413
27.5 (min: 20) fps ∼92%
23.5 (min: 16) fps ∼78%
20 (min: 14) fps ∼67%
12.4 (min: 8) fps ∼41%
GeForce GT 750M, 4702MQ
Schenker M503
30 (min: 28) fps ∼100%
30 (min: 28) fps ∼100%
29.9 (min: 27) fps ∼100%
19.2 (min: 16) fps ∼64%
GeForce GTX 765M, 4700MQ
Schenker W503
30 (min: 28) fps ∼100%
30 (min: 28) fps ∼100%
30 (min: 27) fps ∼100%
30 (min: 27) fps ∼100%
Radeon HD 8970M, 4700MQ
Schenker W503
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
GeForce GTX 780M, 4700MQ
Schenker W503
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
Radeon R9 280X, 3770K
Desktop-PC
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
30 (min: 29) fps ∼100%
GeForce GTX 680, 2600K, Samsung SSD 840 Pro 256GB MZ7PD256HAFV-0Z000
Desktop GTX 680, Intel Core i7-2600K
30 fps ∼100%
30 fps ∼100%
30 fps ∼100%
30 (min: 28) fps ∼100%

Fazit

Mit etwas mehr Mühe hätte aus Rivals ein überzeugender Titel werden können. Die intelligente Verknüpfung von Single- und Multiplayer-Elementen sorgt für eine spannende Erfahrung. Umso ärgerlicher sind die Schwächen der PC-Version. Eine anständige Bedienung und weniger Gängelung/Bevormundung hätten dem Spiel gut getan.

Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals
Need for Speed: Rivals

Testsysteme

Unsere drei wichtigsten Testgeräte stammen von Schenker Technologies (mysn.de):

  • W503 (Core i7-4700MQ, 8 GB DDR3, GeForce GTX 765M, GTX 770M, GTX 780M, Radeon HD 8970M & HD Graphics 4600)
  • M503 (Core i7-4702MQ, 8 GB DDR3, GeForce GT 750M & HD Graphics 4600)
  • XMG P502 (Core i7-3610QM, 8 GB DDR3, GeForce GTX 660M, GTX 670MX, GTX 675MX, GTX 680M, Radeon HD 7970M & HD Graphics 4000)

Ein weiteres Dankeschön geht an Micron für die 480 GByte große Crucial M500, auf der Windows 7 Professional 64 Bit installiert ist. 

Verwendete GPU-Treiber: Nvidia 331.82 WHQL, AMD 13.11 Beta 9.2, Intel 10.18.10.3345

von links nach rechts: Schenker M503, XMG P502 & W503
von links nach rechts: Schenker M503, XMG P502 & W503

Übersicht

Einschränkungen anzeigen
Pos      Modell                                     Need for Speed: Rivals
 Need for Speed: Rivals (2013)
low
1024x768
Low / Off (30 FPS Limit)
med.
1366x768
Medium / Off (30 FPS Limit)
high
1366x768
High / On / SSAO (30 FPS Limit)
ultra
1920x1080
Ultra / On / HBAO (30 FPS Limit)
 9AMD Radeon R9 280X
30
30
30
30
 11NVIDIA GeForce GTX 680
30
30
30
30
 19NVIDIA GeForce GTX 780M
30
30
30
30
 24AMD Radeon HD 8970M
30
30
30
30
 49NVIDIA GeForce GTX 850M
30
30
30
 54NVIDIA GeForce GTX 765M
30
30
30
30
 75NVIDIA GeForce GTX 760M
30
30
30
29.3
 79AMD Radeon HD 8870M
27.3
26.9
25.6
19.9
 103NVIDIA GeForce GT 750M
30
30
29.9
19.2
 105NVIDIA GeForce 840M
30
30
24.9
 107NVIDIA GeForce GT 745M
30
30
27
 111Intel Iris Pro Graphics 5200
27.5
23.5
20
12.4
 114NVIDIA GeForce GT 740M
30
29.92
23.92
13.1
 118NVIDIA GeForce GT 735M
29.7
27.6
21
 120NVIDIA GeForce 825M
30
25.6
22.7
 136AMD Radeon HD 8750M
30
28.8
23.7
 138AMD Radeon R7 M265
30
26.7
23
 161AMD Radeon HD 8670D
30
29.2
23.9
13.6
 183AMD Radeon HD 8570D
30
23
18
Pos      Modell                                     Need for Speed: Rivals
lowmed.highultra
 185*AMD Radeon HD 8650G + HD 8570M Dual Graphics
18.8
18.2
14.7
 188AMD Radeon HD 8670M
23.5
19.4
 207AMD Radeon HD 8650G
14
 212NVIDIA GeForce GT 630M
26.052
21.12
 217NVIDIA GeForce 820M
27.5
21.3
16.5
 218NVIDIA GeForce GT 720M
26.5
20.2
16
 232Intel HD Graphics 4600
17.22
13.42
10.752
 237AMD Radeon HD 7660G
21.52
18.6
 268Intel HD Graphics 4400
16.7
13.2
 305Intel HD Graphics 4000
12.6
 310Intel HD Graphics 4200
14.1
 318AMD Radeon HD 8450G
19.1
 322AMD Radeon HD 8400
15.5
 333*AMD Radeon HD 8350G
15.5
 334AMD Radeon HD 8330
13.5
 359Intel HD Graphics (Haswell)
11.1
 415AMD Radeon HD 8210
6
* Geringere Werte sind besser. / * Geschätzte Position

 

Legende
5ruckelt - Das Spiel wird in dieser Detailstufe wahrscheinlich nicht flüssig mit dieser Grafikkarte laufen. Mindestens ein Benchmarkwert ist kleiner als 25fps
könnte ruckeln - Interpolierte Information. Bei einer langsameren Grafikkarte wurde dieses Spiel als ruckelnd klassifiziert und daher wird dies auch bei dieser angenommen, da keine Benchmarkwerte eingetragen sind.
30flüssig - Dieses Spiel sollte in den betroffenen Einstellungen flüssig laufen, da kein Benchmarkwert eingetragen wird, der die Grenze unterschreitet: 25fps
40flüssig - Dieses Spiel sollte in den betroffenen Einstellungen flüssig laufen, da kein Benchmarkwert eingetragen wird, der die Grenze unterschreitet: 35fps
könnte flüssig laufen - Eine langsamere Grafikkarte wurde als schnell genug klassifiziert und daher wird dies auch für diese geschätzt (da keine Benchmarkwerte eingetragen sind).
123unsicher - Zwei mögliche Fälle: Der kleinste gefundene Benchmarkwert ist zwar unter dem Grenzwert für eine flüssige Darstellung, jedoch ist der Durchschnitt darüber. Zweiter Fall, der Benchmarkwert ist unter der Grenze, jedoch ist die nächst-langsamere Karte als flüssig eingestuft.
unsicher vererbt - Die nächst-langsamere Karte ist als "unsicher" eingestuft und daher wird dieser Wert auch an schnellere Karten vererbt, die keine Benchmarkwerte haben.
Der Wert in den einzelnen Feldern beziffert die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde. Bewegen Sie den Mauszeiger auf diesen Wert um eine detaillierte Auflistung aller Benchmarks zu sehen.
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Autor: Florian Glaser, 23.11.2013 (Update: 24.11.2013)